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Massentierhaltung

Definition

Massentierhaltung, auch intensive Tierhaltung oder Intensivtierhaltung genannt, ist die massenhafte Haltung von Tieren unter beengenden, belastenden und meist nicht artgerechten Umständen. Ursprünglich zielte der Begriff, der ab 1970 von Bernhard Grzimek verwendet wurde, auf die Käfighaltung von Legehennen; heute sind beispielsweise Schweine- und Rinderzucht mit gemeint, insgesamt Formen der nichtextensiven Tierhaltung, die in den 1920er-Jahren begannen. Sinn und Zweck ist u.a. die industrielle Fleisch-, Leder- und Fellproduktion. Auch bei Fischen kann man bei entsprechender Betriebsgröße von Massentierhaltung sprechen.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Allgemein
    2. Haltungen und Einschätzungen
    3. Kritik und Ausblick

    Allgemein

    Massentierhaltung, auch intensive Tierhaltung oder Intensivtierhaltung genannt, ist die massenhafte Haltung von Tieren unter beengenden, belastenden und meist nicht artgerechten Umständen. Ursprünglich zielte der Begriff, der ab 1970 von Bernhard Grzimek verwendet wurde, auf die Käfighaltung von Legehennen; heute sind beispielsweise Schweine- und Rinderzucht mit gemeint, insgesamt Formen der nichtextensiven Tierhaltung, die in den 1920er-Jahren begannen. Sinn und Zweck ist u.a. die industrielle Fleisch-, Leder- und Fellproduktion. Auch bei Fischen kann man bei entsprechender Betriebsgröße von Massentierhaltung sprechen.

    Haltungen und Einschätzungen

    Konsumenten lehnen Massentierhaltung oft ab, fördern sie aber meist durch ihr Einkaufs- und Essverhalten. Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft setzt in einem Gutachten den Begriff in Anführungszeichen, hält ihn bei der Bevölkerung für negativ besetzt und behauptet, die Betriebsgröße sei nicht das Hauptproblem. Er (wie ein Großteil der einschlägigen Wissenschaftler) bevorzugt den Begriff der intensiven Tierhaltung, der wiederum als positiv besetzt angesehen werden kann, was angesichts des Leidens der Tiere, der Ausbreitung von Krankheiten und der Umweltschädlichkeit ideologisch anmuten mag.

    Kritik und Ausblick

    Die Tierethik begründet die Rechte der Tiere und die Pflichten der Menschen, darunter Hersteller, Händler und Kunden. Die Konsumentenethik thematisiert die Widersprüchlichkeit im Denken und Handeln der Verbraucher beim Fleischkonsum. In der übergeordneten Wirtschaftsethik wird die industrielle Fleischproduktion diskutiert. In der Umweltethik geht es um die Nutzung und Belastung der Umwelt durch Massentierhaltungsbetriebe. Extensive Tierhaltung hat Vorteile gegenüber der intensiven, etwa hinsichtlich des Leidens, beinhaltet bei der Fleischproduktion jedoch ebenso die Tötung des Tiers. In-vitro-Fleisch kann als ein Ausweg aus der Misere angesehen werden, ebenso eine vegetarische oder vegane Lebensweise, die von der Mehrheit der Bevölkerung in Europa freilich abgelehnt wird. Grundsätzlich können Technologien, entstanden aus Forschung im Bereich der Tier-Maschine-Interaktion, und Ansätze wie Animal Enhancement zur Linderung (wie zur Steigerung) des Leidens beitragen.

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      Prof. Dr. Oliver Bendel
      Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Hochschule für Wirtschaft, Institut für Wirtschaftsinformatik
      Professor für Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsethik, Informationsethik und Maschinenethik

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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