Direkt zum Inhalt

Kaufvertrag

Definition

Der Kaufvertrag ist die wichtigste Form des vertragsbasierten Güterumsatzes. Der Verkäufer verschafft dem Käufer die Rechtsinhaberschaft an einer Sache bzw. an einem Recht. Im Gegenzug schuldet der Käufer dem Verkäufer den Kaufpreis.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Charakterisierung
    2. Vertragsinhalt

    Charakterisierung

    1. Begriff: gegenseitiger Vertrag, durch den sich der Käufer zur Zahlung des in Geld bestehenden Kaufpreises (sonst Tausch), ggf. zur Abnahme der Sache, der Verkäufer zur Übereignung und Übergabe einer Sache oder zur Übertragung eines Rechts verpflichtet (Forderungskauf). Der Kaufgegenstand kann konkret (Stückkauf) oder nur der Gattung nach (Gattungskauf) bestimmt sein.

    2. Form: Der Kaufvertrag ist i.d.R. formfrei, bedarf aber bisweilen der öffentlichen Beurkundung (z.B. Grundstückskauf, § 311b I BGB).

    3. Wirkung: Abgesehen von den Geschäften des täglichen Lebens (Handkauf) wird der Käufer durch Abschluss des Kaufvertrags noch nicht Eigentümer der verkauften Sache (Abstraktionsprinzip). Auch braucht der Verkäufer nicht Eigentümer der Sache zu sein (gutgläubiger Erwerb).

    Vertragsinhalt

    1. Pflichten des Verkäufers: a) Übergabe der verkauften Sache einschließlich etwaigen Zubehörs (§ 311c BGB) an den Käufer und Übertragung des Eigentums.

    b) Bei Verkauf eines Rechts Verschaffung des Rechtes und, soweit es zum Besitz einer Sache berechtigt, Übergabe der Sache (§ 433 BGB), und zwar jeweils frei von Rechten Dritter (§ 453 BGB). Der Verkäufer eines Rechts haftet für dessen Bestand (Verität), nicht aber für die Beitreibbarkeit (Bonität).

    c) Der Verkäufer eines Grundstücks muss auch nicht bestehende, aber im Grundbuch eingetragene Rechte auf seine Kosten zur Löschung bringen (§ 435 BGB); der Verkäufer haftet bei öffentlichen Abgaben und Lasten nur für Erschließungsbeiträge und sonstige Anliegerbeiträge.

    2. Pflichten des Käufers: Zahlung des Kaufpreises und ggf. Abnahme der verkauften Sache (§ 433 II BGB).

    3. Gefahrübergang: I.d.R. mit der Übergabe der Sache an den Käufer, beim Versendungskauf schon mit der Übergabe an die Beförderungsperson (§§ 446, 447 BGB). Ab Gefahrübergang gebühren dem Käufer die Nutzungen und trägt er die Lasten der Sache (§ 446 BGB).

    4. Kosten der Übergabe bei Verkauf eines Rechtes, die Kosten der Begründung und Übertragung gehen zulasten des Verkäufers. Kosten der Abnahme und der Versendung trägt der Käufer. Beim Grundstückskauf oder Kauf eines Rechts an einem Grundstück hat der Käufer alle Kosten der Beurkundung, Auflassung und der Eintragung im Grundbuch zu tragen (§ 448 BGB).

    5. Den Verkäufer trifft eine wichtige gesetzliche Pflicht zur Nacherfüllung für Rechts- und Sachmängel des Kaufgegenstandes (Rechtsmängelhaftung, Sachmängelhaftung), die vielfach durch Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB); (vgl. Lieferungsbedingungen, Zahlungsbedingungen), Freizeichnungsklauseln und Garantien eingeschränkt wird.

    6. Besonderheiten bestehen beim Verbrauchsgüterkauf, Abzahlungsgeschäft und Verkauf unter Eigentumsvorbehalt.

    7. Im Übrigen sind auch für den Kaufvertrag die allg. Vorschriften für gegenseitige Verträge bes. hinsichtlich des Zurückbehaltungsrechts, des Schuldnerverzugs und der Unmöglichkeit maßgebend.

