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Fernsehen

Definition

Audiovisueller Teil des Rundfunks; Massenmedium zur Vermittlung von Information und Unterhaltung mit Ton und bewegten Bildern an ein breites Publikum über weite Strecken.

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Audiovisueller Teil des Rundfunks; Massenmedium zur Vermittlung von Information und Unterhaltung (Content, IBU-Inhalte) mit Ton und bewegten Bildern an ein breites Publikum über weite Strecken. Dazu stehen grundsätzlich drei Übertragswege zur Ver­fü­gung: terrestrische Funkübertragung, Satellitenübertragung und Breitbandkabelverteilnetz. Diese Über­tragungs­wege können sowohl parallel als auch separat eingesetzt werden. Für die Übertragung von Fernsehprogrammen ist dabei im Vergleich zur Übertragung von Hör­funk­programmen grundsätzlich eine wesentlich größere Bandbreite erforderlich.

    2. Entwicklung: Der regelmäßige Fernsehprogrammbetrieb in Deutschland startete am 22.3.1935 zunächst für den Gemeinschafts­em­pfang in sog. Fernsehstuben. Es wurde ein noch nicht standardisiertes Übertragungsformat mit 441 Bildzeilen verwendet. Allerdings kam schon das Zeilensprungverfahren mit 50 Halbbildern pro Sekunde zum Einsatz, das auch in den späteren Fernsehformaten PAL, NTSC und SECAM zum Einsatz kommen sollte. Das Zeilensprungverfahren verdoppelt die sub­jektiv empfundene Bildwiederholungs­fre­quenz, um eine für das Auge flimmerfreie Bildwiedergabe zu ermöglichen. Dazu wird ein Bild zeilenweise abgetastet und zunächst nur jede zweite Zeile (das erste Halbbild) übertragen. Im Anschluss werden die übrigen Zeilen im zweiten Halbbild übertragen. Das menschliche Auge setzt aufgrund seiner Trägheit aus den beiden Halbbildern wieder das vollständige Bild zusammen. Der Vorteil ist, dass nur 25 Vollbilder pro Sekunde übertragen werden müssen, wodurch Übertragungsbandbreite eingespart wird und trotzdem ein ruhiges Bild entsteht.

    Der Individualempfang begann nach dem Krieg erneut am 21.12.1952 mit einem offiziellen Versuchsfernsehprogramm des Deutschen Fernsehfunks (DFF) der DDR. Vier Tage später, am 25.12.1952, startete in der Bundesrepublik Deutschland der Nordwest­deutsche Rundfunk (NWDR) mit seinem offiziellen Programm. Die Übertragung erfolgte nach dem CCIR (Comité Consultatif International des Radiocommunications)-Standard mit 625 Zeilen (575 Zeilen sichtbar), 50 Halbbildern pro Sekunde und der Verwendung des Zeilensprungverfahrens. Aus dem Fernsehprogramm des NWDR ging am 1.11.1954, getragen durch die Landesrundfunkanstalten der ARD, das (Erste) Deutsche Fernsehen/ Das Erste hervor. Am 1.4.1963 startete das Programm des Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF). Ab dem 22.9.1964 erfolgte nach und nach die Gründung der Dritten Fernsehprogramme der Landesrundfunkanstalten. Am 25.8.1967 wurde in Deutschland mit der Einführung des Farbfernsehens ein weiterer Meilenstein vollzogen. Wie in vielen weiteren Staaten Europas wurde das PAL-Verfahren eingeführt, dass sich heute wie damals in Konkurrenz zu dem hauptsächlich in Nordamerika eingeführten NTSC oder dem franz. SECAM befindet. Objektive Vergleiche bescheinigen aber dem PAL-Verfahren die besten Eigenschaften.

    Seit der Gründung der ersten privaten Fernsehsender im Jahre 1984 existiert in Deutschland ein duales Rundfunksystem. Die Einführung eines digitalen Fernsehrundfunks wurde 1994 mit der Veröffentlichung des MPEG-2-Standards zur digitalen Bild- und Tonkom­pression vorbereitet (Moving Pictures Expert Group, Audiokompression, Videokompression). Dieses Verfahren wurde zum Standard für digitales Fernsehen.

    Das Fernsehen hat sich über die Jahre zu einem festen Bestandteil des Alltags entwickelt. Für die Rezipienten stellt es heute, gemessen an der Nutzungsdauer, nach dem Hörfunk das zweitwichtigste Massenmedium dar. Als Werbemedium profitiert das Fernsehen insbesondere von der Möglichkeit der Bildkommunikation.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Insa Sjurts
      Universität Hamburg
      Geschäftsführerin der Hamburg Media School, Inhaberin des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Medienmanagement

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