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Untreue

Definition

Wichtige Strafvorschrift (§ 266 StGB), die v.a. bei der Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität (gerade auch wenn Manager die Täter sind) eine bes. praktische Rolle spielt. Die Grenzen beider Untreuetatbestände, des Mißbrauchs- und des Treubruchstatbestands, sind fließend und mitunter im Einzelfall schwer zu definieren. Dazu kommt die Vagheit des Treubruchtatbestands, weshalb die Vorschrift mangels ausreichender Bestimmtheit ( Art. 103 Abs.2 GG) verschiedentlich auch für verfassungsrechtlich bedenklich angesehen wird.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Allgemein: strafrechtliches Vergehen (§ 266 StGB). Untreue begeht, wer vorsätzlich die ihm durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, missbraucht (Missbrauch) oder die ihm kraft Gesetzes, behördlichen Auftrags, Rechtsgeschäfts oder eines Treueverhältnisses obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen, verletzt (Treuebruch) und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu betreuen hat, Nachteile zufügt. Untreue können danach begehen kraft Gesetzes, z.B. der Vater bei Verfügung über das Vermögen des Kindes, kraft behördlichen Auftrags, z.B. der Vormund, der Betreuer, der Insolvenzverwalter oder kraft Rechtsgeschäfts, z.B. der Bevollmächtigte, die Gesellschafter einer bürgerlich-rechtlichen Gesellschaft, einer OHG, Vorstandsmitglieder von juristischen Personen des privaten und öffentlichen Rechts.

    Strafe: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren und Geldstrafe; in bes. schweren Fällen Freiheitsstrafe von ein bis zehn Jahren.

    2. Sonderfälle der Untreue regeln § 34 DepG (Depotunterschlagung), ferner § 266a StGB für das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt durch den Arbeitgeber und § 266b StGB für den Missbrauch von Scheck- und Kreditkarten.

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