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Neue Makroökonomik offener Volkswirtschaften

Definition

Die Neue Makroökonomik offener Volkswirtschaften, die auch als New Open Economy Macroeconomics (NOEM) bezeichnet wird, stellt eine stark mikroökonomisch fundierte Makrotheorie dar. Sie überträgt analoge mikrofundierte Modelle für geschlossene auf offene Volkswirtschaften. Durch die explizite Berücksichtigung nutzenmaximierenden Verhaltens der privaten Haushalte können - im Unterschied zum traditionellen Mundell-Fleming-Modell offener Volkswirtschaften - stabilisierungspolitische Maßnahmen der Nachfragesteuerung wohlfahrtstheoretisch bewertet werden.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Gegenstand: Die Neue Makroökonomik offener Volkswirtschaften (New Open Economy Macroeconomics, NOEM) stellt eine Weiterentwicklung der traditionellen Makroökonomik offener Volkwirtschaften (Totalanalyse offener Volkswirtschaften, Totalmodelle offener Volkswirtschaften) in Richtung einer stärkeren Mikrofundierung dar. Die Modelle der Neuen Makroökonomik offener Volkswirtschaften sind allg. Gleichgewichtsmodelle mit expliziter Nutzen- und Gewinnmaximierung auf Seiten der Wirtschaftssubjekte. Im Zentrum steht die mikroökonomische Fundierung des traditionellen keynesianischen Makromodells offener Volkswirtschaften (Mundell-Fleming-Modell). Ein wesentlicher Vorteil gegenüber diesem Makromodell besteht in der Berücksichtigung einer expliziten Nutzenfunktion für den repräsentativen Haushalt. Dadurch wird - im Unterschied zum Mundell-Fleming-Modell - eine fundierte Wohlfahrtsanalyse zur Beurteilung wirtschaftspolitischer Maßnahmen (Geld- und Fiskalpolitik) ermöglicht. Zudem können jetzt die hiermit verbundenen Effekte

    über die kurzfristige Betrachtungsweise des traditionellen Makro-Modells hinausgehend

    in einem dynamischen Kontext analysiert werden, sodass zwischen den Wirkungen stabilisierungspolitischer Maßnahmen in der kurzen und langen Frist unterschieden werden kann.

    2. Einordnung: Die Makroökonomik offener Volkswirtschaften erfährt durch die neue Modellklasse eine Weiterentwicklung, wie sie für Makromodelle geschlossener Volkswirtschaften längst etabliert ist. In der Neuen Makroökonomik geschlossener Volkswirtschaften, die sich in eine keynesianische (Neue Keynesianische Makroökonomik, Neuer Keynesianismus) und in eine neoklassische Richtung (Neue Klassische Makroökonomik) einteilen lässt, geht es stets um die Mikrofundierung makroökonomischer Modelle. Es ist daher nicht überraschend, dass sich wichtige Bausteine der Neuen Keynesianischen Makroökonomik und des Neuen Keynesianismus auch in den Modellen der Neuen Makroökonomik offener Volkswirtschaften wiederfinden. Hierbei handelt es sich um die Berücksichtigung nominaler Rigiditäten wie Preis- und Lohnstarrheiten auf den Güter- und Arbeitsmärkten, Marktunvollkommenheiten auf den Gütermärkten (Modellwelt der monopolistischen anstelle vollständiger Konkurrenz), die mit preissetzendem Verhalten der Anbieter einhergehen, sowie die Mikrofundierung eines kurzfristig nachfrageorientierten unternehmerischen Angebotsverhaltens. Daneben finden sich aber auch Elemente der Neuen Klassischen Makroökonomik in den Modellen der Neuen Makroökonomik offener Volkswirtschaften, wie rationale Erwartungsbildung und die Endogenisierung des langfristigen oder natürlichen Outputniveaus durch explizite Berücksichtigung der Substitutionsentscheidung zwischen Arbeit und Freizeit.

    3. (Einfachstes) Modell: Redux-Modell.

    Vgl. zugehöriger Schwerpunktbeitrag Makroökonomik.

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