Direkt zum Inhalt

Differenzbesteuerung

Definition

Begriff des Umsatzsteuerrechts. Mit § 25a UStG ist für die Besteuerung der Lieferung und der unentgeltlichen Wertabgaben von beweglichen Gebrauchtgegenständen eine Sonderregelung eingeführt worden, mit deren Hilfe der beim Erwerb durch einen nicht zum Vorsteuerabzug Berechtigten regelmäßig eintretende umsatzsteuerliche Kumulationseffekt beseitigt werden soll.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Begriff des Umsatzsteuerrechts. Mit § 25a UStG ist für die Besteuerung der Lieferung und der unentgeltlichen Wertabgaben von beweglichen Gebrauchtgegenständen eine Sonderregelung eingeführt worden, mit deren Hilfe der beim Erwerb durch einen nicht zum Vorsteuerabzug Berechtigten regelmäßig eintretende umsatzsteuerliche Kumulationseffekt beseitigt werden soll. Realisiert wird dieses Vorhaben durch eine von § 10 UStG abweichende Bemessungsgrundlage. Die Umsatzsteuer für Umsätze im Sinn des § 25a UStG bemisst sich nicht nach dem Entgelt des Leistungsempfängers, sondern nach der Differenz zwischen Verkaufspreis und dem Einkaufspreis. Der Steuersatz beträgt immer 19 Prozent (Normalsatz). Die Anwendung der Differenzbesteuerung setzt voraus, dass der Unternehmer ein Wiederverkäufer ist, die Gegenstände an ihn im Gemeinschaftsgebiet geliefert worden sind und für diese Lieferung weder Umsatzsteuer entstanden ist noch die Differenzbesteuerung vorgenommen wurde.

    Ausnahmen: keine Differenzbesteuerung bei Lieferung von Edelsteinen oder Edelmetallen. Auf Antrag kann die Differenzbesteuerung zudem auf bestimmte vorsteuerbelastete Gegenstände ausgeweitet werden (§ 25a II UStG). Der Wiederverkäufer kann für jeden einzelnen Umsatz auf die Anwendung der Differenzbesteuerung verzichten und anstelle dessen zur Besteuerung nach den allg. Vorschriften des UStG optieren (§ 25a VIII UStG). Kommt § 25a UStG zur Anwendung, so muss das Verbot des offenen Steuerausweises und die bes. Aufzeichnungspflicht beachtet werden (§ 25a VI UStG).

    Rechtsgrundlage im EG-Recht: Die Regelung über die Differenzbesteuerung geht zurück auf Vorgaben aus der Mehrwertsteuersystemrichtlinie (Art. 312ff.) und ist daher europaweit weitgehend vereinheitlicht; die dt. Regelungen sind entsprechend den europäischen Vorgaben der Richtlinie auszulegen und anzuwenden.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Differenzbesteuerung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/differenzbesteuerung-27755 node27755 Differenzbesteuerung node37813 Lieferung node27755->node37813 node51572 Mehrwertsteuersystemrichtlinie node27755->node51572 node47118 Vorsteuerabzug node27755->node47118 node41634 Katalogleistungen node41634->node51572 node50276 Terminmarkt node42018 Option node50276->node42018 node41237 land- und forstwirtschaftliche ... node41237->node42018 node42627 Optionsgeschäft node42018->node27755 node42018->node42627 node32808 Entgelt node29820 Buchführungspflicht node29663 Aufzeichnungspflicht node29663->node27755 node29663->node32808 node29663->node29820 node29663->node37813 node49603 Umsatzsteuer node29663->node49603 node51611 Butterfahrten node51611->node51572 node51745 SLIM node51745->node51572 node43711 Steuerharmonisierung in der ... node37813->node49603 node51572->node43711 node37982 Lohnveredelung node37982->node47118 node33707 Durchschnittsätze node33707->node47118 node47038 Umsatzsteuerzahllast node47038->node47118 node47118->node49603 node37520 Mindestbemessungsgrundlage node37520->node37813 node36751 Eigenhandel node36751->node37813 node41391 Kundenumsatz node41391->node37813 node49603->node27755 node50034 Termingeschäfte node50034->node42018
      Mindmap Differenzbesteuerung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/differenzbesteuerung-27755 node27755 Differenzbesteuerung node37813 Lieferung node27755->node37813 node47118 Vorsteuerabzug node27755->node47118 node51572 Mehrwertsteuersystemrichtlinie node27755->node51572 node29663 Aufzeichnungspflicht node29663->node27755 node42018 Option node42018->node27755

      News SpringerProfessional.de

      • Was Arbeit in Europa kostet

        Für eine Arbeitsstunde zahlt die deutsche Wirtschaft durchschnittlich 34,1 Euro. Doch bei den Arbeitskosten gibt es zwischen den EU-Mitgliedstaaten deutliche Unterschiede: Es geht noch teurer – aber auch viel billiger.

      • "Das Silicon Valley ist nicht über Nacht entstanden"

        Wenn es ein Digitalisierungs-Mekka gibt, in das deutsche Manager pilgern, ist es das Silicon Valley. Was Unternehmen von den US-Vorreitern lernen und ob sie die 180-Grad-Wende schaffen können, beantworten Sven Grote und Rüdiger Goyk im Gespräch.

      • Utility 4.0 – mehr als eine Worthülse?

        Vierpunktnull auf Teufel komm raus. Kein Themengebiet scheint heute ohne das Zahlenkürzel '4.0' auszukommen. Mit Utility 4.0 ist dieses Phänomen nun auch im Energiesektor angekommen. Zu Recht?

      • Das blaue Jobwunder der Digitalisierung

        Immer mehr Studien prognostizieren, dass die digitale Transformation insgesamt keine Arbeitsplätze kostet. Denn es entstehen auch jede Menge neue Jobs. Die erfordern jedoch andere Kompetenzen.

      • Starke Teams lassen Risiken zu

        "Werde eins mit deinem Projekt", proklamierte vor Jahren eine Baumarktkette. Ein kerniger Slogan, der seine Parallele in einer Google-Studie findet: Teammitglieder die risikobereit in ihrer Aufgabe aufgehen, arbeiten effektiver.

      • "Freibeträge in Abfindungsregelungen wieder einführen"

        Seit 1. Januar gilt die Institutsvergütungsverordnung (IVV). Mit ihr wurden in erster Linie die Anforderungen der Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA für eine solide Vergütungspolitik in deutsches Recht umgesetzt. Wie sich das auf die Personal- und Abfindungsstrategien bei den Banken auswirkt, erklärt Jurist Christoph Abeln im Interview.

      • So teuer wird der Fachkräftemangel

        Dass der Fachkräftemangel die deutsche Wirtschaft bremst, ist nicht neu. Allerdings war bislang nicht klar, wie sehr fehlendes Personal zu Buche schlägt. Einer Studie zufolge drohen bis zum Jahr 2030 wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. 

      • KMU zögern bei tiefgreifender Digitalisierung

        Der digitale Wandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben das nicht vollends erkannt, weshalb sie sich auf die Optimierung einzelner interner Prozesse versteifen.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Norbert Dautzenberg
      Jade Hochschule
      Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth/,
      Standort Wilhelmshaven
      Verwalter einer Professur für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Der Gebrauchtwagenhändler G. Kart verkauft einen Neuwagen für 37 600 EUR inkl. USt an einen Bankangestellten. Er nimmt einen Gebrauchtwagen für 8 000 EURin Zahlung.

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete