Direkt zum Inhalt

Consulting Banking

Definition

junges, zu ihren originären Aufgaben komplementäres Geschäftsfeld der Banken, dessen Gegen­stand die Beratung der Kapitalnehmer ist.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: junges, zu ihren originären Aufgaben komplementäres Geschäftsfeld der Banken, dessen Gegen­stand die Beratung der Kapitalnehmer ist. Im Wesentlichen werden dazu die Auswirkungen der Unternehmensstrategie gewerblicher Kunden auf deren Liquiditäts-, Ertrags- und Vermögenslage simuliert, um die nachhaltige Kapitaldienstfähigkeit und die mit einer Kapitalvergabe verbundenen Risiken für die Bank bzw. für den Investor frühzeitig abschätzen zu können.

    2. Leistungsangebot: In der Praxis werden die folgenden Leistungen angeboten: Bilanzstruktur-, Liquiditäts- und Ertragsanalysen in Verbindung mit einer Rating-Beratung (Rating), Stärken-/ Schwächen-Analysen und eine um die Leistungsbereiche des Kreditnehmers erweiterte Betrachtung des Finanzbereichs, Gründungsberatung, Unter­nehmensbewertung in Verbindung mit M&A-Beratung (Mergers & Acquisitions) und klassische Nachfolgeberatung.

    3. Ökonomischer und aufsichtsrechtlicher Hintergrund: Die Schaffung des Consulting Banking geht auf vermehrte Aufgaben der Bankkunden im Risikomanagement zurück, zu deren Erfüllung die Banken aktive Unterstützung anbieten, nicht zuletzt um sich gegen die eigenen, mit der Kundenbeziehung verbunden Risiken abzusichern. Die europäische Finanz- und Kreditwirtschaft musste ab dem Jahr 2000 immense Mittel zur Deckung von Wertberichtigungen in der Unternehmens- und Gewerbefinanzierung aufbringen. Da es auch im kostenintensiven Investmentbanking nach den Einbrüchen an den Aktienmärkten zur Jahrtausendwende zu dramatischen Ertragseinbußen kam, mussten die europäischen Banken und Sparkassen Maßnahmen in Angriff nehmen, um ihre Ertragsprobleme zu lösen und ihr Risikomanagement zu verbessern. Sie müssen Geschäfte, die keine ausreichenden Erträge bringen, möglichst schnell aufgeben, die Übernahme von Risiken durch mehr Informationen und bessere Kontrollsysteme steuern sowie angemessene Preise fordern (Risk-adjusted Pricing). Da die traditionellen Gewerbekredite an die mittelständische Kundschaft in Deutschland durchschnittlich nur zu rund 30 Prozent besichert sind - also einen Blankoanteil von 70 Prozent aufweisen - müssen sich viele Kreditnehmer auf gründliche Prüfungen ihrer Ertrags- und Finanzlage einlassen. Die von der Bankenaufsicht definierten Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK) fordern von allen Kreditinstituten im Wesentlichen drei Punkte:
    (1) eine Neuausrichtung der Geschäftspraxis und der Arbeitsabläufe auch im Gewerbefinanzierungsgeschäft, d. h. die Entwicklung einer nachhaltigen Risikostrategie, die Überprüfung der Aufbauorganisation und der Ablauforganisation, die Professionalisierung des Managements der Kundeninformationen und der hereingenommenen Sicherheiten bzw. der internen Risikokontrolle, eine gesonderte Intensivbetreuung von Unternehmen in der Krise oder in der akuten Sanierungs- oder Abwicklungsphase sowie ein System zur präzisen Messung und Steuerung latenter und akuter Risiken;
    (2) die konsequente Trennung der Kundenbetreuung, der Sachbearbeitung einschließlich Rating und der Risikosteuerung und -über­wachung;
    (3) die laufende Überprüfung und Anpassung der Qualifikationen und der Kompetenzen der Mitarbeiter. In der Praxis bedeutet dies, dass bei gewerblichen Finanzierungen die folgenden Qualitätselemente verlangt und von den Bank- und Wirtschaftsprüfern geprüft werden:
    (1) fest vorgegebene Standards für eine zeitnahe Informationsbeschaffung vom Kunden,
    (2) eine unabhängige Finanzierungskontrolle innerhalb der Bank (Vier-Augen-Prinzip),
    (3) interne sog. Stress-Szenario-Analysen (Szenarioanalyse) zur Erkundung möglicher Problemverläufe von Finanzierungen bzw. im Geschäft der Kreditnehmer,
    (4) interne Verfahren zur Auf­klärung gegenteiliger Auffassungen bei der Beurteilung und Überwachung der Firmenkunden und ihrer Kapitaldienstfähigkeit,
    (5) klar definierte Standards bei der Umschuldung von Unternehmen und
    (6) Verlagerung der Betreuung problematischer Firmen­kunden in Spezialistenteams.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Consulting Banking Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/consulting-banking-51895 node51895 Consulting Banking node31264 Aufbauorganisation node51895->node31264 node53108 Mindestanforderungen an das ... node51895->node53108 node51719 Gründungsberatung node51895->node51719 node42454 Risikomanagement node51895->node42454 node41789 Mergers & Acquisitions node51895->node41789 node53090 MaRisk node53090->node42454 node52416 organisatorische Verankerung des ... node52416->node31264 node39417 Kompetenzsystem node39417->node31264 node28649 Arbeitsteilung node31264->node28649 node53054 Kompetenzordnung node41353 Kreditüberwachung node30634 Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ... node53108->node53054 node53108->node41353 node53108->node30634 node53397 Offshore-Bank node53397->node42454 node46229 risikobewusste Steuerung node46229->node42454 node49331 Unternehmungskrise node42454->node49331 node35389 Fluggesellschaft node35389->node41789 node32564 freundliche Übernahme node32564->node41789 node30614 Börsenkommunikation node30614->node41789 node29056 Akquisition node29056->node41789 node51911 Sieben-S-Modell node51911->node31264
      Mindmap Consulting Banking Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/consulting-banking-51895 node51895 Consulting Banking node51719 Gründungsberatung node51895->node51719 node41789 Mergers & Acquisitions node51895->node41789 node42454 Risikomanagement node51895->node42454 node53108 Mindestanforderungen an das ... node51895->node53108 node31264 Aufbauorganisation node51895->node31264

