Direkt zum Inhalt

Wirtschaftsprüferkammer (WPK)

Definition

Institution der beruflichen Selbstverwaltung gemäß Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (Wirtschaftsprüferordnung). Die Wirtschaftsprüferkammer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (§ 4 WPO); Sitz in Berlin.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Institution der beruflichen Selbstverwaltung gemäß Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer, Wirtschaftsprüferordnung (WPO). Die Wirtschaftsprüferkammer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (§ 4 WPO); Sitz in Berlin.

    2. Mitgliedschaft: Pflichtmitglieder sind gemäß § 58 I 1 WPO die bestellten bzw. anerkannten Wirtschaftsprüfer (WP), die Mitglieder des Vorstandes von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, nach dem Partnerschaftsgesellschaftsgesetz verbundene Personen, Geschäftsführer oder vertretungsberechtigte persönlich haftende Gesellschafter von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die nicht Wirtschaftsprüfer sind, sowie die anerkannten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften; außerdem gemäß § 128 III WPO vereidigte Buchprüfer und Buchprüfungsgesellschaften.

    Freiwillige Mitgliedschaft können gemäß § 58 II WPO die genossenschaftlichen Prüfungsverbände, die Sparkassen und Giroverbände für ihre Prüfungsstellen (Prüfungsstellen der Sparkassen- und Giroverbände) sowie die überörtlichen Prüfungseinrichtungen für öffentliche Körperschaften erwerben.

    3. Organe (§ 59 WPO):
    (1) Wirtschaftsprüferversammlung: Versammlung der Mitglieder der Wirtschaftsprüferkammer.
    (2) Beirat: Berufsgruppe der Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wählt Mitglieder aus ihrer Gruppe. Gruppe der anderen stimmberechtigten Mitglieder wählt ihre Vertreter. Zahlenmäßige Vertretung ergibt sich aus § 59 III WPO und der Organisationssatzung der Wirtschaftsprüferkammer. Gruppe der Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften muss Mehrzahl der Beiratssitze haben.
    (3) Vorstand: Wird aus der Mitte des Beirats gewählt. Eines der Vorstandsmitglieder ist Präsident der Wirtschaftsprüferkammer.
    (4) Kommission für Qualitätskontrolle: Die berufsangehörigen Mitglieder werden durch den Beirat der Wirtschaftsprüferkammer auf Vorschlag des Vorstandes der Wirtschaftsprüferkammer gewählt (externe Qualitätskontrolle).

    4. Aufsicht: Rechtsaufsicht durch Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (§ 66 WPO); es wacht darüber, dass die Wirtschaftsprüferkammer ihre Aufgaben im Rahmen der geltenden Gesetze und Satzungen erfüllt.

    Fachaufsicht durch die Abschlussprüferaufsichtskommission.

    5. Aufgaben: Die Wirtschaftsprüferkammer hat gemäß § 57 WPO die Aufgabe, die beruflichen Belange der Gesamtheit ihrer Mitglieder zu wahren und die Erfüllung der beruflichen Pflichten zu überwachen; ihr obliegen v.a. die Beratung und Belehrung von Mitgliedern in Fragen der Berufspflichten; auf Antrag Vermittlung bei Streitigkeiten unter den Mitgliedern und zwischen den Mitgliedern und ihren Auftraggebern; Überwachung der Erfüllung der den Mitgliedern obliegenden Pflichten; Handhabung des Rügerechtes; Feststellung der allg.  Auffassung über Fragen der Ausübung des Berufes des Wirtschaftsprüfers und des vereidigten Buchprüfers in Richtlinien nach Anhörung der Arbeitsgemeinschaft für das wirtschaftliche Prüfungswesen; in allen die Gesamtheit der Mitglieder berührenden Angelegenheiten Verlautbarung der Auffassung der Wirtschaftsprüferkammer den zuständigen Gerichten, Behörden und Organisationen gegenüber; Erstattung von durch Gerichte, Behörden oder Parlamente angeforderten Gutachten; Wahrnehmung der durch Gesetz zugewiesenen Aufgaben im Bereich der Berufsbildung; Vorschlag der berufsständischen Mitglieder der Zulassungs- und Prüfungsausschüsse; Förderung der beruflichen Fortbildung der Mitglieder und der Ausbildung des Berufsnachwuchses; Einreichung der Vorschlagsliste der ehrenamtlichen Beisitzer bei den Berufsgerichten bei Landesjustizverwaltungen und beim Bundesminister der Justiz; Führung des Berufsregisters; Schaffung von Fürsorgeeinrichtungen für Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer sowie deren Hinterbliebene; Durchführung des Qualitätskontrollverfahrens (externe Qualitätskontrolle); Bestellung von Wirtschaftsprüfern und vereidigten Buchprüfern; Anerkennung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften; Zurücknahme oder Widerruf von Bestellungen oder Anerkennungen; Einrichtung und Unterhaltung einer selbstständigen Prüfungsstelle; Wahrnehmung der ihr als Bundesberufskammer gesetzlich eingeräumten Befugnisse im Rahmen der Geldwäschebekämpfung. Außerdem hat die Wirtschaftsprüferkammer Aufgaben im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft für das wirtschaftliche Prüfungswesen. Bestimmte Aufgaben kann die Wirtschaftsprüferkammer einzelnen Mitgliedern oder Abteilungen des Vorstandes (§ 59a WPO) übertragen (§ 57 V WPO).

    Die Wirtschaftsprüferkammer ist Mitglied der International Federation of Accountants (IFAC).

