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In-vitro-Fleisch

Definition

In-vitro-Fleisch ist Fleisch, das synthetisch hergestellt wird. Es braucht also keine Tötung und Schlachtung des Tiers – das Fleisch wird nicht aus diesem herausgeschnitten oder anderweitig aus ihm gewonnen, sondern wächst "im Glas" (lat. "in vitro"), etwa in Laborflaschen und Bioreaktoren. Man spricht auch von kultiviertem Fleisch oder Laborfleisch. Es handelt sich im Wesentlichen um Muskelgewebe, bestehend aus Muskelzellen. Vorgängig entfallen die Jagd sowie die Tierhaltung, einschließlich der Massentierhaltung, zum Zwecke der Fleischproduktion.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Allgemein
    2. Merkmale und Entwicklung
    3. Kritik und Ausblick

    Allgemein

    In-vitro-Fleisch ist Fleisch, das synthetisch hergestellt wird. Es braucht also keine Tötung und Schlachtung des Tiers – das Fleisch wird nicht aus diesem herausgeschnitten oder aus ihm anderweitig gewonnen, sondern wächst "im Glas" (lat. "in vitro"), etwa in Laborflaschen und Bioreaktoren. Man spricht auch von kultiviertem Fleisch oder Laborfleisch. Es handelt sich im Wesentlichen um Muskelgewebe, bestehend aus Muskelzellen. Vorgängig entfallen die Jagd sowie die Tierhaltung, einschließlich der Massentierhaltung, zum Zwecke der Fleischproduktion.

    Merkmale und Entwicklung

    In-vitro-Fleisch kommt in einer bestimmten Züchtung und Zubereitung konventionellem Hackfleisch in Konsistenz und Geschmack nahe. Deshalb gelten Buletten und Burger als mögliche Nahrungsmittel für Test und Einführung. Die Herstellung von Steaks, Braten etc. ist komplex, und man benötigt dafür dreidimensionale Haltestrukturen. Die Forscher und Firmen sind bemüht, die Verbraucher für sich zu gewinnen, und beispielsweise vorsichtig in Bezug auf den Einsatz von Gentechnik. Konzerne investieren in die synthetische Fleischproduktion, Fortschritte sind zu erwarten, etwa durch die Verwendung von Fettgewebe aus Stammzellen.

    Kritik und Ausblick

    Aus Sicht der Tierethik kann In-vitro-Fleisch das Problem des Leidens von gejagten und gehaltenen Lebewesen lösen. Zudem müsste niemand mehr töten (lassen), um essen zu können, sodass nicht mehr gegen den Lebenswillen der Tiere gehandelt würde. Die Wirtschaftsethik kann In-vitro-Fleisch vor dem Hintergrund der Massentierhaltung und der Viehtransporte thematisieren. Für Vegetarier, die sich vor Fleisch ekeln, ist das synthetische Fleisch keine Lösung, wohl aber für Personen, die aus ethischen, ökonomischen und ökologischen Gründen kein oder weniger Fleisch essen wollen. Angemerkt werden kann, dass die Ökobilanz bei vegetarischer und veganer Lebensweise besser ausfällt und sich durch die Ernährung mit In-vitro-Fleisch die Gewöhnung an Fleisch nicht ändert (und es unwahrscheinlich ist, dass es dieses zeitnah vollständig ersetzt).

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      Prof. Dr. Oliver Bendel
      Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Hochschule für Wirtschaft, Institut für Wirtschaftsinformatik
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