Direkt zum Inhalt

Sparparadoxon

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    beschreibt die Auswirkungen einer Senkung der autonomen Konsumnachfrage auf die gesamtwirtschaftliche Ersparnisbildung im Rahmen des einfachen keynesianischen Gütermarktmodells (Einkommen-Ausgaben-Modell)

    Y = C + I,

    C = C0 + b · Y   (0 < b < 1),

    wobei: Y = gesamtwirtschaftliches Einkommen, C = gesamtwirtschaftlicher Konsum, I = autonome Investition, C0 = autonomer Konsum, b = marginale Konsumquote. Durch einen Rückgang des autonomen Konsums C0 wird der Wunsch der Wirtschaftssubjekte zum Ausdruck gebracht, mehr sparen zu wollen. Da hierdurch jedoch ein kontraktiver Multiplikatorprozess ausgelöst wird, der das Einkommen im Ausmaße von dY = 1/s dC0 (s = 1 - b = marginale Sparquote) vermindert, bleibt das gesamtwirtschaftliche Sparen

    S = Y - C = - C0 + s · Y

    insgesamt unverändert:

    dS = -dC0 + s · dY = - dC0 + dC0 = 0.

    Das ist das Paradoxon der Sparsamkeit. Der einzelwirtschaftliche Wunsch mehr zu sparen und weniger zu konsumieren lässt die gesamtwirtschaftliche Ersparnisbildung unverändert. Bei einer einkommensabhängigen Investitionsnachfrage (I = I0 + k · Y, 0 < k < 1) würde der Wunsch, mehr zu sparen, sogar zu einem Rückgang des gesamtwirtschaftlichen Sparens führen. 

    Vgl. zugehöriger Schwerpunktbeitrag Makroökonomische Totalmodelle geschlossener Volkswirtschaften.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Sparparadoxon Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/sparparadoxon-42209 node42209 Sparparadoxon node33002 Einkommen-Ausgaben-Modell node42209->node33002 node40302 Multiplikatorprozess node42209->node40302 node41037 makroökonomische Totalmodelle geschlossener ... node42209->node41037 node49034 Volkseinkommen node33002->node49034 node54308 Stabilisator node54308->node33002 node53627 income expenditure model node53627->node33002 node39042 Multiplikator node40302->node39042 node49032 Wachstumstheorie node40302->node49032 node29211 aggregierte Nachfragekurve node29211->node40302 node29678 autonome Größen node29678->node40302 node41037->node54308 node41037->node39042 node38052 Keynesianismus node41037->node38052 node30342 aggregierte Angebotskurve node41037->node30342
      Mindmap Sparparadoxon Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/sparparadoxon-42209 node42209 Sparparadoxon node33002 Einkommen-Ausgaben-Modell node42209->node33002 node40302 Multiplikatorprozess node42209->node40302 node41037 makroökonomische Totalmodelle geschlossener ... node42209->node41037

      News SpringerProfessional.de

      • Utility 4.0 – mehr als eine Worthülse?

        Vierpunktnull auf Teufel komm raus. Kein Themengebiet scheint heute ohne das Zahlenkürzel '4.0' auszukommen. Mit Utility 4.0 ist dieses Phänomen nun auch im Energiesektor angekommen. Zu Recht?

      • Das blaue Jobwunder der Digitalisierung

        Immer mehr Studien prognostizieren, dass die digitale Transformation insgesamt keine Arbeitsplätze kostet. Denn es entstehen auch jede Menge neue Jobs. Die erfordern jedoch andere Kompetenzen.

      • Starke Teams lassen Risiken zu

        "Werde eins mit deinem Projekt", proklamierte vor Jahren eine Baumarktkette. Ein kerniger Slogan, der seine Parallele in einer Google-Studie findet: Teammitglieder die risikobereit in ihrer Aufgabe aufgehen, arbeiten effektiver.

      • "Freibeträge in Abfindungsregelungen wieder einführen"

        Seit 1. Januar gilt die Institutsvergütungsverordnung (IVV). Mit ihr wurden in erster Linie die Anforderungen der Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA für eine solide Vergütungspolitik in deutsches Recht umgesetzt. Wie sich das auf die Personal- und Abfindungsstrategien bei den Banken auswirkt, erklärt Jurist Christoph Abeln im Interview.

      • So teuer wird der Fachkräftemangel

        Dass der Fachkräftemangel die deutsche Wirtschaft bremst, ist nicht neu. Allerdings war bislang nicht klar, wie sehr fehlendes Personal zu Buche schlägt. Einer Studie zufolge drohen bis zum Jahr 2030 wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. 

      • KMU zögern bei tiefgreifender Digitalisierung

        Der digitale Wandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben das nicht vollends erkannt, weshalb sie sich auf die Optimierung einzelner interner Prozesse versteifen.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Hans-Werner Wohltmann
      Universität Kiel,
      Institut für Volkswirtschaftslehre
      Lehrstuhlinhaber

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      In der Januarausgabe des WIRTSCHAFTSDIENST veröffentlichten wir einen Aufsatz von Professor Fritz Helmedag über die „Abhängigkeit der Beschäftigung von Steuern, Budgetdefiziten und Löhnen“. Hierzu eine Replik von Professor Bernd Luck
      Wir wollen uns nun mit der Theorie beschäftigen, die die Idealwelt der Neoklassik infrage gestellt hat. Die Neoklassik war die allein gültige Makrotheorie bis es 1929 zur Weltwirtschaftskrise kam und damit zu: dauerhaftem Investitionseinbruch in …
      In diesem Kapitel wollen wir zunächst einige grundsätzliche Bemerkungen zu den arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen, ihren Möglichkeiten und Grenzen, machen, um sodann die wichtigsten vorgeschlagenen oder bereits praktizierten …

      Sachgebiete