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Virtual Water

Definition

Virtual Water (auch Water Footprint genannt) ist ein Verfahren der Ökobilanzierung. Die virtuelle Frischwassermenge, die für die Herstellung eines Produktes bzw. einer Dienstleistung benötigt wird, kann mithilfe der Methode dargestellt werden.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Virtual Water (auch Water Footprint genannt) ist ein Verfahren der Ökobilanzierung (Ökobilanz). Die virtuelle Frischwassermenge, die für die Herstellung eines Produktes bzw. einer Dienstleistung benötigt wird, kann mithilfe der Methode dargestellt werden.

    2. Variante: Auch Länder und Regionen können, durch die Betrachtung von Wasserimport und -export, bewertet werden. Diese Methode wird mit dem Begriff Virtual Water Trade bezeichnet.

    3. Entstehung: Die Methode Virtual Water wurde in den 1990er-Jahren von Allan (vgl. Allan, J.A. 1998) eingeführt. Sein Ziel war es, den Wasserverbrauch von Produkten über ihren gesamten Lebenszyklus aufzuzeigen und Implikationen für die Wirtschaft zu generieren.

    4. Geltungsbereich und Systemgrenze: Die Methode Virtual Water kann weltweit mit den Systemgrenzen "Cradle-to-Gate" (Cradle-to-Cradle) angewendet werden.

    5. Bewertungsobjekt und Bewertungsgröße: Die Methode Virtual Water bezieht sich auf einzelne Produkte bzw. Dienstleistungen. Der Virtual Water Trade hingegen betrachtet die Auswirkungen des Handels mit diesen Produkten bzw. Dienstleistungen auf einzelne Regionen. Bei beiden Verfahren ist die Bewertungsgröße der virtuelle Wasseranteil. Dieser entspricht der während aller Herstellungsphasen verbrauchten Wassermenge.

    6. Ziele und Annahmen: Einerseits sollen durch die Methode die Wasserintensitäten von Produkten und Dienstleistungen verdeutlicht werden. Der tatsächliche Anteil ist gegenüber dem virtuellen Anteil zumeist verschwindend gering. Die Methode Virtual Water Trade zielt außerdem auf eine gleichmäßigere Verteilung der Ressource Wasser auf der Erde ab. Die beiden Methoden abstrahieren alle anderen negativen Umweltauswirkungen.

    7. Vorgehensweise: a) Virtual Water: Zunächst werden die einzelnen Produktionsschritte und deren Wasserbedarf ermittelt. Danach wird eine Allokation des Wasserbedarfs auf die gesamte Produktion durchgeführt. Zuletzt wird der gesamten Wasserbedarfs für die einzelnen Produkte aggregiert.
    b) Virtual Water Trade: In einem ersten Schritt muss die Virtual Water Balance einer Region berechnet werden. Diese ist als der Nettoimport an virtuellem Wasser definiert. Der Nettoimport setzt sich aus dem Bruttoimport minus des Bruttoexports zusammen.

    8. Ergebnis: Die Ergebnisse der Methoden stellen den gesamten Wasserbedarf, der für die Produktion eines Produkten bzw. einer Dienstleistung benötigt wurde, dar. Die Einheit der Ergebnisse lautet km³/Jahr.

    9. Kritische Würdigung: Die Methoden verdeutlicht den Wasseraufwand bei der Produktion. Die Methode Virtual Water Trade stellt außerdem einen politisch-strategischen Ansatz dar. Problematisch ist jedoch, dass andere ökologische Auswirkungen nicht berücksichtigt werden. Hierzu zählen auch die nicht berücksichtigten Trade Offs zwischen Energie und Wasser. Die praktische Anwendung des Virtual Water Trades wird außerdem z.B. durch Subventionen und Einfuhrbestimmungen gehemmt.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Edeltraud Günther
      TU Dresden,
      Fak. Wirtschaftswissenschaften,
      LS Betriebswirtschaftslehre insb.
      Betriebliche Umweltökonomie
      Universitätsprofessorin

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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