Direkt zum Inhalt

Produktionstypen

Definition

Erscheinungsformen der industriellen Produktion.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Bedeutung
    2. Elementartypen
    3. Kombinationstypen

    Bedeutung

    1. Begriff: Die Bildung von Produktionstypen ist eine wissenschaftliche Methode zur Ableitung einer zweckorientierten Ordnung der unterschiedlichen Erscheinungsformen der industriellen Produktion. Diese Ordnung wird durch Heranziehen eines oder mehrerer Merkmale gebildet, die zur Charakterisierung realer industrieller Produktionsprozesse geeignet sein müssen.

    2. Zweck: Produktionstypen sollen die Aufstellung von aussagefähigen Erklärungs-, Prognose- und Entscheidungsmodellen sowie die Auswahl von Planungs-, Steuerungs- und Kontrollverfahren erleichtern.

    Elementartypen

    Die Auswahl von Merkmalen zur Bildung von Elementartypen wird absatz-, prozess- und beschaffungsorientiert vorgenommen.

    1. Absatz- und produktbezogene Typen: Nach der Zahl der angebotenen und produzierten Produkte unterscheidet man Einproduktproduktion und Mehrproduktproduktion. Im Hinblick auf die Käufer wird die unmittelbar kundenorientierte Produktion und die mittelbar kundenorientierte Produktion unterschieden.

    2. Prozessbezogene Typen: Die folgenden Typen basieren auf Merkmalen im Hinblick auf den Produktionsprozess.

    a) Das Merkmal der Prozessuntergliederung unterscheidet die einstufige Produktion von der mehrstufigen Produktion.

    b) Im Hinblick auf die Prozesswiederholung unterscheidet man die Einzelproduktion, die Serienproduktion und Sortenproduktion sowie die Massenproduktion.

    c) Nach der Anordnung der Arbeitssysteme im Produktionsbereich werden Werkstattproduktion, Fließproduktion und Zentrenproduktion unterschieden.

    d) Bez. der zeitlichen Abstimmung können die zeitlich global abgestimmte Produktion und die zeitlich fein abgestimmte Produktion und ggf. die Taktproduktion (bei Fließproduktion) abgegrenzt werden.

    e) Das Merkmal der zeitlichen Zuordnung der Produkte zu den Aktionsträgern unterscheidet die Parallelproduktion und die Wechselproduktion.

    f) In Bezug auf die Kontinuität des Materialflusses kann zwischen diskontinuierlicher Produktion (Chargenproduktion) und kontinuierlicher Produktion unterschieden werden.

    g) Der Grad der technologischen Verbundenheit der Produkte bei der Produktion grenzt die technologisch unverbundene Produktion von der technologisch verbundenen Produktion (Kuppelproduktion) ab.

    h) Ein weiteres Merkmal ist der Mechanisierungsgrad, wodurch sich manuelle Produktion, maschinelle Produktion, teilautomatisierte Produktion und vollautomatisierte Produktion unterscheiden.

    i) Nach der prozessbedingten Stoffveränderung können die analytische Produktion und synthetische Produktion, die analytisch-synthetische Produktion und die stoffneutrale Produktion abgegrenzt werden.

    j) Im Hinblick auf die naturgegebenen Grundlagen der Prozesstechnologie unterscheidet man biologische, chemische, physikalische und kernphysikalische Produktion.

    k) Ein letztes prozessbezogenes Merkmal ist die Beherrschbarkeit der Produktion. Ein Beispiel für technologisch-ablaufbedingte begrenzte Einflussnahme ist die Herstellung von Mikroprozessoren (Chips).

