Direkt zum Inhalt

Grundsätze ordnungsmäßiger Inventur

Definition

Teil der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB). Der Grundsatz der Vollständigkeit verlangt, dass am Schluss eines jeden Geschäftsjahrs (Stichtagsprinzip) alle Vermögensgegenstände, Rechnungsabgrenzungsposten (Abgrenzungsposten) und Schulden des Unternehmens in ein Inventar aufzunehmen sind (Inventur), die dem Grunde nach in der Bilanz erscheinen könnten (Aktivierungspflicht, Aktivierungswahlrecht, Passivierungspflicht, Passivierungswahlrecht).

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Teil der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB). Der Grundsatz der Vollständigkeit verlangt, dass am Schluss eines jeden Geschäftsjahrs (Stichtagsprinzip) alle Vermögensgegenstände, Rechnungsabgrenzungsposten (Abgrenzungsposten) und Schulden des Unternehmens in ein Inventar aufzunehmen sind (Inventur), die dem Grunde nach in der Bilanz erscheinen könnten (Aktivierungspflicht, Aktivierungswahlrecht, Passivierungspflicht, Passivierungswahlrecht). Dazu gehören alle Posten, die nach wirtschaftlicher Betrachtungsweise dem bilanzierenden Unternehmen zuzurechnen sind (also z.B. auch Treuhandvermögen beim Treugeber, Sicherungsvermögen beim Sicherungsgeber, Kommissionsware beim Kommittenten). Deshalb gilt grundsätzlich das Prinzip der Einzelerfassung. Jedoch genügen bei Anwendung anerkannter mathematisch-statistischer Methoden auch Stichprobenverfahren (§ 241 I HGB). Nach dem Grundsatz der Wesentlichkeit (Materiality) brauchen Anlagevermögensgegenstände bis zu 60 Euro nicht in das Inventar aufgenommen zu werden (R 5.4 EStR). Weitere Vereinfachungen sind durch die Anwendung der Festbewertung (§ 240 III HGB; Festwert) und der Gruppenbewertung (§ 240 IV HGB) möglich.

    Der Grundsatz der Richtigkeit verlangt eine zutreffende Erfassung nach Art, Menge und Wert der zu inventarisierenden Posten.

    Es gilt der Grundsatz der Einzelbewertung, wobei auch hier Vereinfachungen bei gleichartigen Gegenständen des Vorratsvermögens sowie anderen gleichartigen oder annähernd gleichwertigen beweglichen Vermögensgegenständen und Schulden durch Gruppen- und Durchschnittsbewertungen zulässig sind (§ 240 IV HGB).

    Der Grundsatz der Klarheit verlangt eine übersichtliche, eindeutige und nachprüfbare Aufzeichnung der Inventurmethoden und -ergebnisse.

    Der Grundsatz der Rechtzeitigkeit verlangt die Aufstellung des Inventars innerhalb der einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entsprechenden Zeit (§ 240 II HGB). Da neben der Stichtagsinventur auch die vor- bzw. nachverlegte Stichtagsinventur und die laufende Inventur zulässig sind (§ 241 II/III HGB), betrifft die Frage der Rechtzeitigkeit in erster Linie die Bewertung.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Grundsätze ordnungsmäßiger Inventur Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/grundsaetze-ordnungsmaessiger-inventur-36277 node36277 Grundsätze ordnungsmäßiger Inventur node42890 Stichtagsinventur node36277->node42890 node40384 laufende Inventur node36277->node40384 node27780 Bewertung node36277->node27780 node32782 Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ... node36277->node32782 node49722 Treugeber node36277->node49722 node41890 Jahresabschluss node37373 Lagerbuchführung node36082 effektive Inventur node40384->node37373 node40384->node42890 node40384->node36082 node29448 Bilanzbewertung node29448->node27780 node27843 bewegliches Anlagevermögen node27843->node27780 node48946 Veräußerungswert node31208 Abschreibung node27780->node48946 node27780->node31208 node46164 Rechnungslegung node29937 Deutscher Rechnungslegungs Standard ... node32782->node29937 node33594 Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung node33594->node36277 node33594->node41890 node33594->node46164 node33594->node32782 node43753 Stimmrecht node43753->node49722 node47435 Treuhandschaft node48797 Treuhänder node49722->node47435 node49722->node48797 node35474 Fremdwährungsforderungen node35474->node32782 node35239 Grundsätze ordnungsmäßiger Konzernrechnungslegung ... node35239->node32782 node41155 Maßgeblichkeitsprinzip node41155->node32782 node30625 Bestandsverzeichnis node30625->node40384
      Mindmap Grundsätze ordnungsmäßiger Inventur Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/grundsaetze-ordnungsmaessiger-inventur-36277 node36277 Grundsätze ordnungsmäßiger Inventur node32782 Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ... node36277->node32782 node49722 Treugeber node36277->node49722 node27780 Bewertung node36277->node27780 node40384 laufende Inventur node36277->node40384 node33594 Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung node33594->node36277

