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Agile Managementmethoden

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Bei agilen Managementmethoden dominiert die Perspektive der intuitiven und iterativen Entstehung im Gegensatz zur rationalen Planungslogik. Sie entstehen im Kontext digitaler Technologien und sind ein Ansatz für Management bei Ungewissheit.

    a) Scrum: Im Jahre 2001 verfassten 17 rebellische Softwareentwickler „The Agile Manifesto“, in dem sie vier agile Werte und Prinzipien festhielten: Menschen vor Prozessen und Werkzeugen, auf Wandel antworten anstatt einem Plan zu folgen, funktionierende Prototypen anstatt exzessiver Dokumentation und schließlich Zusammenarbeit mit dem Kunden vor rigiden Verträgen. Die Scrum-Methode (Englisch für: Gedränge) basiert darauf.

    b) Effectuation: Die effektuale Lösung versucht nicht, die Zukunft durch Analysen und Prognosen zu kontrollieren. Im Gegenteil, solange sich die Zukunft steuernd beeinflussen lässt, besteht keine Notwendigkeit, sie vorhersagen zu müssen.

    c) Lean Start-up: Gegenentwurf zur klassischen Planung. Stattdessen tritt man direkt mit den potenziellen Kunden in Kontakt, erstellt minimalistische Prototypen und entwickelt so Schritt für Schritt ein marktfähiges Endprodukt.

    d) Design Thinking: wendet Methoden von Produkt-Designern oder Architekten im breiteren Kontext der Wirtschaft und Gesellschaft an. Dazu gehören Empathie (die Welt aus verschiedenen Perspektiven sehen, denen der Kunden, Kollegen etc.), integratives Denken (nicht nur zwischen Entweder-oder-Entscheidungen wählen, sondern die oft widersprüchlichen Aspekte eines Problems erkennen und über die existierenden Alternativen hinausgehen), Experimentalismus (kreatives und iteratives Denken, Prototypen schnell erproben) und Zusammenarbeiten (zwischen den unterschiedlichen Fachdisziplinen und Bereichen).

    Agile Managementmethoden entstanden zuerst im Bereich der Softwareentwicklung als Alternative zum herkömmlichen Wasserfallprinzip. Inzwischen sind agile Managementmethoden auch in anderen Bereichen hoher Unsicherheit verbreitet, wie Produktentwicklung, Marketing und bei strategischen Planungsaktivitäten; aber es ist wichtig, den Kontext, also die Funktionen, Branchen und Stadien der Unternehmensentwicklung zu kennen, in denen sie nicht geeignet sind.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Hans-Erich Müller
      Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
      Professor für Unternehmensführung und Organisation

      Bücher

      Müller, H.E.: Unternehmensführung. Strategie – Management – Praxis.
      Berlin/Boston, 2017

      Zeitschriften

      Rigby, D. K./Sutherland, J./Takeuichi, H.: Schnell und Flexibel
      2016, S. In: Harvard Business Manager, Jg. 38, Nr. 10, S. 58–70.

      Sachgebiete