Direkt zum Inhalt

Solidarität

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Genossenschaftswesen
    2. Privat- und Sozialversicherung

    Genossenschaftswesen

    Prinzip der Unternehmensführung in Genossenschaften, das unterschiedlich ausgelegt wird. Zum einen ist die Solidarität als Wesensmerkmal der Genossenschaft als Gemeinschaftsverpflichtung und -haftung  in der Weise zu sehen, dass jeder Einzelne für das Gesamte verantwortlich ist und umgekehrt. Zum anderen wird die Solidarität als ein Instrument der individuellen wirtschaftlichen Besserstellung der Mitglieder betrachtet, welches das einzelne Genossenschaftsmitglied durch das Zusammenwirken in die Lage versetzt, mehr zu erreichen, als durch individuelles Wirtschaften. So gesehen ist Solidarität als ein individualnützliches zweckrationales Handeln zu sehen und diesbezüglich nicht im Sinne eines altruistischen Grundsatzes.

    Vgl. auch Genossenschaftswesen.

    Privat- und Sozialversicherung

    1. Allgemein: Prinzip, das gemäß seinem juristischen Ursprung eine Form der Gemeinschaftshaftung ausdrückt, nach der jeder Einzelne für das Gesamte verantwortlich ist und umgekehrt. Der Begriff der Solidarität umschreibt damit das genuine Versicherungsprinzip, dem zufolge sich (evtl. auch einander unbekannte) Menschen zu einer Gemeinschaft zusammenschließen, um ein für eine Einzelperson untragbares Risiko gemeinsam zu tragen bzw. eine schwierige Aufgabe gemeinsam zu bewältigen. In diesem Sinne ist Solidarität als ein individualnützliches zweckrationales Handeln zu sehen und nicht als altruistischer Grundsatz.

    2. Formen: In der heutigen Großgesellschaft sind traditionelle Formen von solidarischem Verhalten innerhalb von Kleingruppen wie etwa Familie, Nachbarschaft, Zunft o.Ä. weitgehend neuen Formen von institutionalisierter, vertraglich zugesicherter Solidarität, den Sozialversicherungssystemen (Sozialversicherung), gewichen. Dabei ist zu betonen, dass aus der ursprünglichen Bedeutung des Solidaritätsbegriffes keine bestimmten Ausgestaltungen dieser Institutionen (etwa bestimmte Formen der Umverteilung in der Sozialversicherung) abgeleitet werden können; Ausfluss des Solidaritätsprinzips ist lediglich die Sicherung des gemeinsamen Einstehens für durch die Natur verursachte und für die Einzelperson untragbare, ungewisse Schicksalsschläge.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Solidarität Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/solidaritaet-42796 node42796 Solidarität node44201 Sozialversicherung node42796->node44201 node33274 Genossenschaftswesen node42796->node33274 node47754 Versicherungsprinzip node42796->node47754 node42936 Sozialpolitik node44201->node42936 node47916 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) node44201->node47916 node38236 Moral node39103 Nachfrage node53749 Moralische Qualität der ... node53749->node42796 node53749->node38236 node53749->node39103 node35657 Globalisierung node53749->node35657 node41908 Kapitaldeckungsverfahren node41908->node44201 node45071 Privatversicherung node45071->node44201 node28168 Arbeitsmarktpolitik node28168->node47754 node39509 Mitgliedschaft in der ... node33274->node39509 node42522 Prüfungsverband node33274->node42522 node36584 Gewerbebetrieb node33274->node36584 node34499 Genossenschaftslehre node33274->node34499 node27546 Beitragsbezogenheit node27546->node47754 node44250 Sozialpolitik Gestaltungsprinzipien node29478 Äquivalenzprinzip node47754->node44250 node47754->node29478
      Mindmap Solidarität Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/solidaritaet-42796 node42796 Solidarität node33274 Genossenschaftswesen node42796->node33274 node47754 Versicherungsprinzip node42796->node47754 node44201 Sozialversicherung node42796->node44201 node53749 Moralische Qualität der ... node53749->node42796

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Andreas Suchanek
      Handelshochschule Leipzig und
      Wittenberg, Zentrum für Globale Ethik
      Prof. Dr. Nick Lin-Hi
      Universität Vechta
      Professor für Wirtschaft und Ethik
      Prof. Dr. Eduard Mändle
      HFWU,
      Hochschule für Wirtschaft und Umwelt
      Nürtingen-Geislingen
      Professor
      Prof. Dr. Markus Mändle
      Hochschule für Wirtschaft und Umwelt
      Nürtingen-Geislingen (HfWU)
      Inhaber der Professur für Volkswirtschaftslehre

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Der vorliegende Beitrag diskutiert die Konsequenzen einer immer stärkeren Tarifdifferenzierung für die Wirkung des Gesetzes der großen Zahlen, den Ausgleich im Kollektiv und die Solidarität im Versicherungskollektiv.
      In seinem programmatischen Aufsatz ‚Der Sozialstaat an der Wende zum 21. Jahrhundert‘ postuliert Zacher – ungewohnt emphatisch und, wie es klingt, mit einer Hoffnung wider alle Hoffnung – „Die ‚Große Solidarität‘ aller mit den Schwächsten“ durch …
      Das Gesellschaftssystem als ein selbstselektives System ist nicht von außen zu beobachten. Es unterliegt der strukturellen Evolution, über die Gesellschaftsmitglieder nicht zu disponieren vermögen. Insofern stellt sich für die Analyse seiner …

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete