Direkt zum Inhalt

Unmöglichkeit

Definition

Die Unmöglichkeit ist ein Fall der Leistungsstörungen. Sie entpflichtet den Schuldner von seiner Leistungspflicht.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Bezeichnung des Bürgerlichen Rechts für ein Ereignis, das den Schuldner hindert, eine geschuldete Leistung zu erbringen. Die durch den Schuldner einer Leistung herbeigeführte Unmöglichkeit ist ein Fall der Leistungsstörungen durch Nichtleistung. Es wird vermutet, dass der Schuldner die Unmöglichkeit verschuldet hat (§ 280 I 2 BGB).

    2. Formen: a) objektive Unmöglichkeit und Unvermögen. Nach der Schuldrechtsreform hat diese Unterscheidung keine praktische Bedeutung mehr. Ebenso ist es unerheblich, ob die Unmöglichkeit vor oder nach Vertragsschluss eintritt, da die Unmöglichkeit vor Vertragsschluss die Wirksamkeit eines Vertrags nicht beeinflusst (§ 311a I BGB).

    b) Der Unmöglichkeit i.e.S. (§ 275 I BGB) sind folgende Fälle gleichgestellt:
    (1) Praktische Unmöglichkeit: Die Leistung durch den Schuldner erfordert einen Aufwand, der unter Beachtung des Inhalts des Schuldverhältnisses und nach Treu und Glauben in einem groben Missverhältnis zu dem Leistungsinteresse des Gläubigers steht (§ 275 II BGB), z.B. Hebung einer Münzsammlung unter einem Hochhaus.
    (2) Persönliche Leistungserschwerung: Der persönlich zu erbringenden Leistung des Schuldners steht ein unzumutbares Hindernis entgegen, welches das Leistungsinteresses des Gläubigers überwiegt (§ 275 III BGB), z.B. beim Tod eines nahen Angehörigen des Schuldners.

    3. Rechtsfolgen: a) Der Schuldner ist von seiner Verpflichtung zur Leistung befreit (§ 275 I BGB).

    b) Bei Verschulden ist der Schuldner zu Schadenersatz statt der Leistung (§§ 283, 311a II BGB) oder c) nach der Wahl des Gläubigers zu Aufwendungsersatz (§§ 284, 311a II BGB) verpflichtet.

    d) Herausgabe des Ersatzes oder Ersatzanspruchs für den geschuldeten Gegenstand, z.B. eine Forderung aus Rückgriff (§§ 285, 311a II BGB). Dieser Anspruch wird aber um den Betrag gemindert, für den der Gläubiger gleichzeitig Schadenersatz statt der Leistung verlangt.

    Sonderregeln für Gattungsschuld, gegenseitige Verträge.

    Anders: Wirtschaftliche Unmöglichkeit (z.B. Geldentwertung durch Hyperinflation): Sie ist ein Fall der Störung der Geschäftsgrundlage.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Unmöglichkeit Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/unmoeglichkeit-47122 node47122 Unmöglichkeit node44789 Schuldner node47122->node44789 node32346 Gattungsschuld node47122->node32346 node42058 Schuldverhältnis node47122->node42058 node42535 Schuldrechtsreform node40975 Kauf nach Probe node41898 Kaufvertrag node40975->node41898 node38446 Lieferungsvertrag node38446->node41898 node32058 gegenseitige Verträge node32058->node47122 node41898->node47122 node41898->node32058 node46547 Straffreiheit node43416 Rücktritt node46547->node43416 node47443 tätige Reue node47443->node43416 node30789 Ablehnung node30789->node43416 node47264 Willenserklärung node43416->node47122 node43416->node47264 node43344 Schlechtleistung node50955 Verzug node44789->node42058 node46819 positive Vertragsverletzung node46819->node47122 node46819->node42535 node46819->node43344 node46819->node50955 node33947 Handelsgut node33947->node32346 node43144 Stückschuld node36707 Gattungskauf node32346->node43144 node32346->node36707 node49648 Umschuldung node49648->node44789 node52779 Abtretungsanzeige node52779->node44789 node42030 Schuldmitübernahme node42030->node44789 node40892 Nachlieferung node40892->node41898
      Mindmap Unmöglichkeit Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/unmoeglichkeit-47122 node47122 Unmöglichkeit node44789 Schuldner node47122->node44789 node32346 Gattungsschuld node47122->node32346 node46819 positive Vertragsverletzung node46819->node47122 node43416 Rücktritt node43416->node47122 node41898 Kaufvertrag node41898->node47122

      News SpringerProfessional.de

      • Exportentwicklung Werkzeugmaschinen

        Ein aktueller Quest Report verbindet Exportmärkte und Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen in Euro und die Wirkung auf die Exporte nach China seit 2008. Steigende Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen gehen demnach mit rückläufigen Exporten nach China einher.

