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Sammel- und Trennverfahren

Definition
Sammlung und Trennung von Reststoffen sind wesentliche Aufgaben der Entsorgungslogistik, indem sie die Voraussetzungen für einen Wiedereinsatz der Reststoffe (Recycling) schaffen. Die Sammlung bewirkt im Wesentlichen eine Mengenänderung von Reststoffen und die Trennung dient dazu, Wertstoffe von Rückständen zu separieren. Beide Aufgaben sind stark miteinander verknüpft.

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Sammlung und Trennung von Reststoffen sind wesentliche Aufgaben der Entsorgungslogistik, indem sie die Voraussetzungen für einen Wiedereinsatz der Reststoffe (Recycling) schaffen. Die Sammlung bewirkt im Wesentlichen eine Mengenänderung von Reststoffen und die Trennung dient dazu, Wertstoffe von Rückständen zu separieren. Beide Aufgaben sind stark miteinander verknüpft. So lässt sich bereits durch eine getrennte Sammlung der Reststoffe am Anfallort eine hohe Sortenreinheit der Wertstoffe erreichen, der jedoch Mehrkosten durch einen größeren Platzbedarf für Sammelbehälter und höhere Kosten für den Transport entgegenstehen. Demgegenüber müssen bei einer gemischten Sammlung die Reststoffe im Vorfeld ihrer Aufbereitung einer nachträglichen Trennung zugeführt werden. Dabei werden an die Logistikprozesse bei Reststoffgemischen wegen der größeren Mengenströme und der undifferenzierten Behandlung vergleichsweise geringe Anforderungen gestellt. Aufgrund der vorausgehenden Vermischung in Sammelbehältern und -fahrzeugen lassen sich bei der nachträglichen Trennung jedoch meist nur schlechtere Ergebnisse erzielen als bei der getrennten Sammlung.

    2. Sammelverfahren: Bei den Sammelverfahren können Umleer-, Wechsel- und Einwegverfahren unterschieden werden. Während beim Umleerverfahren Sammelbehälter Verwendung finden, die über Hub- und Kippvorrichtungen in die Sammelfahrzeuge umgeleert und an denselben Standplatz zurückgestellt werden, ist das Wechselverfahren dadurch gekennzeichnet, dass volle Sammelbehälter am Standplatz gegen leere gleicher Art ausgetauscht und zur Entleerung transportiert werden, nach der sie am gleichen oder auch an anderen Standplätzen deponiert werden. Bei den Einwegverfahren werden die Reststoffe in Säcken aus Papier oder Kunststoff bereitgestellt und verladen. Der Sammelvorgang verkürzt sich dadurch, dass die Behälterreinigung entfällt und keine entleerten Behälter an die Standplätze zurückgebracht werden müssen.

    3. Auch im Rahmen der Entsorgung von Haushaltsabfällen gewinnt die getrennte Sammlung von Wertstoffen stark an Bedeutung. Nach dem Kriterium „Benutzerkomfort” lassen sich Hol- und Bringsysteme unterscheiden. Bei erstgenannten werden die Wertstoffe beim Abfallerzeuger abgeholt, während bei letztgenannten die Abfallerzeuger die Wertstoffe zu zentralen Sammelstellen bringen. Ferner können nach dem Kriterium „Grad der Vorsortierung” Einstoff-, Einzelstoff- und Mehrstoffsammlung differenziert werden. Die Einstoffsammlung zielt auf die Erfassung nur eines Wertstoffes ab. Bei der Einzelstoffsammlung werden mehrere Wertstoffe in jeweils separaten Behältern erfasst. Die Mehrstoffsammlung sieht dagegen eine gemischte Erfassung mehrerer Wertstoffe mit nachträglicher Sortierung vor. Im Hinblick auf das Kriterium „Ablauforganisation” kann zwischen integrierten und additiven Systemen gewählt werden. Bei integrierten Lösungen erfolgt die Sammlung von Wertstoffen und Rückständen gemeinsam in einem Arbeitsgang mit einem Mehrkammerfahrzeug. Im Rahmen von additiven Systemen werden hingegen die Wertstoffe mit separaten Fahrzeugen und getrennten Behältern gesammelt.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Winfried Krieger
      Prof. Krieger Consulting GmbH
      Gründer und Geschäftsführer

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