      News SpringerProfessional.de

      • Exportentwicklung Werkzeugmaschinen

        Ein aktueller Quest Report verbindet Exportmärkte und Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen in Euro und die Wirkung auf die Exporte nach China seit 2008. Steigende Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen gehen demnach mit rückläufigen Exporten nach China einher.

      • Banken genießen großes Vertrauen ihrer Kunden

        72 Prozent der Bankkunden in Deutschland gehen davon aus, dass Kreditinstitute mit ihren persönlichen Daten sorgsam umgehen. Keine andere Branche genießt einer aktuellen Umfrage zufolge höheres Vertrauen.

      • Neue Aufgaben für die Zentrale der Zukunft

        Unternehmen müssen agil und innovativ sein. Das althergebrachte Headquarter, von dem aus alles zentral gesteuert werden soll, scheint dazu nicht passen zu wollen. Muss die Unternehmenszentrale neu erfunden werden? 

      • So geht erfolgreiches Lead Nurturing im B2B-Segment

        Wenn nicht nur Leads, sondern in Folge auch Käufer generiert werden, ist von Lead Nurturing die Rede. Im B2B-Bereich müssen E-Mail-Marketer dafür besonders strategische sowie kontinuierliche Beziehungsarbeit leisten.

      • Globales E-Invoicing ist Herausforderung für Unternehmen

        Unternehmen sind aufgrund staatlicher Vorgaben zunehmend dazu verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch zu erstellen. Doch in jedem Land gelten andere rechtliche Regelungen. Entsprechend komplex gestalten sich die Prozesse. Erster Teil des Gastbeitrags.

      • Auf dem Rechtsweg ins Verderben

        Wer seinen Markt als Eigentum betrachtet und Neueinsteiger juristisch bekämpfen will, kann nur verlieren, meint Springer-Autor und Zukunftsmanager Heino Hilbig. Denn die Klage eines Taxifahrers gegen Moia wird neue Verkehrskonzepte nicht verhindern. 

      • Mit Location Based Marketing auf Neukundenfang

        Deutsche Marketing-Manager sehen in standortbasierter Werbung die Brücke, um Konsumenten online wie offline anzusprechen. Vor allem für die Neukundengewinnung setzen sie auf das Marketinginstrument.

      • Wie der Arbeitsplatz von morgen aussehen wird

        Während der Industrialisierung wanderte die Arbeit aus dem Haushalt in die Fabrik. Heute klopft sie wieder an die Haustür. Die Möglichkeit zu mehr zeitlicher und örtlicher Flexibilität, beispielsweise zur Arbeit im Homeoffice, macht vor keiner Branche mehr halt.

      • Java und JavaScript sind die beliebtesten Programmiersprachen

        Die meisten Softwareingenieure setzen auf Java und JavaScript, wenn es um die Entwicklung von Unternehmensanwendungen geht. Die angeblichen "In"-Programmiersprachen Python & Co. liegen in der Beliebtheitsskala teils weit abgeschlagen hinter den Klassikern.

      • Diese digitalen Marken sind top

        Digitale Dienste dominieren immer stärker die Markenwelt. In den Top 25 der relevantesten Marken Deutschlands machen sich analoge Marken eher rar.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Rolf-Dieter Reineke
      Fachhochschule Nordwestschweiz,
      Hochschule für Wirtschaft,
      Institut Personalmanagement und Organisation (PMO)

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Seit Beginn der 70er Jahre wandeln sich die Banken schneller als je zuvor in ihrer Geschichte. Die gute Hausbank war immer schon mehr als der Kreditgeber ihrer Kunden oder die Verwalterin ihrer Einlagen. Sie war immer schon auch Berater. Aber die …
      Die sich verändernde Wettbewerbssituation und der veränderte Stellenwert der Bankverbindung in breiten Schichten der Bankklientel haben zu grundlegenden Veränderungen auf dem Markt für Finanzdienstleistungen geführt und werden auch in Zukunft …

      Sachgebiete