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Technikwirkungsanalyse

Definition

Technikwirkungsanalyse bedeutet Abschätzen und Analysieren der Auswirkungen existierender und neuer Technologien und Produkte unter ökonomischen und außerökonomischen Gesichtspunkten.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Allgemeines: Technikwirkungsanalyse bedeutet Abschätzen und Analysieren der Auswirkungen existierender und neuer Technologien und Produkte unter ökonomischen und außerökonomischen Gesichtspunkten. Die Technikwirkungsanalyse versteht sich als Technologiefolgenabschätzung im Unternehmen und ist ein Konzept der Wirkungsforschung.

    2. Leitideen: a) Ganzheitliche Erfassung der Untersuchungsobjekte auf der Grundlage des ganzheitlichen Produktlebenszyklus (Lebenszyklus).

    b) Ganzheitliche Erfassung von möglichen Bewertungsaspekten (Unterscheidung der Bewertungsaspekte Technik, Wirtschaft (Einzelwirtschaft und Gesamtwirtschaft), Mensch (Individuum und Gesellschaft) und Ökologie.

    c) Berücksichtigung ökonomischer und außerökonomischer Gesichtspunkte.

    3. Konzeption: Durch Kombination der Leitideen a) und b) entstehen Bewertungsfelder, z.B. das Bewertungsfeld Produktion unter ökologischen Aspekten. Die Durchführung der Wirkungsanalyse für die einzelnen Bewertungsfelder erfordert die Anwendung geeigneter Instrumente und Methoden, z.B. der Wertanalyse oder von Checklisten/Kriterienrastern. Im Gegensatz zu üblichen Problemlösungen muss sich die Technikwirkungsanalyse mit möglichen, zu einem späteren Zeitpunkt auftretenden Problemen beschäftigen, sodass sie auch geeignet ist zur Problemstrukturierung.

    4. Phasen:
    (1) Auswahl der Objekte (Produkt/Technologie),
    (2) Festlegen der relevanten Bewertungsfelder (Produktlebenszyklusphasen/Bewertungsaspekte),
    (3) Festlegen des zeitlichen und räumlichen Horizonts der Analyse,
    (4) Festlegen von Bewertungskriterien je Bewertungsfeld und Auswahl geeigneter Instrumente und Methoden, abhängig vom Bewertungsaspekt naturwissenschaftlich-technische oder aber wirtschaftlich-gesellschaftliche Forschung.

    5. Grenzen: Konzeptionelle Grenzen liegen in Ungewissheiten begründet, die jeder Planung und Prognose anhaften, bes. in zufallsbestimmten unvorhersehbaren Folgen („Unknown Unknowns“). Anwenderspezifische Grenzen liegen in der beschränkten personellen Kapazität des Unternehmens, in Barrieren gegenüber systematischer Vorgehensweise und entsprechendem Einsatz von Methoden und in mangelnder Bereitschaft, Ergebnisse von technik-, technologie- und produktspezifischen Analysen zu akzeptieren.

    Vgl. auch Technologiemanagement.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Martin G. Möhrle
      Universität Bremen,
      Lehrstuhl für BWL,
      Innovation und Kompetenztransfer
      Lehrstuhlinhaber
      Prof. Dr. Dieter Specht
      BTU Cottbus,
      Lehrstuhl für Produktionswirtschaft
      Professor für Produktionswirtschaft

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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