Direkt zum Inhalt

Zinsschranke

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Ab dem Veranlagungszeitraum 2008 ist der Betriebsausgabenabzug von Zinsen durch die Einführung der sog. Zinsschranke eingeschränkt worden (§ 4h EStG). Zusatzregelungen gelten für Körperschaften (Gesellschafterdarlehen).

    2. Steuerliche Regelung: Zinsaufwendungen eines Betriebs sind weiterhin in voller Höhe abziehbar (a) wenn die Zinsaufwendungen die Zinserträge nicht übersteigen, (b) wenn der negative Zinssaldo bis zu 30 Prozent des maßgeblichen steuerlichen Gewinns beträgt. Dabei ermittelt sich der maßgebende Gewinn aus dem steuerlichen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (= verrechenbares EBITDA).

    3. Zinsvortrag: Nicht abziehbare Zinsaufwendungen können in den folgenden Wirtschaftsjahren steuermindernd berücksichtigt werden (sog. Zinsvortrag). Die vorgetragenen Zinsen erhöhen die Zinsaufwendungen dieser Wirtschaftsjahre, aber nicht den maßgebenden Gewinn zur Ermittlung der Zinsschranke. Der Zinsvortrag ist gesondert festzustellen. Ein nicht verbrauchter Zinsvortrag geht bei Aufgabe oder Übertragung verloren. Bei Ausscheiden eines Mitunternehmers geht er quotal unter.

    4. EBITDA-Vortrag: Ab dem Jahr 2007 wird gemäß § 4h I EStG ein EBITDA-Vortrag für einen Zeitraum von fünf Jahren eingeführt. Der EBITDA-Vortrag ist gesondert festzustellen. Ein nicht verbrauchter EBITDA-Vortrag geht bei Aufgabe oder Übertragung verloren. Bei Ausscheiden eines Mitunternehmers geht er quotal unter.

    5. Ausnahmen von der Zinsschranken-Regelung: Die Beschränkungen der Zinsschranke greifen nicht (a) wenn der negative Zinssaldo weniger als 3 Mio. Euro beträgt, (b) wenn der Betrieb nicht oder nur anteilig zu einem Konzern gehört (Konzern-Klausel) bzw. (c) wenn der Betrieb zu einem Konzern gehört und seine Eigenkapitalquote am Ende des vorangegangenen Abschlussstichtages mindestens der des Konzerns entspricht. Ein Unterschreiten der Eigenkapitalquote um zwei Prozentpunkte ist unbeachtlich (Escape-Klausel).

    Vgl. auch Regelungen zur Zinsschranke.

    Mindmap Zinsschranke Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/zinsschranke-51524 node51524 Zinsschranke node36515 Gesellschafterdarlehen node51524->node36515 node51650 Regelungen zur Zinsschranke node51524->node51650 node47990 Zinsen node45742 Schuldzinsen node47990->node45742 node36673 Einkommensteuer node33833 Einkünfte node36904 geldwerter Vorteil node33391 Freigrenze node36904->node33391 node33391->node51524 node33391->node36673 node33391->node33833 node47193 verdeckte Einlage node48146 Verrechnungspreis node27066 Dealing-at-Arm's-Length-Grundsatz node34249 Fremdvergleichsgrundsatz node34249->node51524 node34249->node47193 node34249->node48146 node34249->node27066 node47241 verdeckte Gewinnausschüttung node34249->node47241 node47963 Werbungskosten node47963->node45742 node36515->node51650 node36257 Einlagen node36515->node36257 node29385 Darlehen node36515->node29385 node35031 Gewerbeertrag node45742->node51524 node45742->node35031 node36645 Escapeklausel node36645->node51650 node48861 Thin Capitalization Rules node48861->node51650 node47241->node36515 node31202 Belegschaftsaktien node31202->node33391
    Mindmap Zinsschranke Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/zinsschranke-51524 node51524 Zinsschranke node36515 Gesellschafterdarlehen node51524->node36515 node51650 Regelungen zur Zinsschranke node51524->node51650 node45742 Schuldzinsen node45742->node51524 node34249 Fremdvergleichsgrundsatz node34249->node51524 node33391 Freigrenze node33391->node51524

    News SpringerProfessional.de

    Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

    Literaturhinweise SpringerProfessional.de

    Bücher auf springer.com

    Sachgebiete