Direkt zum Inhalt

Insolvenzstatus

Definition

Gegenüberstellung, in der die Gegenstände der Insolvenzmasse und die Verbindlichkeiten des Schuldners aufgeführt und einander gegenübergestellt werden (Vermögensübersicht, § 153 I InsO).

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Gegenüberstellung, in der die Gegenstände der Insolvenzmasse und die Verbindlichkeiten des Schuldners aufgeführt und einander gegenübergestellt werden (§ 153 I InsO).

    2. Ausgestaltung: Die Aufgabe des Insolvenzstatus beruht in einer komprimierten und transparenten Darstellung der in den Unterverzeichnissen (Masseverzeichnis gemäß § 151 InsO und Gläubigerverzeichnis gemäß § 152 InsO) aufgeführten Sachverhalte. Die konkrete Ausgestaltung hat sich an dem Zweck des Insolvenzstatus zu orientieren, der zum einen in der Ermittlung einer voraussichtlichen Insolvenzquote und zum anderen in der Information der Verfahrensbeteiligten über die Vermögenslage des Schuldners besteht.

    3. Bewertung: a) Zur Bewertung der einzelnen Gegenstände der Insolvenzmasse wird bei der Erstellung der Vermögensübersicht auf die Bewertungsvorschrift des § 151 II InsO verwiesen. Danach sind sowohl die Fortführungs- als auch die Liquidationswerte anzugeben, sofern sich beide Werte voneinander unterscheiden. Buchwerte sind gemäß der Intention des Gesetzgebers hingegen nicht zulässig. Während bei Annahme der Stilllegung somit regelmäßig auf Einzelveräußerungswerte zurückgegriffen wird, wäre im Fall einer unterstellten Unternehmensfortführung prinzipiell das Ertragswertverfahren anzuwenden. Die hierbei bestehende Problematik der Zuordnung eines Ertragswerts auf mehrere einzelne Positionen führt indessen zu keiner zweckmäßigen Lösung. Vor diesem Hintergrund wird in der Praxis auf die Nutzung von Wiederbeschaffungswerten abgestellt.

    b) Die Verbindlichkeiten sind grundsätzlich zu dem Betrag im Insolvenzstatus anzusetzen, mit dem der Anspruch eines Gläubigers geltend gemacht wird. Dabei ist, wie auch bei der Bewertung der Gegenstände, das Einzelbewertungsprinzip zu beachten.

    c) Die bedeutendste Änderung gegenüber der bisherigen Vorgehensweise bei der Erstellung der Konkurs(-eröffnungs-)bilanz stellt die verpflichtende Angabe von Liquidations- und Fortführungswerten dar.

    4. Anwendung: Mit Wirkung vom 1.1.1999 tritt die Insolvenzordnung an die Stellung der bisher anzuwendenden Konkurs- und Vergleichsordnung.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Insolvenzstatus Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/insolvenzstatus-37204 node37204 Insolvenzstatus node29596 Buchwert node37204->node29596 node27780 Bewertung node37204->node27780 node50357 Verbindlichkeiten node37204->node50357 node32898 Gläubigerverzeichnis node37204->node32898 node44789 Schuldner node37204->node44789 node37722 Insolvenzverwalter node33124 Herstellungskosten node29431 Anschaffungskosten node29596->node33124 node29596->node29431 node31208 Abschreibung node29596->node31208 node50133 Zuschreibung node29596->node50133 node29448 Bilanzbewertung node29448->node27780 node27843 bewegliches Anlagevermögen node27843->node27780 node48946 Veräußerungswert node27780->node48946 node27780->node31208 node30330 Berichtstermin node37367 Insolvenzgericht node41827 Insolvenzverfahren node46507 Schulden node50357->node46507 node32898->node37722 node32898->node30330 node32898->node37367 node32898->node41827 node49648 Umschuldung node49648->node44789 node52779 Abtretungsanzeige node52779->node44789 node42030 Schuldmitübernahme node42030->node44789 node42058 Schuldverhältnis node44789->node42058 node51291 Finanzmarktstabilisierungsfonds node51291->node50357 node52160 Ablösevollmacht node52160->node50357 node34982 Eigenkapital node34982->node50357
      Mindmap Insolvenzstatus Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/insolvenzstatus-37204 node37204 Insolvenzstatus node50357 Verbindlichkeiten node37204->node50357 node44789 Schuldner node37204->node44789 node32898 Gläubigerverzeichnis node37204->node32898 node27780 Bewertung node37204->node27780 node29596 Buchwert node37204->node29596

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking
      Goethe-Universität Frankfurt,
      Lehrstuhl für BWL, insbes.
      Wirtschaftsprüfung
      Professor
      Prof. Dr. Peter Oser
      Ernst & Young AG
      Partner, Leiter Grundsatzabteilung Wirtschaftsprüfung, Professional Practice Director
      Prof. Dr. Norbert Pfitzer
      Ernst & Young AG
      Mitglied des Vorstands

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Die rechtliche Sanierungsberatung beginnt mit der Prüfung des Vorliegens von Insolvenzgründen.

      Sachgebiete