      News SpringerProfessional.de

      • Digitalisierung in Deutschland stagniert

        Nur langsam geht es für die deutsche Wirtschaft bei der Digitalisierung voran, zeigt der Monitoring Report Digital. Die Kernergebnisse: die Wirtschaft stagniert, digitale Vorreiter fehlen und alle warten auf den Breitbandausbau.

      • Forschungsagenda 2030 für die produzierende Industrie

        Die strategische Forschungsagenda der Initiative "manufuture-DE" hat aktuelle und zukünftig relevante Forschungsbedarfe deutscher Industrieunternehmen aus dem Bereich der Produktionstechnik bis zum Jahr 2030 formuliert und priorisiert.

      • "Unternehmen tragen Verantwortung für Konsumenten"

        Wer in der digitalen Welt nicht untergehen will, muss sich einige Kompetenzen aneigen. Sonst frisst die Digitalisierung ihre User, warnen Anabel Ternès und Hans-Peter Hagemes im Gespräch mit Springer Professional. Insbesondere Unternehmen sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein.

      • Digitalisierung schafft Chancen für weibliche Führungskräfte

        Mittlerweile erfüllen zwar die Aufsichtsräte der Dax-30-Unternehmen im Durchschnitt die gesetzliche Frauenquote. Aber gerade in Führungspositionen im operativen Geschäft sind Frauen, auch in der Finanzbranche, immer noch rar gesät. Und das sieht nur in einem Fachbereich besser aus.

      • Verantwortungsvolle Chefs haben mehr Stress

        Ein Chef, der sich seiner Verantwortung im Job bewusst ist, führt ein stressbelastetes Dasein. Zumindest, wenn er sich in einer gehobenen Machtposition befindet. Das haben Wissenschafter herausgefunden.

      • Dax-Vorstände verdienen noch mehr

        Wenn etwas die Gemüter erhitzt, dann sind es immer wieder die exorbitanten Bezüge von Vorständen und Aufsichtsräten von Unternehmen. Eine aktuelle Studie gibt der Diskussion neue Nahrung. Demnach bekommen die CEOs von der Post, Heidelberg Cement, Adidas und Daimler unglaubliche Summen. 

      • Enterprise Social Networks fördern Innovationen

        Der digitale Reifegrad deutschsprachiger Unternehmen verbessert sich zusehends. In allen Bereichen haben digitale Prozesse mittlerweile die analogen Formen der Zusammenarbeit überholt. Doch es gibt noch viel zu tun.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking
      Goethe-Universität Frankfurt,
      Lehrstuhl für BWL, insbes.
      Wirtschaftsprüfung
      Professor
      Prof. Dr. Peter Oser
      Ernst & Young AG
      Partner, Leiter Grundsatzabteilung Wirtschaftsprüfung, Professional Practice Director
      Prof. Dr. Norbert Pfitzer
      Ernst & Young AG
      Mitglied des Vorstands

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Bevor wir mit dem Kapitel „Requirements“ beginnen, ist es erforderlich, dem Leser mit einer kurzen Übersicht noch einmal die Struktur des ISA 315 bewusst zu machen. Um ihn einzustimmen, nehmen wir eine Anleihe bei der Oper auf und weisen darauf …
      Nun haben wir eine Inventur durchgeführt, daraus ein Inventar erstellt und aus dem Inventar eine Bilanz abgeleitet. „Quid nunc?“, pflegte der Römer zu sagen, und auch für uns stellt sich nun die Frage, wie es weiter geht. Wie kriege ich meine …
      Das externe Rechnungswesen basiert auf verschiedenen rechtlichen Grundlagen. Ein Teil davon sind gesetzliche Grundlagen wie das Handelsgesetzbuch (HGB) und das Steuerrecht, insbesondere die Abgabenordnung (AO). Darüber hinaus sind die Grundsätze …

      Sachgebiete