Direkt zum Inhalt

Materiality

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Principle of Materiality, Grundsatz der Wesentlichkeit; angloamerikanisches Prinzip der Rechnungslegung. Besagt, dass bei der Aufstellung eines Jahresabschlusses alle Tatbestände berücksichtigt und offen gelegt werden müssen, die „material“ (wesentlich) sind, d.h. wegen ihrer Größenordnung einen Einfluss auf das Jahresergebnis haben und wegen ihres Aussagewertes für die Empfänger von Jahresabschlüssen von Bedeutung sind. Ein Betrag, ein Posten oder ein Tatbestand ist immer „material“, wenn seine Berücksichtigung im Jahresabschluss und seine Offenlegung den Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage einer Gesellschaft verbessern (True and Fair View; Fairness of Accounting Presentation). Materiality-Probleme müssen
    (1) unter Berücksichtigung des gesamten Sachverhaltes und
    (2) nach dem persönlichen Urteilsvermögen (Professional Judgement) bzw. dem pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers beurteilt und entschieden werden. In das dt. Bilanzrecht (HGB) ist das Wesentlichkeitsprinzip nicht ausdrücklich als allg. Grundsatz aufgenommen. Es ist aber davon auszugehen, dass die Generalnorm des Jahresabschlusses (§ 264 II HGB) - Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Rahmen der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) - nur unter Beachtung dieses Grundsatzes möglich ist (bes. § 264 II 2 HGB). Der Gesetzgeber hat zudem in mehrere Einzelvorschriften den Gesichtspunkt der Wesentlichkeit (Berücksichtigungsgrenze) explizit aufgenommen (z.B. §§ 240 III, 265 VII Nr. 1, 285 Nr. 3, 286 III HGB). Im Rahmen der IFRS konkretisiert der Grundsatz der Wesentlichkeit gemäß RK.29-30 und IAS 1.29-31 den Primärgrundsatz der Relevanz. Eine Information ist in Abhängigkeit ihrer Art als auch von ihrer Auswirkung auf zentrale Größen wie Eigenkapital und Periodenergebnis wesentlich. Zudem wurde dieser Grundsatz in verschiedene Einzelvorschriften explizit aufgenommen (z.B. IAS 36-15-16).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Materiality Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/materiality-39363 node39363 Materiality node48295 Wesentlichkeit node39363->node48295 node32782 Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ... node39363->node32782 node50366 True and Fair ... node39363->node50366 node46164 Rechnungslegung node39363->node46164 node41890 Jahresabschluss node39363->node41890 node35678 Framework node52274 entscheidungserhebliche Sachverhalte node48295->node52274 node48295->node32782 node52277 Prüfungsziele node48295->node52277 node35474 Fremdwährungsforderungen node35474->node32782 node35239 Grundsätze ordnungsmäßiger Konzernrechnungslegung ... node35239->node32782 node41155 Maßgeblichkeitsprinzip node41155->node32782 node29937 Deutscher Rechnungslegungs Standard ... node32782->node29937 node50366->node35678 node45599 Rechenschaftslegung node46164->node45599 node35818 Fehlbetrag node35818->node41890 node35319 Geschäftsvorfälle node35319->node41890 node41412 Konzernabschluss node41412->node41890 node37708 Jahresbilanz node41890->node37708 node51968 Betriebwirtschaftliche Steuerlehre und ... node51968->node46164 node51985 Externes Rechnungswesen node51985->node46164 node35977 G 4+1-Gruppe node35977->node46164
      Mindmap Materiality Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/materiality-39363 node39363 Materiality node46164 Rechnungslegung node39363->node46164 node41890 Jahresabschluss node39363->node41890 node50366 True and Fair ... node39363->node50366 node32782 Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ... node39363->node32782 node48295 Wesentlichkeit node39363->node48295

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking
      Goethe-Universität Frankfurt,
      Lehrstuhl für BWL, insbes.
      Wirtschaftsprüfung
      Professor
      Prof. Dr. Peter Oser
      Ernst & Young AG
      Partner, Leiter Grundsatzabteilung Wirtschaftsprüfung, Professional Practice Director
      Prof. Dr. Norbert Pfitzer
      Ernst & Young AG
      Mitglied des Vorstands
      Prof. Dr. Bernhard Pellens
      Univ. Bochum,
      Lehrstuhl für Internationale Unternehmensrechnung,
      FB Wirtschaftswissenschaft
      Lehrstuhlinhaber
      Dipl. Ök. Torben Rüthers
      Univ. Bochum,
      Lehrstuhl für Internationale Unternehmensrechnung,
      FB Wirtschaftswissenschaft
      wissenschaftlicher Mitarbeiter
      Prof. Dr. Thorsten Sellhorn
      WHU – Otto Beisheim School of Management,
      Lehrstuhl für Externes Rechnungswesen
      Lehrstuhlinhaber

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Is the internet free of geography and/or materiality? Can we rely (exclusively) on technology such as the blockchain to solve the socio-political problems of our society? This contribution takes a sociological perspective to reflect on the …
      Materiality of disclosures is one of the fundamental principles of the nonfinancial reporting regime introduced by the Directive 2014/95/EU (“NFI Directive”). However, despite its close link to the principle of materiality for financial reporting …
      The auditor should establish an overall audit strategy that sets the scope, timing, and direction of the audit and that guides the development of the audit plan. The nature and extent of planning activities will vary according to the size and …

      Sachgebiete