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Windowing

Definition

Bezeichnet in seiner klassischen Form die zeitlich aufgefächerte Mehrfachverwertung von Inhalten über unterschiedliche Trägermedien, Vertriebskanäle bzw. Verwertungsfenster (Profit Windows).

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Bezeichnet in seiner klassischen Form die zeitlich aufgefächerte Mehrfachverwertung von Inhalten über unterschiedliche Trägermedien, Vertriebs­kanäle bzw. Verwertungsfenster (Profit Windows). Dabei eröffnet das Windowing die einmalige Chance, dasselbe Angebot ohne Veränderung (was v.a. für die nicht digitale Produktion wichtig ist) und damit ohne zusätzliche Kosten mehrfach zu vermarkten. Anders: Versioning.

    1. Ursprung und Einsatzfelder: Das Window­ing ist eine bes. aus der Filmökonomie bekannte Verwertungsvariante medialer Inhalte, welche die aufgrund der Aktualität der Inhalte unterschiedlich ausgeprägte Zahlungs­bereitschaft der Rezipienten berück­sichtigt. Mittlerweile ist sie aber bei vielen kosten­intensiven audiovisuellen Produk­tionen, die zuerst den Vertriebsweg über die Kinos einschlagen, Standard. Geringfügige Veränderungen und, damit verbunden, zusätzliche Kosten fallen v.a. für die internationale Verwertung an. Weitere Zusatzkosten ergeben sich aus der Notwendigkeit, jedes Verwertungsfenster mit eigenen Marketingmaßnahmen zu flankieren, wobei diese Kosten oft auch von den Vertriebs­organisationen übernommen werden. In der internationalen Filmver­marktung fallen entsprechend v.a. Zusatzkosten für die Synchronisation und das Marketing in den unterschiedlichen nationalen Märkten und bei den unterschied­lichen Verwertungsfenstern an. Die Rentabilität einer Filmproduktion kann entsprechend auch erst nach Abrechnung aller Verwertungsfenster festge­stellt werden. Der zeitliche Abstand zwischen der Verwertung in den unterschiedlichen Verwertungsfenster sinkt kontinuierlich, sodass einige Verwertungen mittlerweile zeitgleich stattfinden. Bislang eher ungewöhnlich ist der Einsatz von Windowing im Print- und Fernsehbereich. Zunehmend greifen jedoch auch Verlage und Senderfamilien ansatzweise darauf zurück, indem sie Artikel oder TV-Sen­dungen in unveränderter Form, aber zeitlich gestaffelt in mehreren ihrer Titel und in Büchern (z.B. GEO) oder in ihren verschiedenen Premium- und Zweitverwertungssendern (z.B. RTL Group) verwerten.

    2. Zeitlicher Ablauf: Der zeitliche Ablauf des klassischen Windowings in der Filmverwertung orientiert sich an den stetig niedriger werdenden Margen der aufeinander folgenden Profit Windows. Er beginnt mit dem nationalen und internationalen Kinovertrieb. Hier wird die relativ hohe Zahlungsbereitschaft bes. interessierter Rezipienten abgeschöpft. Die beiden Windows Inland und Ausland werden immer öfter zeitlich synchronisiert, um eine größere Medienresonanz zu erzeugen. Danach folgt die Vermarktung als Video/ DVD sowohl im Verleih als auch im Verkauf, womit neue, weniger zahlungsbereite bzw. zahlungs­kräftige Zielgruppen oder auch solche Zielgruppen, die eine andere Rezeptions­situation bevorzugen, erschlossen werden. Nach der Ausstrahlung im Pay-TV oder im Wege des Pay per View folgt die Ausstrahlung in den Premium-Kanälen des Free TV. „Endstation“ des Verwertungs­zyklus ist die Ausstrahlung in den Zweit­verwertungskanälen des Free TV mit ihren soweit – vertraglich möglich potenziell – unendlichen Wiederholungsmöglichkeiten. Die Vermarktung in den einzelnen Verwer­tungs­fenstern ist zunehmend zeitlich verschränkt bzw. überlappend und beinhaltet aufgrund des wechselseitigen Bezugs auch redaktionelle Cross Promo­tion.

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      Prof. Dr. Insa Sjurts
      Universität Hamburg
      Geschäftsführerin der Hamburg Media School, Inhaberin des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Medienmanagement

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