    3. Beschaffungs- und faktorbezogene Typen: a) Produktionsprozesse können nach der Ortsgebundenheit der verschiedenen Produktionsfaktoren unterschieden werden: Bei der anlagengebundenen Produktion sind die Arbeitssysteme ortsgebunden und bei der Abbauproduktion die Rohstoffe. Ortsungebundene Produktionsfaktoren sind bei der Baustellenproduktion notwendig, bei der i.d.R. die Produkte ortsgebunden sind.

    b) Im Hinblick auf das wirtschaftliche Gewicht der Produktionsfaktoren unterscheidet man arbeitsintensive, materialintensive und betriebsmittelintensive Produktion. Hierbei können die relevanten Faktorkosten in Relation zu den Gesamtkosten als Indikator fungieren.

    c) Ein letztes Merkmal ist die Beschaffbarkeit der Erzeugniseinsatzstoffe. Dieses Merkmal bezieht sich auf die Konstanz der Qualität der Erzeugniseinsatzstoffe. Ist die Produktion einsatzstoffbedingt nicht wiederholbar, so wird sie als Partieproduktion bezeichnet.

    Kombinationstypen

    In Abhängigkeit vom jeweiligen Untersuchungszweck lassen sich mithilfe ausgewählter Elementartypen Kombinationstypen bilden. Hierbei ist es zweckmäßig, von stark korrelierenden Merkmalsbündeln auszugehen und je nach Aufgabenstellung und betrachteten Produktionsgegebenheiten weitere schwach oder nicht korrelierende Merkmale heranzuziehen. Die Profildarstellung von Kombinationstypen (vgl. Abbildung „Produktionstypen - Kombinationstypen-Profildarstellung”) macht dies deutlich.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Produktionstypen Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/produktionstypen-45375 node45375 Produktionstypen node50862 vollautomatisierte Produktion node45375->node50862 node29101 analytische Produktion node45375->node29101 node42040 Produktion node45375->node42040 node44762 Partieproduktion node45375->node44762 node47558 teilautomatisierte Produktion node50862->node47558 node38982 maschinelle Produktion node50862->node38982 node40416 manuelle Produktion node50862->node40416 node29151 analytisch-synthetische Produktion node29151->node45375 node47213 synthetische Produktion node47213->node45375 node47213->node29151 node42127 stoffneutrale Produktion node47213->node42127 node29101->node29151 node29101->node47213 node29101->node42127 node47558->node45375 node38982->node45375 node40416->node45375 node40747 Losgröße node28834 diskontinuierliche Produktion node28834->node45375 node44762->node40747 node44762->node28834 node50491 wirtschaftliche Kapazität node50491->node42040 node51152 Umweltwirkungen der Produktion node51152->node42040 node48317 Verbrauchsfaktoren node48317->node42040 node54555 Roboterphilosophie node54555->node42040 node42127->node45375
      Mindmap Produktionstypen Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/produktionstypen-45375 node45375 Produktionstypen node42040 Produktion node45375->node42040 node44762 Partieproduktion node45375->node44762 node50862 vollautomatisierte Produktion node45375->node50862 node29101 analytische Produktion node45375->node29101 node47213 synthetische Produktion node45375->node47213

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt
      Univ. Erlangen-Nürnberg,
      Fachbereich Wirtschaftswissenschaften,
      Lehrstuhl für Industriebetriebslehre
      Ordentlicher Professor
      Prof. Dr. Marion Steven
      Ruhr-Universität Bochum,
      Lehrstuhl für Produktionswirtschaft,
      Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
      Lehrstuhlinhaberin

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Die einzelnen Funktionen von CAx-Systemen sind nur dann sinnvoll zu nutzen, wenn diese zweckmäßig miteinander arbeiten können und ein Datenaustausch zwischen ihnen stattfinden kann. Daher beschreibt dieses Kapitel die übergreifende …
      Kap. 2 bietet eine Übersicht zu den Produktionsfaktoren Mensch, Betriebsmittel, Material und Information. Der Abschnitt Produktionsfaktor Mensch zeigt u. a. Maßnahmen zur Erhöhung der menschlichen Arbeitsleistung durch eine entsprechende …
      Entsprechend der Gliederung der Unternehmenslogistik nach den Phasen des Güterflusses ist die Produktionslogistik zwischen der Beschaffungs- und der Distributionslogistik angeordnet und verbindet diese miteinander. Die Produktionslogistik umfasst …

      Sachgebiete

      Interne Verweise