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internationale Kapitalstruktur

Definition

Die Kapitalstruktur von Unternehmen unterliegt als Folge der Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit gleichfalls einem Internationalisierungsprozess, welcher dadurch charakterisiert werden kann, dass die finanziellen Ressourcen eines Unternehmens nicht mehr ausschließlich oder überwiegend nur von heimischen Kapitalgebern in Inlandswährung, sondern in gewissem Umfang von ausländischen Kapitalgebern bereitgestellt werden und/oder mit Zahlungsströmen, die in Auslandswährung denominiert sind, verbunden sind.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Die Kapitalstruktur von Unternehmen unterliegt als Folge der Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit gleichfalls einem Internationalisierungsprozess, welcher dadurch charakterisiert werden kann, dass die finanziellen Ressourcen eines Unternehmens nicht mehr ausschließlich oder überwiegend nur von heimischen Kapitalgebern in Inlandswährung, sondern in gewissem Umfang von ausländischen Kapitalgebern bereitgestellt werden und/oder mit Zahlungsströmen, die in Auslandswährung denominiert sind, verbunden sind. Für die Beurteilung des Ausmaßes der Internationalität der Kapitalstruktur sind folglich bes. zwei Aspekte der Kapitalbeschaffung von Relevanz. Zum einen ist die geografisch-kulturelle Zuordnung der Kapitalgeber zu berücksichtigen. Eine internationale Kapitalstruktur zeichnet sich dadurch aus, dass die Kapitalgeber aus unterschiedlichen Ländern stammen. Mit zunehmender kultureller Distanz zwischen den Kapitalgebern und dem Heimatland des Unternehmens nimmt dabei tendenziell die Internationalität der Kapitalstruktur zu. Zum Zweiten bedarf es einer Identifikation der Währung(en), in welcher (in welchen) die im Rahmen des Kapitalüberlassungsvertrags vereinbarten Zahlungsströme denominiert sind. Der Internationalisierungsgrad einer Kapitalstruktur steigt demzufolge tendenziell mit Abschluss von Kapitalüberlassungsverträgen, innerhalb derer Zahlungsströme vereinbart sind, die in fremder Währung denominiert sind. Die Fremdkapitalstruktur großer Unternehmen weist typischerweise einen relativ hohen Grad an Internationalisierung auf, der durch die Aufnahme von Kapitalressourcen, z.B. am Euro-Geldmarkt etwa über die Emission von Euro-Notes oder Euro Commercial Papers (ECP) und am Euro-Kapitalmarkt über die Ausgabe von Euro-Bonds, resultiert (Euromärkte). Doch auch die Internationalisierung des Eigenkapitals dieser Unternehmen wird zunehmend forciert. Internationale Börsenlistings sind eine Möglichkeit zur Internationalisierung des Eigenkapitals; als wichtigstes Hemmnis gegen Börsennotierungen im Ausland gelten die Offenlegungsanforderungen ausländischer Börsenaufsichtsbehörden. Die Heterogenität der Rechnungslegung bewirkt so eine (partielle) Segmentierung der nationalen Kapitalmärkte, welche die optimale Allokation von Kapital beeinträchtigt.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Johann Engelhard
      Universität Bamberg,
      Lehrstuhl für BWL, insb.
      Internationales Management
      Lehrstuhlinhaber

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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