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Transaktionsbank

Definition

Finanzinstitut, das bankbetriebliche Geschäftsvorfälle für Dritte, i.d.R. die Abwicklung von Zahlungsverkehrs-, Kreditkarten-, Wertpapier- oder Kredit-/ Darlehenstransaktionen verarbeitet.

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Finanzinstitut, das bankbetriebliche Geschäftsvorfälle für Dritte, i.d.R. die Abwicklung von Zahlungsverkehrs-, Kreditkarten-, Wertpapier- oder Kredit-/ Darlehenstransaktionen verarbeitet (sog. "white labeling"). In der engen Begriffsfassung unterstützen Transaktionsbanken den Geschäftsprozess vollständig mit Ausnahme von Beratung und Vertrieb für den Endkunden sowie von Aktivitäten, die das Eingehen eigener Handelspositionen notwendig machen würden. Damit erbringt eine Transaktionsbank die Leistungen des Wertschöpfungsprozesses, die auf die Vertriebsleistungen folgen, wiederholt anfallen und als industrieller Fertigungsprozess organisierbar sind. In der erweiterten Begriffsfassung umfassen die angebotenen Abwicklungsleistungen über reine Back-Office-Funktionen hinaus auch Front-Office-Funktionalitäten oder Clearing-Funktionen (Clearing).

    2. Entstehung: Die Entstehung von Transaktionsbanken ist mit den Marktcharakteristika im Transaktionsbanking-Umfeld eng verbunden. Dieses Umfeld ist durch fünf Charakteristika geprägt:
    (1) Kapitalintensität aufgrund hoher Investitionen und Kapitalbindung in IT-Systeme und deren Weiterentwicklung,
    (2) Arbeitsintensität aufgrund einer nach wie vor verbesserungsfähigen Prozessintegration in den Arbeitsabläufen,
    (3) Wissensintensität aufgrund fachlicher und technischer Anforderungen an die Mitarbeiterschaft,
    (4) Risikokomplexität aufgrund z.T. hoher inhärenter operativer Risiken sowie
    (5) Druck zur Erzielung von Skalenerträgen und Stückkostendegression. Das Management und die Beherrschbarkeit der Branchencharakteristika sind die wesentlichen Motive für Auslagerungsüberlegungen der Finanzindustrie. Konsolidierung, Risikoteilung und Kostenmanagement werden als die wesentlichen Treiber für die Entstehung von Transaktionsbanken genannt.

    3. Entwicklung: Der Zahlungsverkehrsmarkt als Markt mit dem höchsten Produkt- und Standardisierungsgrad ist im Sinne eines Transaktionsbanken-Marktes am weitesten entwickelt, gefolgt vom Wertpapierabwicklungsmarkt und mit einem weiteren Abstand auch vom Kreditabwicklungsmarkt. Doch die Veränderungsgeschwindigkeit ist i.d.R. überschaubar: Vorbehalte bei den Entscheidern in den auslagernden Finanzinstituten hemmen die weitere Entwicklung. Die einzelwirtschaftlichen Vorbehalte beziehen sich auf den Verlust von Prozessbeherrschbarkeit und strategischer Kompetenz, die Bewältigung hoher Migrationskomplexitäten, aber auch auf vermutete Qualitätsdefizite bei den Transaktionsbanking-Anbietern sowie unterschätzte Produkt- bzw. Länderspezifika.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Jochen Metzger
      Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
      Bundesbankdirektor, Leiter des Zentralbereichs Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Nachdem die Gespräche der Kreditinstitute über eine gemeinsame Transaktionsbank ins Stocken geraten oder sogar gescheitert sind, scheint nun doch eine Lösung gefunden worden zu sein. …

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