Direkt zum Inhalt

Popitzsches Gesetz

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Vom Finanzwissenschaftler und -politiker J. Popitz 1926/1927 aufgestellte These der „Anziehungskraft des Zentralen Haushalts”, die dazu führe, dass sich im Zeitablauf immer mehr Zuständigkeiten von den Gliedstaaten, sekundär auch von den Gemeinden, auf den Zentralstaat verlagerten.

    2. Gründe:
    (1) geringere Elastizität der Einnahmen der Gliedstaaten, die den Zentralstaat zu finanziellen Unterstützungszahlungen zwinge, ihm damit zugleich aber auch die Übernahme von Zuständigkeiten ermögliche;
    (2) Inhomogenität der Gliedstaaten in Größe und Finanzkraft, die diesen Zusammenhang noch verstärke;
    (3) der nur dem Zentralstaat offen stehende Zugriff auf die Notenbank;
    (4) politische Präponderanz, die die Kompetenzen des Zentralstaats stärke;
    (5) die im Zuge der Entwicklung zum Wohlfahrtsstaat auftretende Umwandlung von zunächst örtlich gelösten Aufgaben in „gesetzlich geregeltes Versorgungsrecht” (Wagnersches Gesetz).

    3. Beurteilung: Der behauptete Zusammenhang ist z.T. aus den politischen Besonderheiten der Weimarer Zeit abgeleitet, „Gesetzescharakter” kann er nicht beanspruchen, wenngleich viele der von Popitz behaupteten Zusammenhänge hohe Plausibilität besitzen und auch heute noch gelten dürften. Methodisch lässt sich eine Zentralisierung der Aufgabenzuständigkeiten nur schwer nachweisen. In der Bundesrepublik Deutschland ist sie - (verkürzt) gemessen an den Ausgabenanteilen der Ebenen - nicht feststellbar; sie bestätigt sich hingegen bez. der Verteilung der Gesetzgebungskompetenz.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Popitzsches Gesetz Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/popitzsches-gesetz-43654 node43654 Popitzsches Gesetz node49680 Wagnersches Gesetz node43654->node49680 node33145 Gesetzgebungskompetenz node43654->node33145 node48430 Wagner node49680->node48430 node39134 Niveauverschiebungseffekt node49680->node39134 node43336 ökonomische Theorie der ... node49680->node43336 node27595 ausschließliche Gesetzgebungskompetenz des ... node33145->node27595 node35113 Finanzhoheit node35113->node33145 node45159 Politikverflechtung node45159->node33145
      Mindmap Popitzsches Gesetz Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/popitzsches-gesetz-43654 node43654 Popitzsches Gesetz node49680 Wagnersches Gesetz node43654->node49680 node33145 Gesetzgebungskompetenz node43654->node33145

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Wolfgang Eggert
      Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
      Lehrstuhlinhaber des Instituts für Wirtschaftstheorie und Finanzwissenschaft
      Steffen Minter
      Institut für Wirtschaftstheorie und
      Finanzwissenschaften, Albert-Ludwigs-Universität
      Wissenschaftlicher Mitarbeiter

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Die heute gültigen Regelungen des Finanzausgleichs sind bis 2019 befristet. Der Beitrag beinhaltet Darstellung und Kritik des gegenwärtigen Finanzausgleichssystems sowie eine Übersicht über aktuelle Reformvorschläge aus dem wissenschaftlichen und …
      Welche Ideen von Wirtschaftsordnungen lassen sich unterscheiden? Welche Rolle fällt dem Staat zu?

      Sachgebiete