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Destinationsmanagement

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Unter dem Begriff Destinationsmanagement wird die strategische Führung und Vermarktung touristischer Destinationen verstanden. In diesem Kontext wird die Destination als selbstständige, marktfähige Wettbewerbseinheit gesehen, die in Konkurrenz zu anderen Destinationen steht.

    2. Aufgaben: Aufgabe des Destinationsmanagements ist es, die Zusammenarbeit der Leistungsträger (z.B. Beherbergungsbetriebe, Anbieter von Freizeitdienstleistungen; aber auch mehrere Orte in einer Region) zu unterstützen und zu fördern und durch Kooperationen zwischen den Leistungsträgern durchgehende Dienstleistungsketten in den Destinationen sicherzustellen und übergreifend zu vermarkten. Dies soll möglichst ohne den Einfluss der Politik und von Einzelbetrieben erfolgen, sodass die Destination eine eigenständige Strategie entwickeln kann. In der Realität findet sich dieser Zustand kaum, da der Einfluss der Politik auf die touristische Entwicklung, oft aufgrund finanzieller Abhängigkeiten der Destinationsmanagementorganisation (DMO), noch sehr hoch ist sowie die einzelbetrieblichen Überlegungen oft über die Ausrichtung der Destination gestellt werden. Weitere Aufgabe im Destinationsmanagement ist das Beseitigen von Interessenkonflikten der Leistungsträger und Produzenten des Destinationsproduktes, da diese sich häufig als Konkurrenten betrachten. In der Praxis wird Destinationsmanagement oft mit Destinationsmarketing gleichgesetzt.

    Das Destinationsmanagement soll unter Beachtung des Dreiecks der Nachhaltigkeit erfolgen, d.h. es soll ein adäquates Verhältnis zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Faktoren herrschen. Je nachdem, in welchem Kultur- und/ oder Wirtschaftsraum (z.B. Entwicklungsland vs. Westeuropa) die Destination liegt, kann es hier zu einer Verschiebung der Schwerpunkte kommen.

    3. Ebenen: Das Destinationsmanagement wird in erster Linie auf kommunaler und regionaler Ebene unmittelbar mit den Leistungsträgern umgesetzt, da es sich hierbei um die tatsächlichen Reiseziele der Touristen handelt. Auf regionaler oder überregionale Ebene (gemeinsame, kooperative Vermarktung mehrerer Orte/ Regionen), auf Bundesland-Ebene (jedes Bundesland in Deutschland verfügt über eine eigene Tourismusmarketingorganisation); und auf Bundesebene (Deutsche Zentrale für Tourismus e. V. - DZT) ist Destinationsmanagement sehr oft auf Marketingaspekte reduziert. Strategische Ansätze werden stark durch die Förderpolitik (in Deutschland und auf europäischer Ebene) beeinflusst.


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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Knut Scherhag
      FH Worms,
      Professur für Destinationsmanagement,
      Fachbereich Touristik/Verkehrswesen
      Professor

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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