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Umweltökonomik

Definition

Beschäftigt sich mit der Interpretation des Umweltproblems und der Analyse von Lösungsstrategien aus ökonomischer Sicht.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Unter ökonomischen Gesichtspunkten handelt es sich beim Umweltproblem primär um ein Problem externer Effekte, das zu einem Marktversagen führt. Da sich für Umweltschadstoffe wegen fehlender privater Eigentumsrechte keine Marktpreise bilden, verursachen die Emittenten von Schadstoffen bei Dritten (Opportunitäts-)Kosten, ohne diese in ihrem Optimierungskalkül über das Ausmaß und die Qualität ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten zu berücksichtigen. Dadurch kommt es zu einer Fehlallokation der Ressourcen. Das Problem externer Effekte lässt sich ökonomisch gut als ein Problem ineffizienter Nash-Gleichgewichte interpretieren, weil es trotz Rationalverhalten aller Beteiligten zu Ergebnissen kommt, die gemessen an den Präferenzen der Beteiligten suboptimal sind. Eine pareto-effiziente Internalisierung externer Effekte setzt voraus, dass die mit Umweltschäden verbundenen Opportunitätskosten richtig erfasst werden können. Obwohl dies in der Praxis niemals vollständig möglich ist, ist die möglichst genaue Bewertung eine wichtige Aufgabe, da auch im Umweltschutz knappe Ressourcen auf unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten aufgeteilt werden (Kosten-Nutzen-Analyse). Dabei stellt sich erstens das Problem der naturwissenschaftlichen Beurteilung der Konsequenzen von Emissionen (z.B. Treibhauseffekt) und zweitens die Aufgabe der Monetarisierung, um verschiedene Schäden vergleichbar zu machen. Zur Monetarisierung müssen die Präferenzen der Betroffenen erfasst werden, wobei sich praktische und theoretische Schwierigkeiten stellen. Praktisch bestehen die Probleme in der Unkenntnis der Beteiligten über ökologische Zusammenhänge und der Berücksichtigung der Präferenzen zukünftiger Generationen. Theoretisch besteht eine Schwierigkeit darin, dass die Beteiligten keinen Anreiz haben, ihre Zahlungsbereitschaften wahrheitsgemäß zu offenbaren. In der Spieltheorie wurden Mechanismen entwickelt, nach denen das wahrheitsgemäße Offenbaren der eigenen Präferenzen eine schwach dominante Strategie ist (Groves-Mechanismus).

    Ein zunehmend wichtiges Teilgebiet der Umweltökonomik ist die Untersuchung internationaler Aspekte der Umweltproblematik. Dabei kann zwischen dem Problem grenzüberschreitender und globaler Schadstoffe einerseits und dem Problem der strategischen Umweltpolitik andererseits unterschieden werden. Bei grenzüberschreitenden und globalen Schadstoffen kommt es ohne internationale Koordination zu überhöhten Umweltschäden, weil jedes Land im Nash-Gleichgewicht nur die im Inland anfallenden Schäden berücksichtigt. Unter strategischer Umweltpolitik versteht man, dass auf international unvollständigen Märkten durch Ökodumping versucht wird, Renten ins Inland umzulenken. Allerdings zeigt die genauere spieltheoretische Analyse, dass es bei unvollständiger Konkurrenz auf internationalen Märkten im Gleichgewicht auch zu überhöhten Umweltstandards kommen kann.

    Ein zentrales Teilgebiet der Umweltökonomik ist die Analyse umweltpolitischer Instrumente (Umweltpolitik).

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