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lineare Aktivitätsanalyse

Definition

Ansatz der Produktionstheorie, der zu ertragsgesetzlichen Verläufen führt.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Ansatz der Produktionstheorie, der zu ertragsgesetzlichen Verläufen führt.

    2. Merkmale: Grundlage der linearen Aktivitätsanalyse sind die linear-limitationalen Faktoreinsatzmengenverhältnisse der Leontief-Produktionsfunktion.

    3. Abgrenzung: Im Unterschied zu anderen ertragsgesetzlichen Produktionsfunktionen (klassische und neoklassische Produktionsfunktion) basiert die lineare Aktivitätsanalyse auf technischen Zusammenhängen.

    4. Ziele: Die lineare Aktivitätsanalyse leitet ihre produktionstheoretischen Aussagen ausgehend von wenigen Grundannahmen und Postulaten her.

    5. Entwicklung: Die lineare Aktivitätsanalyse wurde in den 1950er Jahren für mikroökonomische Betrachtungen durch T.C. Koopmans (1910-1985) begründet und in den 1960er Jahren auf betriebswirtschaftliche Zusammenhänge insbesondere durch W. Wittmann (1925-1988) übertragen.

    6. Axiome:
    (1) Die Technologiemenge ist abgeschlossen.
    (2) Die „Nullaktivität” (keine Produktion) ist Element der Technologiemenge.
    (3) Unmöglichkeit des Schlaraffenlands: Es ist keine positive Ausbringungsmenge möglich, ohne Produktionsfaktoren einzusetzen.
    (4) Irreversibilität: technische Aktivitäten sind nicht umkehrbar.

    7. Eigenschaften: a) Proportionalität: Durch Multiplikation einer Basisaktivität mit einem Faktor lassen sich alle Aktivitäten auf dem zugehörigen (linearen) Produktionsprozess erreichen.

    b) Additivität: Zwei technisch mögliche Aktivitäten lassen sich auch gemeinsam durchführen.

    c) Free Disposal: Es ist technisch möglich, sich unerwünschter Einsatzfaktoren oder Produkte zu entledigen.

    Durch Ausnutzung von Proportionalität und Additivität ergeben sich gemischte Prozesse bzw. Prozesskombinationen. Trotz linear-limitationaler Faktoreinsatzmengenverhältnisse auf dem einzelnen Prozessstrahl ist es daher in der Technologiemenge insgesamt möglich, Einsatzfaktoren gegeneinander zu substituieren, d.h. an die Stelle der Faktorsubstitution tritt die Prozesssubstitution.

    8. Auswirkungen: Die durch diese Eigenschaften beschriebene konvexe Technologiemenge hat die Form eines Kegels mit der Spitze im Ursprung des Güterraums (Kegeltechnologie).

    9. Ergebnisse: Durch parametrische Variation einzelner Restriktionen in einer als lineares Programm dargestellten linearen Technologie lassen sich ertragsgesetzliche Verläufe (Produktionsfunktion, Isoquante, Transformationskurve) herleiten. Diese bestätigen sich auch bei der Einbeziehung von Umweltwirkungen bzw. -gütern.

    10. Beurteilung: Die lineare Aktivitätsanalyse hat sich als tragfähiges Konzept erwiesen, um aus wenigen Annahmen mit einfachen Hilfsmitteln umfassende produktionstheoretische Aussagen herzuleiten. Eine Erweiterung um fast alle betriebswirtschaftlich relevanten Sachverhalte (z.B. Absatzgrenzen, Finanzierungsentscheidungen, Auflagen) ist leicht möglich, sodass sie einen weiten Geltungsbereich aufweist.

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