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Proto-Industrialisierung

Definition

Vor- oder Frühstufe des Industrialisierungsprozesses in Mitteleuropa, die regional in unterschiedlicher Ausprägung und zu unterschiedlicher Zeit auftrat. In engem Zusammenhang mit dem Bevölkerungswachstum ging die Auflösung der traditionellen Agrarverfassungen mit der sozialen Differenzierung der ländlichen Gesellschaft einher.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Vor- oder Frühstufe des Industrialisierungsprozesses in Mitteleuropa, die regional in unterschiedlicher Ausprägung und zu unterschiedlicher Zeit auftrat. In engem Zusammenhang mit dem Bevölkerungswachstum ging die Auflösung der traditionellen Agrarverfassungen mit der sozialen Differenzierung der ländlichen Gesellschaft einher. Die Notwendigkeit und Möglichkeit zu gewerblicher Tätigkeit führte zur gewerblichen Durchdringung des landwirtschaftlich geprägten flachen Landes. Abhängig von den politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen entstanden regional unterschiedlich eher monogewerblich (exportmarktorientiert) oder eher multigewerblich (lokalmarktorientiert) geprägte Strukturen. Die neben- oder hauptberuflich ländlichen Gewerbetreibenden bildeten eine relativ gut ausgebildete und - in Zusammenhang mit dem mitteleuropäisch religiös begründeten Arbeitsethos (Weber) - „disziplinierte” Basis für die zur Industrialisierung erforderliche Arbeiterschaft. Zugleich wurden sie im Zuge abnehmender Eigenversorgung und zunehmender Monetisierung Nachfrager nach industriellen Massenprodukten.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt
      Univ. Erlangen-Nürnberg,Fachbereich Wirtschaftswissenschaften,Lehrstuhl für Industriebetriebslehre
      Ordentlicher Professor

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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