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Virtuelles Kraftwerk

Definition

Ein virtuelles Kraftwerk ist eine intelligente Verknüpfung von in der Regel dezentralen Erzeugungseinheiten, die von einer zentralen Instanz vernetzt, koordiniert und kontrolliert werden.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Bei einem virtuellen Kraftwerk, auch Schwarmkraftwerk genannt, handelt es sich nicht um ein Kraftwerk im ursprünglichen Wortsinn, sondern um eine technische Verknüpfung mehrerer einzelner Erzeugungsanlagen (wie zum Beispiel Photovoltaikanlagen, Wasserkraftwerken, Biogas-, Windenergieanlagen und Blockheizkraftwerken), Speicher und steuerbarer Lasten im Rahmen einer zentralen Steuerungssystematik. Auf dieser Grundlage wird der Betrieb der einzelnen Anlagen vernetzt, koordiniert und kontrolliert, aber nach außen treten die Erzeugungseinheiten wie ein einzelnes Kraftwerk in Erscheinung, das unter anderem Strom in das Netz der öffentlichen Versorgung einspeist.

    2. Ziele: Mittels geeigneter Informations- und Kommunikationstechnologien können die Stromproduktion, bzw. ggf. -speicherung oder der -verbrauch der in einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschlossenen Einheiten so zusammengefasst werden, dass die Teilnahme an Marktsegmenten wie dem Großhandel oder der Regelleistung möglich bzw. wirtschaftlich tragfähig werden. Insbesondere im Bereich der Regelleistung können viele theoretisch regelleistungsfähige Anlagen erst in einem Regelenergiepool erfolgreich an den Regelleistungsausschreibungen der Netzbetreiber teilnehmen. Gerade virtuelle Kraftwerke haben damit aber das Potenzial, sich durch ihre hohe Flexibilität und die Möglichkeit der gezielten Regelung der angeschlossenen Erzeugungseinheiten maßgeblich an der Gewährleistung der Zuverlässigkeit der Stromversorgung zu beteiligen.

    3. Ausblick: Einige Dienstleister setzen das Konzept eines virtuellen Kraftwerks bereits erfolgreich um; es ist perspektivisch damit zu rechnen, dass eine steigende Anzahl an Erzeugungseinheiten (aber auch steuerbaren Lasten und Speichern) die Dienstleistungen von virtuellen Kraftwerksanbietern in Anspruch nehmen wird (zum Beispiel zur effizienten Direktvermarktung von Strom aus erneuerbaren Energien an den Strombörsen). Virtuelle Kraftwerke können, Stand heute, die teilweise erheblichen Schwankungen von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien nicht vollumfänglich kompensieren. Es bleiben vorerst gut regelbare Kraftwerke zur Bereitstellung von Regel- und Ausgleichsenergie erforderlich. Zur Absicherung einer zuverlässigen Energieversorgung spielen vor allem auch die politischen Rahmenbedingungen für die Energieforschung und Speichertechnologie eine erhebliche Rolle, um die Entwicklung der Potenziale leistungsfähiger Energiespeicher zu befördern.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Ines Zenke
      Becker Büttner Held (BBH), Rechtsanwälte • Wirtschaftsprüfer • Steuerberater
      Partner, Rechtsanwältin/Fachanwältin für Verwaltungsrecht

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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