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Technikbewertung

Definition

Technikbewertung zielt auf die umfangreiche Einschätzung technischer Lösungen etwa hinsichtlich ihrer Leistungen, Einsatzfähigkeiten, ungewünschten Nebenwirkungen und künftigen Entwicklungspotenziale.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Charakterisierung: Instrument zur Analyse und Bewertung von Technik, genormt durch VDI-Richtlinie 3780. Danach bedeutet Technikbewertung das „ ... planmäßige, systematische, organisierte Vorgehen, das den Stand einer Technik und ihre Entwicklungsmöglichkeiten analysiert, unmittelbare und mittelbare technische, wirtschaftliche, gesundheitliche, ökologische, humane, soziale und andere Folgen dieser Technik und möglicher Alternativen abschätzt, aufgrund definierter Ziele und Werte diese Folgen beurteilt oder auch weitere wünschenswerte Entwicklungen fordert, Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten daraus herleitet und ausarbeitet.“

    2. Phasen:
    (1) Problemdefinition und -strukturierung,
    (2) Folgenabschätzung (Technologiefolgenabschätzung),
    (3) Bewertung,
    (4) Entscheidung.

    3. Arten: a) Informelle Technikbewertung als private und unkoordinierte Technikbewertung auf der Grundlage eingeschränkter Informationen.

    b) Formelle Technikbewertung:
    (1) Klassifikation nach ihrem Anlass: Ermittlung von technischen Lösungen für gesellschaftlich vorgegebene Aufgaben (probleminduzierte Technikbewertung) oder Bewertung einer existenten Technik (technikinduzierte Technikbewertung).
    (2) Klassifikation nach der zeitlichen Perspektive: Einsatz der Technikbewertung nach vollzogener Innovation (reaktive Technikbewertung) oder Einsatz in einem so frühen Stadium, dass Forschung und Entwicklung (F&E) noch modifiziert werden können (innovative Technikbewertung). Die innovative Technikbewertung gestaltet den Innovationsprozess mit, durch kontinuierliche Technikfolgenanalyse und Techniksteuerungen im Prozess der technischen Entwicklung (technische Ontogenese). Technikbewertung kann als verzögernde Kraft, Innovationspolitik als beschleunigende Kraft der technischen Entwicklung angesehen werden.

    Vgl. auch Technikwirkungsanalyse, Technologiefolgenabschätzung.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Martin G. Möhrle
      Universität Bremen,
      Lehrstuhl für BWL,
      Innovation und Kompetenztransfer
      Lehrstuhlinhaber
      Prof. Dr. Dieter Specht
      BTU Cottbus,
      Lehrstuhl für Produktionswirtschaft
      Professor für Produktionswirtschaft

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      „Dass „Produktion“ und „Wirtschaftlichkeit“ für die industrielle Praxis untrennbar sind, auch dass jegliche Produktion gewissen Vorstellungen einer „wirtschaftlichen Qualität“ genügen muss, ist in der industriellen Praxis gemeinhin bekannt.
      Risiken und Chancen einer Technologie sind erst im Kontext mit einer spezifischen Anwendung erkennbar. Einerseits sind Innovationen ohne die Antizipation von Chancen nicht möglich und andererseits fordert das Vorsorgeprinzip Maßnahmen zur Vermeidung
      Der Stand, den die Technikbewertungsdiskussion heute erreicht hat, geht auf mehrere voneinander unabhängige Quellen zurück. Im politischen Raum gilt die 1972 beim amerikanischen Kongreß erfolgte Gründung des Office of Technology Assessment (OTA) …

      Sachgebiete