Direkt zum Inhalt

Beherbergungsvertrag

Definition

Beherbergungsverträge sind Mietverträge, auch wenn weitere Leistungen wie Verpflegung, Service etc. hinzukommen.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition
    1. Rechtliche Zuordnung: Beherbergungsverträge sind im Kern Mietverträge (Überlassung des Hotelzimmers etc. auf Zeit gegen Entgelt), auch wenn weitere Leistungen wie Verpflegung, Service etc. hinzukommen. Sie sind folglich grundsätzlich nach den §§ 535 ff. BGB zu beurteilen, sofern dt. Recht zur Anwendung gelangt. Ausnahme: nicht bei Beherbergung im Ausland - jeweiliges ausländisches Recht maßgeblich - auch grundsätzlich Gerichtsstand im Ausland.

    2. Mängelansprüche: Mietmängel sind nach den §§ 536 ff. BGB (Minderung, Schadensersatzansprüche und Kündigung) zu beurteilen, wobei der Kenntnis des Mieters vom Mangel (§ 536 b BGB) und der Pflicht zur Mängelanzeige (§ 536 I, 2 BGB) bes. Bedeutung zukommt (Unterlassung führt zum Verlust der „Mängelansprüche“ - keine Minderung, keine Schadensersatzansprüche, kein Kündigungsrecht).

    3. Stornierungen: Für Stornierungen gilt § 537 I, II BGB, wonach üblicherweise eine Entschädigung unter Berücksichtigung der Ersparnisse (20 Prozent bei Übernachtung mit Frühstück, 30 Prozent bei Halbpension und 40 Prozent bei Vollpension) anfällt, sofern das Hotelzimmer nicht weitervermietet wird.

    4. Haftung: Der Beherbergungswirt (Übernachtungsgäste, grundsätzlich nicht Tagesgäste) haftet für den Verlust bzw. die Beschädigung vom Gast „eingebrachter Sachen“ nach den §§ 701 ff. BGB. Insofern sind in § 702 I BGB Haftungsbeschränkungen (Obergrenze 3.500 Euro, Schmuck etc. nur 800 Euro vorgesehen, sofern nicht nach § 702 II BGB die unbeschränkte Einstandspflicht infolge schuldhaften (vgl. §§ 276, 278 BGB) Verhaltens bzw. der Entgegennahme zur Verwahrung eintritt, wobei die Verwahrungspflicht besteht (Ausnahme: übermäßiger Wert, Umfang, gefährliche Sachen) - vgl. § 702 III BGB. Bei Beschädigung, Verlust etc. ist der Gast zur unverzüglichen Anzeige verpflichtet. Andernfalls entfallen die Ansprüche des Gastes. Der Beherbergungswirt ist vom Schank- und Speisenwirt (Gastwirt - Gastronomie) zu unterscheiden (Vertrag nach den §§ 651, 433 BGB - keine Haftung für eingebrachte Sachen).

    5. Pfandrecht: An den eingebrachten Sachen des Gastes steht dem Beherbergungswirt nach § 704 BGB ein gesetzliches Pfandrecht zur Befriedigung seiner Ansprüche gegen den Gast zu (vgl. freilich insofern die §§ 562 I Satz 2, 562 a - 562d BGB).

    Vgl. auch Beherbergungsgewerbe.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Beherbergungsvertrag Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/beherbergungsvertrag-28965 node28965 Beherbergungsvertrag node34759 Gastwirt node28965->node34759 node39615 Mängelanzeige node28965->node39615 node39921 Mängel node28965->node39921 node37098 Minderung node28965->node37098 node41814 Kündigung node28965->node41814 node45348 Rechtsmängelhaftung node34477 Gaststättengesetz node41709 Istkaufmann node34759->node34477 node34759->node41709 node35834 Gastwirtshaftung node34759->node35834 node41311 Mängelhaftung node38882 Mängelrüge node39615->node41311 node39615->node38882 node45724 Sachmängelhaftung node39615->node45724 node39615->node39921 node32782 Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ... node39921->node45348 node39921->node32782 node39921->node45724 node40560 Miete node37098->node40560 node44812 Reisevertrag node37098->node44812 node47440 Werkvertrag node37098->node47440 node41898 Kaufvertrag node37098->node41898 node32186 Freistellung node32186->node41814 node39918 Mieterhöhung node39918->node41814 node32793 einseitige Rechtsgeschäfte node39176 Lebensversicherung node41814->node32793 node41814->node39176
      Mindmap Beherbergungsvertrag Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/beherbergungsvertrag-28965 node28965 Beherbergungsvertrag node37098 Minderung node28965->node37098 node41814 Kündigung node28965->node41814 node39921 Mängel node28965->node39921 node39615 Mängelanzeige node28965->node39615 node34759 Gastwirt node28965->node34759