      • Banken genießen großes Vertrauen ihrer Kunden

        72 Prozent der Bankkunden in Deutschland gehen davon aus, dass Kreditinstitute mit ihren persönlichen Daten sorgsam umgehen. Keine andere Branche genießt einer aktuellen Umfrage zufolge höheres Vertrauen.

      • Neue Aufgaben für die Zentrale der Zukunft

        Unternehmen müssen agil und innovativ sein. Das althergebrachte Headquarter, von dem aus alles zentral gesteuert werden soll, scheint dazu nicht passen zu wollen. Muss die Unternehmenszentrale neu erfunden werden? 

      • So geht erfolgreiches Lead Nurturing im B2B-Segment

        Wenn nicht nur Leads, sondern in Folge auch Käufer generiert werden, ist von Lead Nurturing die Rede. Im B2B-Bereich müssen E-Mail-Marketer dafür besonders strategische sowie kontinuierliche Beziehungsarbeit leisten.

      • Globales E-Invoicing ist Herausforderung für Unternehmen

        Unternehmen sind aufgrund staatlicher Vorgaben zunehmend dazu verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch zu erstellen. Doch in jedem Land gelten andere rechtliche Regelungen. Entsprechend komplex gestalten sich die Prozesse. Erster Teil des Gastbeitrags.

      • Auf dem Rechtsweg ins Verderben

        Wer seinen Markt als Eigentum betrachtet und Neueinsteiger juristisch bekämpfen will, kann nur verlieren, meint Springer-Autor und Zukunftsmanager Heino Hilbig. Denn die Klage eines Taxifahrers gegen Moia wird neue Verkehrskonzepte nicht verhindern. 

      • Mit Location Based Marketing auf Neukundenfang

        Deutsche Marketing-Manager sehen in standortbasierter Werbung die Brücke, um Konsumenten online wie offline anzusprechen. Vor allem für die Neukundengewinnung setzen sie auf das Marketinginstrument.

      • Wie der Arbeitsplatz von morgen aussehen wird

        Während der Industrialisierung wanderte die Arbeit aus dem Haushalt in die Fabrik. Heute klopft sie wieder an die Haustür. Die Möglichkeit zu mehr zeitlicher und örtlicher Flexibilität, beispielsweise zur Arbeit im Homeoffice, macht vor keiner Branche mehr halt.

      • Java und JavaScript sind die beliebtesten Programmiersprachen

        Die meisten Softwareingenieure setzen auf Java und JavaScript, wenn es um die Entwicklung von Unternehmensanwendungen geht. Die angeblichen "In"-Programmiersprachen Python & Co. liegen in der Beliebtheitsskala teils weit abgeschlagen hinter den Klassikern.

      • Diese digitalen Marken sind top

        Digitale Dienste dominieren immer stärker die Markenwelt. In den Top 25 der relevantesten Marken Deutschlands machen sich analoge Marken eher rar.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Der Beitrag argumentiert folgendermaßen: (1) Wenn wir wollen, dass Autonome Autos (AAs) unseren Straßenverkehr mehrheitlich bestimmen oder sie gar eines Tages die einzigen Autos auf der Straße sein sollten, müssen wir uns damit abfinden, dass wir …
      Nach Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen einer Kapitalgesellschaft treffen die Pflichten nach §§ 277 ff UGB den Insolvenzverwalter. Solange der Insolvenzverwalter das Unternehmen als werbendes Unternehmen fortführt, ist ihm der Einw…
      Das Verfahren ist auf Antrag oder von Amts wegen einzustellen, wenn die geschuldete unvertretbare Handlung bei der Exekution nach § 354 EO unerzwingbar ist, weil die Leistung dem Schuldner dauernd unmöglich ist. Dauernde Unmöglichkeit der Leistung li…

      Sachgebiete