    In Mitteilungen informiert die Wirtschaftsprüferkammer über den Stand der einschlägigen Gesetzgebung, Verlautbarungen des Vorstandes, berufsständische Hinweise, Rechtsprechung zu berufsständischen Fragen und zu Honorar- und Haftungsfragen.

    6. Pflichten der Mitglieder: Beachtung der von den Organen der Wirtschaftsprüferkammer gefassten Beschlüsse; für persönlich stimmberechtigte Mitglieder besteht die Pflicht, Ehrenämter zu übernehmen. Beiträge regelt eine vom Beirat beschlossene und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit genehmigte Beitragsordnung (§ 61 I WPO).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Wirtschaftsprüferkammer (WPK) Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/wirtschaftsprueferkammer-wpk-48848 node48848 Wirtschaftsprüferkammer (WPK) node48613 Wirtschaftsprüferordnung (WPO) node48848->node48613 node48399 Wirtschaftsprüfer (WP) node48613->node48399 node49351 Wirtschaftsprüfungsgesellschaft node48613->node49351 node50759 vereidigter Buchprüfer node48613->node50759 node27825 Buchprüfungsgesellschaft node48613->node27825 node48399->node48848 node49351->node48848 node50759->node48848 node27825->node48848 node27220 Berufsregister node27220->node48848 node27220->node48399 node27220->node49351 node27220->node50759 node52179 Abschlussprüferaufsichtskommission (APAK) node52179->node48848 node52179->node48399 node49415 WPK node49415->node48848 node41509 Kammer für Wirtschaftsprüfersachen node41509->node48848 node41509->node48399 node39473 Kammer node39473->node48848 node39473->node41509
      Mindmap Wirtschaftsprüferkammer (WPK) Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/wirtschaftsprueferkammer-wpk-48848 node48848 Wirtschaftsprüferkammer (WPK) node48613 Wirtschaftsprüferordnung (WPO) node48848->node48613 node27220 Berufsregister node27220->node48848 node52179 Abschlussprüferaufsichtskommission (APAK) node52179->node48848 node49415 WPK node49415->node48848 node41509 Kammer für Wirtschaftsprüfersachen node41509->node48848

      News SpringerProfessional.de

      • Was Bewerber garantiert abschreckt

        Sie sollen Status symbolisieren und modern daher kommen, erreichen aber das genaue Gegenteil. Arbeitsuchende empfinden englische Jobtitel häufig als unnötig aufgebläht. Keep ist simple, ist der bessere Anglizismus im Recruiting.

      • Big Brother im Büro

        Die totale Überwachung von Mitarbeitern ist längst keine negative Utopie mehr, wie sie George Orwell oder Dave Eggers in ihren Romanen heraufbeschwören. Unternehmen können bereits jetzt die Aktivitäten ihrer Angestellten rundum erfassen. Wissenschaftler warnen vor Missbrauch.

      • Private Equity in Deutschland boomt

        Unternehmen günstig kaufen und mit Gewinn verkaufen. Das ist das Konzept von Private Equity-Gesellschaften. Sie sind in Deutschland nach wie vor sehr aktiv, wie eine aktuelle Studie zeigt.

      • Zu wenig Innovation vor lauter Transformation

        Im BCG-Innovations-Ranking 2018 liegen US- und Digitalunternehmen klar vorn. Deutsche Firmen sind erst ab Platz 21 zu finden. Doch was hemmt hierzulande eigentlich die Innovationskraft?

      • Talentierte Mitarbeiter finden und binden

        Im hart gewordenen "War for Talents", in dem Fachkräfte begehrter denn je sind, vergessen Unternehmen offenbar, auf die internen Talente zu setzen. Dabei schlummern in der Belegschaft oft ungeahnte Potenziale.

      • Digitalisierung in betrieblicher Altersvorsorge angekommen

        Mittlerweile ist die Digitalisierung auch in der betrieblichen Altersvorsorge angekommen. Die aktuelle Mercer-Studie deckt Details auf und erklärt, wieso sich zwei Drittel der befragten Unternehmen eine digitale Informationsplattform wünschen.

      • Industrie 4.0 – und Schicht im Schacht?

        Je nach Standpunkt und Blickwinkel scheint der Trend zu Digitalisierung und Vernetzung der Industrie zur Industrie 4.0 positive oder negative Auswirkungen auf die Arbeitsplatzentwicklung zu versprechen. Wirtschaftsforscher haben jetzt eine Gesamtschau versucht.

      • Agile Führung zur Stärkung der Veränderungsintelligenz

        Braucht Agilität überhaupt noch Führung? Oder sind Führung und Agilität nicht ein Widerspruch in sich? Wie das Konzept der Veränderungsintelligenz zeigt, hängt die Antwort vom jeweiligen Agilitätskontext ab, so Gastautorin Antje Freyth.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Volker Beeck
      FH Mainz
      Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Das Rechts- und Normensystem der westlichen Länder wird überwiegend von den beiden Ausprägungsformen des Common Law und Civil Law geprägt. Die aus diesen unterschiedlichen Rechtssystemen resultierenden Divergenzen haben einen nicht unerheblichen …
      Vor dem Hintergrund der präventiven Wirkung der Abschlussprüfung gegen Finanzkrisen erwarten Wirtschaft und Öffentlichkeit vom Berufsbild eines Wirtschaftsprüfers (WP) eine hohe Professionalisierung. Im Fokus steht die Anforderung der …
      In den vergangenen zwölf Jahren (2005-2017) hat die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) über 1.300 Verfahren abgeschlossen, davon endeten ca. 260 mit einer Fehlerfeststellung. Dies entspricht einer durchschnittlichen Fehlerquote von ca.

      Sachgebiete