    8. Bei internationalem Kauf und Abschluss von internationalen Kaufverträgen über bewegliche Sachen sind die Art. 27 ff. EGBGB und das UN-Übereinkommen über Verträge über den internationalen Warenkauf vom 11.4.1980 (BGBl. 1989 II 588, 1990 II 1699) zu beachten.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Kaufvertrag Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kaufvertrag-41898 node41898 Kaufvertrag node32058 gegenseitige Verträge node41898->node32058 node50008 Zurückbehaltungsrecht node41898->node50008 node40975 Kauf nach Probe node40975->node41898 node38181 Kauf zur Probe node40975->node38181 node28999 Bedingung node47440 Werkvertrag node40891 Lieferbedingungen node40891->node41898 node40891->node28999 node40891->node47440 node36365 Incoterms node40891->node36365 node33325 Garantie node33325->node41898 node40892 Nachlieferung node33325->node40892 node40892->node41898 node38618 Kauf nach Muster node38618->node40975 node35909 Handelsmakler node35909->node40975 node38181->node41898 node39292 Lieferungsgeschäft node38446 Lieferungsvertrag node39292->node38446 node44804 Schutzpflicht node32058->node44804 node49761 Vertrag node32058->node49761 node47540 Werklieferungsvertrag node47540->node41898 node35343 Handelskauf node35343->node41898 node38446->node41898 node38446->node47540 node38446->node35343 node47035 Synallagma node47035->node32058 node50008->node32058
      Mindmap Kaufvertrag Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kaufvertrag-41898 node41898 Kaufvertrag node32058 gegenseitige Verträge node41898->node32058 node38446 Lieferungsvertrag node38446->node41898 node40975 Kauf nach Probe node40975->node41898 node40892 Nachlieferung node40892->node41898 node40891 Lieferbedingungen node40891->node41898

      News SpringerProfessional.de

      • Exportentwicklung Werkzeugmaschinen

        Ein aktueller Quest Report verbindet Exportmärkte und Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen in Euro und die Wirkung auf die Exporte nach China seit 2008. Steigende Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen gehen demnach mit rückläufigen Exporten nach China einher.

      • Banken genießen großes Vertrauen ihrer Kunden

        72 Prozent der Bankkunden in Deutschland gehen davon aus, dass Kreditinstitute mit ihren persönlichen Daten sorgsam umgehen. Keine andere Branche genießt einer aktuellen Umfrage zufolge höheres Vertrauen.

      • Neue Aufgaben für die Zentrale der Zukunft

        Unternehmen müssen agil und innovativ sein. Das althergebrachte Headquarter, von dem aus alles zentral gesteuert werden soll, scheint dazu nicht passen zu wollen. Muss die Unternehmenszentrale neu erfunden werden? 

      • So geht erfolgreiches Lead Nurturing im B2B-Segment

        Wenn nicht nur Leads, sondern in Folge auch Käufer generiert werden, ist von Lead Nurturing die Rede. Im B2B-Bereich müssen E-Mail-Marketer dafür besonders strategische sowie kontinuierliche Beziehungsarbeit leisten.

      • Globales E-Invoicing ist Herausforderung für Unternehmen

        Unternehmen sind aufgrund staatlicher Vorgaben zunehmend dazu verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch zu erstellen. Doch in jedem Land gelten andere rechtliche Regelungen. Entsprechend komplex gestalten sich die Prozesse. Erster Teil des Gastbeitrags.

      • Auf dem Rechtsweg ins Verderben

        Wer seinen Markt als Eigentum betrachtet und Neueinsteiger juristisch bekämpfen will, kann nur verlieren, meint Springer-Autor und Zukunftsmanager Heino Hilbig. Denn die Klage eines Taxifahrers gegen Moia wird neue Verkehrskonzepte nicht verhindern. 

      • Mit Location Based Marketing auf Neukundenfang

        Deutsche Marketing-Manager sehen in standortbasierter Werbung die Brücke, um Konsumenten online wie offline anzusprechen. Vor allem für die Neukundengewinnung setzen sie auf das Marketinginstrument.

      • Wie der Arbeitsplatz von morgen aussehen wird

        Während der Industrialisierung wanderte die Arbeit aus dem Haushalt in die Fabrik. Heute klopft sie wieder an die Haustür. Die Möglichkeit zu mehr zeitlicher und örtlicher Flexibilität, beispielsweise zur Arbeit im Homeoffice, macht vor keiner Branche mehr halt.

      • Java und JavaScript sind die beliebtesten Programmiersprachen

        Die meisten Softwareingenieure setzen auf Java und JavaScript, wenn es um die Entwicklung von Unternehmensanwendungen geht. Die angeblichen "In"-Programmiersprachen Python & Co. liegen in der Beliebtheitsskala teils weit abgeschlagen hinter den Klassikern.

      • Diese digitalen Marken sind top

        Digitale Dienste dominieren immer stärker die Markenwelt. In den Top 25 der relevantesten Marken Deutschlands machen sich analoge Marken eher rar.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit dem eigentlichen Kauf und den hierbei beteiligten Parteien. Die Verfasser erklären zudem die verschiedenen Abteilungen des Grundbuchs. Abschließend werden anhand praktischer Beispiele die gängigen …
      An die Spitze der gesetzlich geregelten Schuldverhältnisse stellt das BGB den Kaufvertrag und trägt damit der überragenden Bedeutung dieses Vertragstyps in einer modernen Verkehrswirtschaft Rechnung.
      Ab hier wird es juristisch, also: Pflicht statt Kür. Keine Bange, ich werde es Ihnen so erklären, dass Sie als Laie das juristisch genormte Deutsch eines Kaufvertrages verstehen. Es werde zwei Kaufverträge vorgestellt: ein Kaufvertrag für ein …

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete

      Interne Verweise