Direkt zum Inhalt

Kapitalwert

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Barwert sämtlicher durch ein Investitionsprojekt generierten Aus- und Einzahlungen (vgl. Abbildung).

    2. Ermittlung: Der Kapitalwert (KW0) wird ermittelt, indem die für die geplante Nutzungsdauer (n) prognostizierten Einzahlungsüberschüsse (Ct) mit dem Kalkulationszinssatz (i) auf den Bewertungsstichtag (Bezugszeitpunkt) abgezinst und um die Anschaffungsausgabe (I0) vermindert werden: 

    MathML (base64):PG1hdGggeG1sbnM9Imh0dHA6Ly93d3cudzMub3JnLzE5OTgvTWF0aC9NYXRoTUwiIG1hdGhzaXplPSIyMCI+CjxtaT5LPC9taT4KPG1zdWI+CjxtaT5XPC9taT4KPG1uPjA8L21uPgo8L21zdWI+Cjxtbz49PC9tbz4KPG1vPi08L21vPgo8bWk+STwvbWk+Cjxtbj4wPC9tbj4KPG1vPis8L21vPgo8bXN1YnN1cD4KPG1vPuKIkTwvbW8+Cjxtcm93Pgo8bWk+dDwvbWk+Cjxtbz49PC9tbz4KPG1uPjE8L21uPgo8L21yb3c+CjxtaT5uPC9taT4KPC9tc3Vic3VwPgo8bXN1Yj4KPG1pPkM8L21pPgo8bWk+dDwvbWk+CjwvbXN1Yj4KPG1zcGFjZSB3aWR0aD0iMC4xNjdlbSIvPgo8bW8+4ouFPC9tbz4KPG1mZW5jZWQgY2xvc2U9IikiIG9wZW49IigiPgo8bXJvdz4KPG1uPjE8L21uPgo8bW8+KzwvbW8+CjxtaT5pPC9taT4KPC9tcm93Pgo8L21mZW5jZWQ+Cjxtcm93Pgo8bW8+LTwvbW8+CjxtaT50PC9taT4KPC9tcm93Pgo8bW8+KzwvbW8+CjxtaT5SPC9taT4KPG1pPm48L21pPgo8bW8+4ouFPC9tbz4KPG1mZW5jZWQgY2xvc2U9IikiIG9wZW49IigiPgo8bXJvdz4KPG1uPjE8L21uPgo8bW8+KzwvbW8+CjxtaT5pPC9taT4KPC9tcm93Pgo8L21mZW5jZWQ+Cjxtcm93Pgo8bW8+LTwvbW8+CjxtaT5uPC9taT4KPC9tcm93Pgo8L21hdGg+Cg==

    Die periodischen Einzahlungsüberschüsse errechnen sich als Differenz der mit dem Investitionsprojekt verbundenen Ein- und Auszahlungen. Im letzten Jahr der geplanten Nutzungsdauer kann ein eventuell vorhandener Restwert (Rn) berücksichtigt werden, der ebenfalls auf den Bewertungsstichtag abgezinst wird. Der Kalkulationszinssatz leitet sich nach dem Opportunitätskostenprinzip aus der besten alternativen Kapitalverwendungsmöglichkeit des Investors ab. In der Praxis dient meistens eine risikoäquivalente Kapitalmarktanlage zur Ableitung des Kalkulationszinssatzes.

    3. Entscheidungsregel: Der Kapitalwert hat grundlegende Bedeutung für die Vorteilhaftigkeitsbeurteilung von Investitionen (Investitionsrechnung). Investitionsprojekte mit positivem Kapitalwert erwirtschaften eine Rendite, die oberhalb der von den Investoren erwarteten Mindestverzinsung liegt. Diese Projekte erhöhen das Vermögen der Investoren und sollten unter finanzwirtschaftlichen Aspekten realisiert werden. Investitionsprojekte mit negativem Kapitalwert sind dagegen nicht vorteilhaft, da sie die geforderte Mindestverzinsung nicht erreichen.

