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Verhaltenstheorie der Unternehmung

Definition

Versuch, das Verhalten realer Unternehmungen und bes. deren Entscheidungsprozesse zu erfassen und zu erklären.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Versuch, das Verhalten realer Unternehmungen und bes. deren Entscheidungsprozesse zu erfassen und zu erklären. Ihr liegt die induktive Methode zugrunde (im Gegensatz zu der deduktiven des marginalistischen Ansatzes (Machlup)). Cyert und March erfassen die Ziele, Erwartungen, die Entscheidungswahl und die Kontrolle der Organisation.

    Die mehrdimensionale Zielfunktion setzt sich aus qualitativen Zielen, dem Produkt-, Lagerhaltungs-, Umsatz-, Marktanteils- und Gewinnziel zusammen. Jedem Ziel ist ein bestimmtes Anspruchsniveau zugeordnet. Ist dieses Anspruchsniveau erreicht, hat die Organisation keinen Anlass zu Verhaltensänderungen. Es wird kein optimales Verhalten unterstellt, sondern Satisficing-Verhalten (Simon). Die Organisation bildet ihr Zielsystem durch Verhandlungen zwischen den Koalitionen. Koalitionen von Eigentümern, Managern, Arbeitnehmern, Gläubigern, Kunden und Lieferanten sind Interessengruppen, die unterschiedliche Ziele verfolgen, sodass Konflikte gelöst werden müssen. Ein Weg der Konfliktlösung ist es, bestimmte Gruppen zum Verzicht an der Zielbildung durch Seitenzahlungen zu bewegen. Ist eine Lösung des Zielkonflikts erreicht und eine Erfüllung der Anspruchsniveaus sichergestellt, so wird versucht, die Lösung kurz- und mittelfristig zu stabilisieren, auch wenn das Anspruchsniveau künftig verfehlt wird. Dies geschieht durch Bildung oder Auflösung von Reserven (Organizational Slacks). Das Anspruchsniveau wird erst bei dauerhafter Verfehlung korrigiert.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Peter Haric
      Institutsvorstand Leitbetriebe Austria Institut

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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