      News SpringerProfessional.de

      • Digitalisierung in Deutschland stagniert

        Nur langsam geht es für die deutsche Wirtschaft bei der Digitalisierung voran, zeigt der Monitoring Report Digital. Die Kernergebnisse: die Wirtschaft stagniert, digitale Vorreiter fehlen und alle warten auf den Breitbandausbau.

      • Forschungsagenda 2030 für die produzierende Industrie

        Die strategische Forschungsagenda der Initiative "manufuture-DE" hat aktuelle und zukünftig relevante Forschungsbedarfe deutscher Industrieunternehmen aus dem Bereich der Produktionstechnik bis zum Jahr 2030 formuliert und priorisiert.

      • "Unternehmen tragen Verantwortung für Konsumenten"

        Wer in der digitalen Welt nicht untergehen will, muss sich einige Kompetenzen aneigen. Sonst frisst die Digitalisierung ihre User, warnen Anabel Ternès und Hans-Peter Hagemes im Gespräch mit Springer Professional. Insbesondere Unternehmen sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein.

      • Digitalisierung schafft Chancen für weibliche Führungskräfte

        Mittlerweile erfüllen zwar die Aufsichtsräte der Dax-30-Unternehmen im Durchschnitt die gesetzliche Frauenquote. Aber gerade in Führungspositionen im operativen Geschäft sind Frauen, auch in der Finanzbranche, immer noch rar gesät. Und das sieht nur in einem Fachbereich besser aus.

      • Verantwortungsvolle Chefs haben mehr Stress

        Ein Chef, der sich seiner Verantwortung im Job bewusst ist, führt ein stressbelastetes Dasein. Zumindest, wenn er sich in einer gehobenen Machtposition befindet. Das haben Wissenschafter herausgefunden.

      • Dax-Vorstände verdienen noch mehr

        Wenn etwas die Gemüter erhitzt, dann sind es immer wieder die exorbitanten Bezüge von Vorständen und Aufsichtsräten von Unternehmen. Eine aktuelle Studie gibt der Diskussion neue Nahrung. Demnach bekommen die CEOs von der Post, Heidelberg Cement, Adidas und Daimler unglaubliche Summen. 

      • Enterprise Social Networks fördern Innovationen

        Der digitale Reifegrad deutschsprachiger Unternehmen verbessert sich zusehends. In allen Bereichen haben digitale Prozesse mittlerweile die analogen Formen der Zusammenarbeit überholt. Doch es gibt noch viel zu tun.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Harald Bartl
      seit 2008 Seniorprofessor

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Allein die Vielzahl der eventspezifischen Vertragstypen bei der Durchführung von Kongressen, Tagungen und Konferenzen, angefangen vom Besucher-, Ausstellungs-, Miet-/Raumüberlassungs-, Eventagentur-, Engagement-, Management-, Subunternehmer- und …
      Unter bestimmten Voraussetzungen erlegt das Gesetz einem Gastwirt eine gesteigerte Haftung auf, die über seine Verpflichtungen hinausgeht, welche sich aus dem Beherbergungsvertrag ergeben können.
      Dieses Kapitel gibt Ihnen einen Einblick in die Onlinekommunikation im Krisenfall und erklärt, wie Sie mit entscheidenden Stakeholdern im Web kommunizieren sollten. Es erklärt zudem wichtige Begriffe wie Shitstorm, Hoax oder eInitiativen.

      Sachgebiete