    4. Aussagefähigkeit: Die auf dem Kapitalwert basierende Kapitalwertmethode gilt heute als State-of-the-Art der Investitionsrechnung. Das Verfahren zeichnet sich durch seine Zahlungs- und Zukunftsorientierung sowie durch die Berücksichtigung des Opportunitätskostenprinzips aus. Damit werden die Investoren unmittelbar darüber informiert, welchen Beitrag ein Investitionsprojekt zur Erfüllung ihrer finanzwirtschaftlichen Ziele leistet. Grenzen der Kapitalwertmethode resultieren aus dem für die Ermittlung der Zahlungsreihe erforderlichen Planungs- und Prognoseaufwand sowie auf der ebenfalls aufwändigen Ableitung des Kalkulationszinssatzes.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Kapitalwert Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kapitalwert-39806 node39806 Kapitalwert node27685 Barwert node39806->node27685 node31727 Bezugszeitpunkt node39806->node31727 node37780 Kapitalwertmethode node39806->node37780 node41465 Investitionsrechnung node39806->node41465 node45028 Rentabilität node27107 Annuität node29301 Annuitätenmethode node29301->node39806 node29301->node27107 node29301->node41465 node49017 Wiedergewinnungsfaktor node29301->node49017 node48771 Vermögensendwertmethode node31538 Amortisationsdauer node31538->node41465 node49980 Ziel node38707 MAPI-Methode node38707->node41465 node27685->node37780 node27685->node41465 node28103 Diskontierung node27685->node28103 node39250 Kalkulationszeitpunkt node31727->node39250 node31727->node41465 node37780->node48771 node37780->node31727 node37780->node41465 node41465->node45028 node41465->node49980 node50401 Zinsrechnung node50401->node27685
      Mindmap Kapitalwert Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kapitalwert-39806 node39806 Kapitalwert node27685 Barwert node39806->node27685 node31727 Bezugszeitpunkt node39806->node31727 node41465 Investitionsrechnung node39806->node41465 node37780 Kapitalwertmethode node39806->node37780 node29301 Annuitätenmethode node29301->node39806

      News SpringerProfessional.de

      • Was Arbeit in Europa kostet

        Für eine Arbeitsstunde zahlt die deutsche Wirtschaft durchschnittlich 34,1 Euro. Doch bei den Arbeitskosten gibt es zwischen den EU-Mitgliedstaaten deutliche Unterschiede: Es geht noch teurer – aber auch viel billiger.

      • "Das Silicon Valley ist nicht über Nacht entstanden"

        Wenn es ein Digitalisierungs-Mekka gibt, in das deutsche Manager pilgern, ist es das Silicon Valley. Was Unternehmen von den US-Vorreitern lernen und ob sie die 180-Grad-Wende schaffen können, beantworten Sven Grote und Rüdiger Goyk im Gespräch.

      • Utility 4.0 – mehr als eine Worthülse?

        Vierpunktnull auf Teufel komm raus. Kein Themengebiet scheint heute ohne das Zahlenkürzel '4.0' auszukommen. Mit Utility 4.0 ist dieses Phänomen nun auch im Energiesektor angekommen. Zu Recht?

      • Das blaue Jobwunder der Digitalisierung

        Immer mehr Studien prognostizieren, dass die digitale Transformation insgesamt keine Arbeitsplätze kostet. Denn es entstehen auch jede Menge neue Jobs. Die erfordern jedoch andere Kompetenzen.

      • Starke Teams lassen Risiken zu

        "Werde eins mit deinem Projekt", proklamierte vor Jahren eine Baumarktkette. Ein kerniger Slogan, der seine Parallele in einer Google-Studie findet: Teammitglieder die risikobereit in ihrer Aufgabe aufgehen, arbeiten effektiver.

      • "Freibeträge in Abfindungsregelungen wieder einführen"

        Seit 1. Januar gilt die Institutsvergütungsverordnung (IVV). Mit ihr wurden in erster Linie die Anforderungen der Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA für eine solide Vergütungspolitik in deutsches Recht umgesetzt. Wie sich das auf die Personal- und Abfindungsstrategien bei den Banken auswirkt, erklärt Jurist Christoph Abeln im Interview.

      • So teuer wird der Fachkräftemangel

        Dass der Fachkräftemangel die deutsche Wirtschaft bremst, ist nicht neu. Allerdings war bislang nicht klar, wie sehr fehlendes Personal zu Buche schlägt. Einer Studie zufolge drohen bis zum Jahr 2030 wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. 

      • KMU zögern bei tiefgreifender Digitalisierung

        Der digitale Wandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben das nicht vollends erkannt, weshalb sie sich auf die Optimierung einzelner interner Prozesse versteifen.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Ulrich Pape
      ESCP Europe Wirtschaftshochschule Berlin
      Inhaber des Lehrstuhls für Finanzierung und Investition

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Dieses Lehrbuch behandelt die Grundlagen der Investitionsrechnung. Es vermittelt die einschlägigen Fachbegriffe im Gebiet der Investitionstheorie und macht mit den wichtigsten Modellen der Investitionsrechnung vertraut. Es werden die …
      Der finanzielle Nutzen, den ein Wirtschaftssubjekt aus einem Investitionsobjekt zieht, kann in möglichst hohen Entnahmen („Einkommensstreben“) oder einem möglichst hohen Vermögensendwert („Vermögensstreben“) bestehen1. Zum Vorteilsvergleich von …

      Sachgebiete