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Marktversagen

Definition

Abweichungen des Ergebnisses marktmäßiger Koordination von der volkswirtschaftlich optimalen Allokation von Gütern und Ressourcen im Modell der vollkommenen Konkurrenz. Die Abweichungen zeigen einen potenziellen wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf an.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Abweichungen des Ergebnisses marktmäßiger Koordination von der volkswirtschaftlich optimalen Allokation von Gütern und Ressourcen im Modell der vollkommenen Konkurrenz. Die Abweichungen zeigen einen potenziellen wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf an.

    2. Ursachen:
    (1) Abweichungen der tatsächlichen von den in der Wirtschaftsökonomik unterstellten Bedingungen (Substitutionshemmnisse);
    (2) mangelnde Marktfähigkeit von Gütern (öffentliche Güter, externe Effekte, meritorische Güter, Verfügungsrechte;
    (3) wettbewerbsbeschränkende Strategien auf einem Markt oder wettbewerbsbeschränkendes Verhalten von Marktteilnehmern;
    (4) Marktform des Monopols oder monopolähnlicher Strukturen;
    (5) Makroökonomische Probleme der Instabilität (Konjunktur-, Wachstums- und Strukturprobleme);
    (6) Marktablehnung bei verteilungs- und sozialpolitischen Schwierigkeiten;
    (7) Staatsversagen.

    3. Problem der Wahl des Referenzmodells: Als Referenzmodell wird i.d.R. das Modell der vollkommenen Konkurrenz verwendet (Pareto-Optimum).

    Kritikpunkte der Eignung dieses Modells für die Ableitung wirtschaftspolitischen Handlungsbedarfs:
    (1) Realitätsferne der Modellannahmen (Nirwana-Vorwurf);
    (2) Vernachlässigung dynamisch evolutorischer Funktionen von Marktprozessen im Modell (Wettbewerbsfunktionen, evolutorische Wirtschaft);
    (3) Vernachlässigung weiterer wirtschaftspolitischer Ziele neben dem Allokationsziel.

    Alternative Ansätze gehen von einer Vorstellung des funktionsfähigen Wettbewerbs bzw. workable competition (z.B. Chicago School) aus. Unvollkommenheiten, wie z.B. unvollständige Informationen oder verzögerte Anpassungen, sind Vorausstzungen für den dynamischen Wettbewerbsprozess.

    4. Marktversagen und rationale Wirtschaftspolitik: Ob die Wirtschaftspolitik tätig werden sollte, ist abhängig von:
    (1) Korrekturmöglichkeiten wirtschaftspolitischer Handlungsträger (gesamtwirtschaftliche Planung),
    (2) direkten Kosten wirtschaftspolitischer Maßnahmen,
    (3) Auswirkungen der Maßnahmen auf andere wirtschaftspolitische Ziele.

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