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Aufsichtsratssystem

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Charakterisierung: Spezielle Organisationsverfassung der Unternehmensführung. Das Aufsichtsratssystem trennt Geschäftsführung und Kontrolle (Trennungsmodell); klassisch in der dt. Aktiengesellschaft (AG) geregelt mit den Organen Vorstand (Geschäftsführung und Entwicklung der langfristigen Unternehmenspolitik) und Aufsichtsrat (Überwachung und Mitwirkung an herausgehobenen unternehmenspolitischen Entscheidungen bzw. zustimmungspflichtigen Geschäften).

    Gegensatz: Board System.

    2. Probleme: Verselbstständigung des Vorstandes; Managerherrschaft. Nach den Ergebnissen von empirischen Untersuchungen sind in der Unternehmenswirklichkeit effektive Einwirkungsmöglichkeiten des Aufsichtsrats auf die Unternehmenspolitik oft nicht festzustellen; über die Personalhoheit (Bestellungs- und Abberufungsrecht des Vorstandes) hinaus reichende Befugnisse liegen danach nicht vor. Grundsätzlich zu bedenken ist, dass der Aufsichtsrat, ebenso wie der Vorstand, auch "nur" ein Agent der Aktionäre ist. Aktionäre müssen daher schauen, dass bestehende Abhängigkeiten möglichst auch dem Aufsichtsrat gegenüber im Zaum gehalten werden, vgl. Agency-Theorie, Agency-Problem, asymmetrische Information. Mit ein Grund dafür kann auch die personelle Verflechtung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat sein: Herkömmliche Praxis war, dass ehemalige Vorstandsvorsitzende im direkten Anschluss nach Beendigung dieses Amtes den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen. Immerhin sah man sich bei der Lobby bemüßigt, gewisse Regulierungen vorzusehen, so regelt Ziff. 5.4.4 des DCGK eine zweijährige Zwangspause. Die kann freilich durch ein Aktionärsquorum von mehr als 25 Prozent der Stimmrechte vermieden werden.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Dr. Jörg Berwanger
      STEAG New Energies GmbH, Saarbrücken
      Commercial Project Manager

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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