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Konzern

Definition

Sind ein herrschendes und ein oder mehrere abhängige Unternehmen unter der einheitlichen Leitung des herrschenden Unternehmens zusammengefasst, so bilden sie einen Konzern. Die einzelnen Unternehmen sind Konzernunternehmen.

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Charakterisierung
    2. Rechnungslegungs-Sondervorschriften

    Charakterisierung

    1. Begriff: Sind ein herrschendes und ein oder mehrere abhängige Unternehmen unter der einheitlichen Leitung des herrschenden Unternehmens zusammengefasst, so bilden sie einen Konzern. Die einzelnen Unternehmen sind Konzernunternehmen. Liegt ein Beherrschungsvertrag oder eine Eingliederung vor, sind die Unternehmen als unter einheitlicher Leistung zusammengefasst anzusehen. Sind rechtlich selbstständige Unternehmen, ohne dass das eine Unternehmen von dem anderen abhängig ist, unter einheitlicher Leitung zusammengefasst, bilden auch sie einen Konzern (§ 18 AktG).

    Vgl. auch Konzernunternehmen, verbundene Unternehmen.

    2. Konzernarten: a) Aufgrund der im Konzern überwiegenden Bindung: Beteiligungskonzern, Vertragskonzern, Eingliederungskonzern (Eingliederung).

    b) Nach den die Konzernierung verursachenden Interessen: Finanzkonzern, Sachkonzern.

    c) Nach der Art der produktionstechnischen Zusammenfassung: Horizontalkonzern, Vertikalkonzern, diagonaler Konzern; Mischkonzern.

    d) Nach Art des Abhängigkeitsverhältnisses: Koordinationskonzern, Subordinationskonzern.

    e) Nach der internen Struktur: Einstufiger Konzern, mehrstufiger Konzern.

    3. Auswirkungen: Die Konzentration des Kapitals oder auch der Managerleistung durch Personalunion im Vorstand und in den gegenseitigen Aufsichtsräten bewirkt die Koordinierung der Gesamtfertigung sämtlicher zum Konzern gehöriger Betriebe und Unternehmungen, die ähnlich wie im Trust horizontal oder vertikal miteinander verbunden sein können.

    4. Ziel: Rationalisierung des technischen Produktionsablaufs, nicht Marktbeherrschung oder Zentralisierung der Finanzierung. Das gegenseitige Interesse an der Wirtschaftlichkeitssteigerung und Rationalisierung wird durch Gewinnpoolung oder gegenseitige Dividendenzusage gesichert.

    5. Mitbestimmung: Mitbestimmung im Konzern, Konzernbetriebsrat.

    Rechnungslegungs-Sondervorschriften

    Gelten bes. für den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und die Konzernabschlussprüfung (§§ 290–324 HGB), diese wurden insbesondere durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) verändert; weitere Vorschriften im Publizitätsgesetz vom 15.8.1969 (Rechnungslegung).

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Dr. Jörg Berwanger
      STEAG New Energies GmbH, Saarbrücken
      Commercial Project Manager
      Prof. Dr. Bernhard Pellens
      Univ. Bochum,
      Lehrstuhl für Internationale Unternehmensrechnung,
      FB Wirtschaftswissenschaft
      Lehrstuhlinhaber
      Dipl. Ök. Torben Rüthers
      Univ. Bochum,
      Lehrstuhl für Internationale Unternehmensrechnung,
      FB Wirtschaftswissenschaft
      wissenschaftlicher Mitarbeiter
      Prof. Dr. Thorsten Sellhorn
      WHU – Otto Beisheim School of Management,
      Lehrstuhl für Externes Rechnungswesen
      Lehrstuhlinhaber

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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