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Arbeitsgemeinschaft

Definition

a) Zusammenschluss von Einzelpersonen, Gruppen oder Institutionen zum Erfahrungsaustausch, zur Interessenvertretung oder zur Behandlung im gemeinsamen Interesse liegender Fragen und Probleme. b) Arbeitsorganisation in Unternehmen und Verbänden, i.d.R. eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).  c) Baugewerbe: Vertragliche Bindung mehrerer am Bau beteiligter Handwerksmeister oder Bauunternehmer, einmalig oder auch auf gewisse Dauer zur gemeinsamen Durchführung größerer Bauvorhaben.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: a) Zusammenschluss von Einzelpersonen, Gruppen oder Institutionen zum Erfahrungsaustausch, zur Interessenvertretung oder zur Behandlung im gemeinsamen Interesse liegender Fragen und Probleme. Abgekürzt AG.

    b) Arbeitsorganisation in Unternehmen und Verbänden, i.d.R. eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Abgekürzt ARGE.

    c) Baugewerbe: Vertragliche Bindung (i.d.R. als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)) mehrerer am Bau beteiligter Handwerksmeister oder Bauunternehmer (branchengleiche, -verwandte oder -fremde), einmalig oder auch auf gewisse Dauer zur gemeinsamen Durchführung größerer Bauvorhaben (übliche Bezeichnung „ARGE”-Arbeitsgemeinschaft).

    2. Besteuerung: a) Umsatzsteuer:
    (1) Die selbstständige Arbeitsgemeinschaft, die Verträge mit den Auftraggebern abschließt, unterliegt mit der Gesamtleistung der Umsatzsteuerpflicht. Die Einzelunternehmer sind nur insoweit gesondert zur Umsatzsteuer heranzuziehen, als sie gegen Entgelt Lieferungen und (sonstige) Leistungen an die Arbeitsgemeinschaft bewirken (z.B. Vermietung von Geräten und Maschinen, Gestellung von Arbeitnehmern), die nicht nach Art und Umfang im Gesellschaftsvertrag festgelegt sind und nicht durch anteilmäßige Beteiligung am Gewinn und Verlust abgegolten werden. Gesellschaftsvertraglich bedingte Leistungen stellen nicht umsatzsteuerbare Gesellschafterbeiträge (Leistungsvereinigung zur Erbringung von Leistungen an Dritte) dar.
    (2) Nicht selbstständige Arbeitsgemeinschaften (Interessengemeinschaften) führen Einzelverträge zwischen dem Auftraggeber und mehreren beteiligten Unternehmern aus, die jeder für sich mit den eigenen Leistungen umsatzsteuerpflichtig sind.
    (3) Generalenterprise (Vertrag zwischen Auftraggeber und einem Unternehmer, der sich zur Erfüllung des von ihm übernommenen Auftrags anderer Unternehmer (Subunternehmer) bedient): Umsatzsteuerpflichtig ist der Generalunternehmer mit dem Gesamtentgelt, der einzelne Unternehmer mit dem Entgelt für die von ihm geleistete Teilarbeit.
    (4) Ein Hauptunternehmer als Vermittler schließt einen Vertrag mit dem Auftraggeber und beauftragt in dessen Namen Nebenunternehmer. Umsatzsteuerpflichtig bei Haupt- und Nebenunternehmern ist das ihnen zufließende Entgelt.

    b) Gewerbesteuer: Arbeitsgemeinschaften sind nur als gewerbesteuerpflichtige Personengesellschaften zu behandeln, wenn sie für eine gewisse Dauer bestehen (§ 2a GewStG).

    Vgl. Generalübernehmer.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Norbert Dautzenberg
      Jade Hochschule
      Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth/,
      Standort Wilhelmshaven
      Verwalter einer Professur für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre
      StB Birgitta Dennerlein
      selbständig
      Diplom-Betriebswirtin (BA), Steuerberaterin

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Herausgegeben von Frank Faulbaum, Universität Duisburg-Essen; Stefanie Kley, Universität Hamburg; Birgit Pfau-Effinger, Universität Hamburg; Jette Schröder, GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften; Jürgen Schupp, DIW Berlin; Christof …
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