Direkt zum Inhalt

Firmenwert

Definition

Ein Firmenwert ist der Betrag, den ein Käufer bei Übernahme einer Unternehmung als Ganzes unter Berücksichtigung künftiger Ertragserwartungen (Unternehmungswert, Ertragswert) über den Wert der einzelnen Vermögensgegenstände nach Abzug der Schulden (Substanzwert) hinaus zu zahlen bereit ist (Unternehmungsmehrwert). Firmenwertbildende Faktoren sind z.B. gutes Management, effiziente Herstellungsverfahren bzw. Betriebsorganisation, Facharbeiterstamm, verkehrsgünstige Lage, Stammkundschaft. Für die Bilanzierung in Handels- und Steuerrecht zu unterscheiden: (1) Originärer (selbst geschaffener) Firmenwert, entspricht der Differenz von Ertragswert und Substanzwert; (2) derivativer (abgeleiteter) Firmenwert; letzterer wird durch Kauf erworben und entspricht der Differenz zwischen Kaufpreis und Substanzwert. Anders: Praxiswert.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Handelsrecht
    2. Steuerrecht

    Geschäftswert, Goodwill, Façonwert, Fassonwert.

    Handelsrecht

    Der derivative Firmenwert unterliegt in der Handelsbilanz einem Aktivierungsgebot. Er ist gesondert unter den immateriellen Vermögensgegenständen (immaterielles Wirtschaftsgut) auszuweisen, soweit es sich um Kapitalgesellschaften handelt (§ 266 II HGB), und planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer abzuschreiben (§ 246 I HGB). Durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) wurden die zuvor bestehenden Wahlrechte bez. des Ansatzes und der Bewertung des derivativen Firmenwerts abgeschafft, um die Vergleichbarkeit der Handelsbilanz zu erhöhen.

    Steuerrecht

    1. Ansatz in der Steuerbilanz: a) Der originäre Firmenwert ist nicht ansatzfähig, der derivative hingegen ansatzpflichtig; er ist mit den Anschaffungskosten zu aktivieren (§ 6 I Nr. 1 EStG) und um Absetzungen für Abnutzung (AfA) zu vermindern. Als betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Firmenwerts gilt ein Zeitraum von 15 Jahren (§ 7 I 3 EStG).

    b) Eine Herabsetzung des Firmenwerts ist nur bei gesunkenem Teilwert möglich.

    2. Regelung gemäß Bewertungsgesetz: Bei der Ermittlung des Werts des Betriebsvermögens für Zwecke der Erbschafts- und Schenkungssteuer ist nur der derivative (entgeltlich erworbene) Firmenwert anzusetzen (§ 95 I BewG). Die Bewertung für das Betriebsvermögen erfolgt mit dem Wertansatz für die Steuerbilanz (§ 109 I BewG).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Firmenwert Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/firmenwert-36857 node36857 Firmenwert node47658 Unternehmung node36857->node47658 node49005 Wert node36857->node49005 node49413 Tauschwert node47294 Unternehmungsbewertung node48398 Unternehmungswert node48398->node36857 node46163 Reproduktionswert node46163->node36857 node46163->node47294 node46163->node48398 node49167 Unterschiedsbetrag aus der ... node49167->node36857 node50153 Unternehmungsmehrwert node50153->node36857 node41942 Präferenzordnung node47545 Veräußerung node47658->node47545 node34434 Gewinnmaximierung node47658->node34434 node30819 Betrieb node47658->node30819 node41854 Nutzen node36114 Gut node49005->node49413 node49005->node41942 node49005->node41854 node49005->node36114 node48087 Unternehmen node48087->node47658 node35407 Erneuerungswert node35407->node46163
      Mindmap Firmenwert Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/firmenwert-36857 node36857 Firmenwert node47658 Unternehmung node36857->node47658 node49005 Wert node36857->node49005 node50153 Unternehmungsmehrwert node50153->node36857 node49167 Unterschiedsbetrag aus der ... node49167->node36857 node46163 Reproduktionswert node46163->node36857

      News SpringerProfessional.de

      • "Das Silicon Valley ist nicht über Nacht entstanden"

        Wenn es ein Digitalisierungs-Mekka gibt, in das deutsche Manager pilgern, ist es das Silicon Valley. Was Unternehmen von den US-Vorreitern lernen und ob sie die 180-Grad-Wende schaffen können, beantworten Sven Grote und Rüdiger Goyk im Gespräch.

      • Utility 4.0 – mehr als eine Worthülse?

        Vierpunktnull auf Teufel komm raus. Kein Themengebiet scheint heute ohne das Zahlenkürzel '4.0' auszukommen. Mit Utility 4.0 ist dieses Phänomen nun auch im Energiesektor angekommen. Zu Recht?

      • Das blaue Jobwunder der Digitalisierung

        Immer mehr Studien prognostizieren, dass die digitale Transformation insgesamt keine Arbeitsplätze kostet. Denn es entstehen auch jede Menge neue Jobs. Die erfordern jedoch andere Kompetenzen.

      • Starke Teams lassen Risiken zu

        "Werde eins mit deinem Projekt", proklamierte vor Jahren eine Baumarktkette. Ein kerniger Slogan, der seine Parallele in einer Google-Studie findet: Teammitglieder die risikobereit in ihrer Aufgabe aufgehen, arbeiten effektiver.

      • "Freibeträge in Abfindungsregelungen wieder einführen"

        Seit 1. Januar gilt die Institutsvergütungsverordnung (IVV). Mit ihr wurden in erster Linie die Anforderungen der Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA für eine solide Vergütungspolitik in deutsches Recht umgesetzt. Wie sich das auf die Personal- und Abfindungsstrategien bei den Banken auswirkt, erklärt Jurist Christoph Abeln im Interview.

      • So teuer wird der Fachkräftemangel

        Dass der Fachkräftemangel die deutsche Wirtschaft bremst, ist nicht neu. Allerdings war bislang nicht klar, wie sehr fehlendes Personal zu Buche schlägt. Einer Studie zufolge drohen bis zum Jahr 2030 wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. 

      • KMU zögern bei tiefgreifender Digitalisierung

        Der digitale Wandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben das nicht vollends erkannt, weshalb sie sich auf die Optimierung einzelner interner Prozesse versteifen.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      StB Birgitta Dennerlein
      selbständig
      Diplom-Betriebswirtin (BA), Steuerberaterin
      Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking
      Goethe-Universität Frankfurt,
      Lehrstuhl für BWL, insbes.
      Wirtschaftsprüfung
      Professor
      Prof. Dr. Peter Oser
      Ernst & Young AG
      Partner, Leiter Grundsatzabteilung Wirtschaftsprüfung, Professional Practice Director
      Prof. Dr. Norbert Pfitzer
      Ernst & Young AG
      Mitglied des Vorstands
      Prof. Dr. Klaus Henselmann
      Friedrich-Alexander-Universität,
      Erlangen Nürnberg
      Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Prüfungswesen

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Der Geschäfts- oder Firmenwert und dessen Behandlung im Konzernabschluß sind in jüngster Zeit zunehmend als Problem von Rechnungslegung, Unternehmenspolitik und Unternehmensanalyse bewußt geworden. So überraschte z.B. die Daimler-Benz AG die …
      Die Bestimmungen der IFRS zur Bilanzierung und Bewertung von Unternehmenszusammenschlüssen und damit einhergehend von Geschäfts- und Firmenwerten unterliegen seit Jahren einem starken Veränderungsprozess. Im März 2004 wurde IFRS 3 Business …

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete