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Koordinationsversagen

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Bezeichnung für eine Situation, in der die Entscheidungsträger ein Ergebnis erreichen, das für alle schlechter ist als ein Ergebnis, das sich durch eine Koordination ihrer Strategien erzielen ließe. Koordinationsversagen wird im Neuen Keynesianismus als eine Ursache für mangelnde Preisflexibilität angesehen. Kommt es z.B. zu einem Rückgang des nominalen Geldangebots, würde eine proportionale Verminderung aller Preise die Realkasse unverändert lassen und somit negative Auswirkungen der Geldangebotsverringerung auf Einkommen und Beschäftigung verhindern. Wegen des Auftretens von Gesamtnachfrageexternalitäten wird ein einzelnes Unternehmen sich genauso verhalten wollen wie alle anderen Unternehmen: Geht dieses Unternehmen davon aus, dass die anderen Unternehmen ihre Preise senken, wird es seinen Preis auch senken, geht es jedoch davon aus, dass die anderen Unternehmen ihre Preise beibehalten, wird es seinen Preis auch beibehalten. Könnten sich alle Unternehmen auf eine Preissenkung verständigen, wäre dies für alle vorteilhaft, weil sich ein Rückgang von Einkommen und Beschäftigung verhindern ließe.

    In der Realität wird eine solche Koordination jedoch häufig nicht auftreten. Weil die einzelnen Unternehmen mit Preisinflexibilität bei den anderen Unternehmen rechnen, kommt es dann im Sinne einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung tatsächlich zu makroökonomischen Preisstarrheiten, obwohl dies für alle mit Nachteilen verbunden ist.

    In der neukeynesianischen Phillips-Kurve, die eine vollständig mikrofundierte Inflationsgleichung darstellt, werden solche Preisrigiditäten explizit berücksichtigt. Sie ist maßgablicher Bestandteil des Grundmodells der Neukeynesianischen Makroökonomik.

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