Direkt zum Inhalt

Anlagegrundsätze

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Grundsätze für die Kapitalanlagen von Verssicheungsunternehmen. Das neue Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) regelt nun, nach welchen Grundsätzen ein Versicherungsunternehmen sein gesamtes Vermögen, also nicht nur wie bisher das sog. gebundene Vermögen, anzulegen hat (vgl. dazu im einzelnen § 124 VAG). Die bisher geltende Anlageverordnung, die die aufsichtsrechtlichen Anforderungen konkretisierte, wurde durch Art. 3 II Nr. 4 des Gesetzes zur Modernisierung der Finanzaufsicht über Versicherungen vom 1.4.2015 (Versicherungsaufsicht) aufgehoben.

    2. Ziele und Inhalt: Oberster Grundsatz und Ziel der Kapitalanlage ist die unternehmerische Vorsicht, was nicht gleichbedeutend mit uneingeschränkter Freiheit der Versicherungsunternehmen bei der Kapitalanlage ist. Der bisherige Sicherheitsstandard soll nicht gelockert werden; an die Stelle bisheriger konkreter gesetzlicher Beschränkungen tritt nun eine größere Eigenverantwortung der Unternehmen. Vorsichtshalber wurden aber in Übereinstimmung mit dem europäischen Recht gewisse allgemeine Forderungen hinsichtlich der Qualität der Anlagen beibehalten (Sicherheit, Liquidität, Rentabilität, Belegenheit, Mischung und Streuung, Kumulvermeidung usw.), wobei der abweichenden Risikoverteilung zwischen dem Versicherer und den Kunden bei der fondsgebundenen Lebensversicherung Rechnung getragen wurde. Der Grundsatz der Kongruenz (Kongruenzregeln) ist nun nicht mehr im Gesetz enthalten. Das besagt aber wohl nicht, dass die Versicherer diesen Grundsatz vernachlässigen können; sie würden anderenfalls die gesetzliche Forderung nach einer unternehmerisch vorsichtigen Kapitalanlage nicht erfüllen. Für Pensionskassen und Pensionsfonds kann der Bundesminister der Finanzen (BMF) durch Verordnung weiterhin Anlagegrundsätze für das Sicherungsvermögen ergänzend zu § 124 I VAG vorschreiben (§ 235 I Nr. 10 und § 240 Nr. 8 VAG). Für kleine Versicherungsunternehmen (§§ 211 ff. VAG) einschl. der Sterbekassen (§ 219 I VAG) gilt die Vorschrift des § 124 VAG nicht (§ 212 II Nr. 5 VAG); hier gelten für das Sicherungsvermögen die Grundsätze des § 215 VAG, wobei der BMF im Wege der Verordnung quantitative und qualitative Vorgaben zur Anlage dieses Vermögens erlassen kann (§ 217 Nr. 6 VAG).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Anlagegrundsätze Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/anlagegrundsaetze-29715 node29715 Anlagegrundsätze node51041 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) node29715->node51041 node42224 Pensionsfonds node29715->node42224 node52550 Sicherungsvermögen node29715->node52550 node43832 Sterbekassen node29715->node43832 node48332 Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ... node48332->node51041 node49057 Versicherungsrecht node49057->node51041 node49954 Versicherungsaufsicht (VA) node49954->node51041 node31353 betriebliche Altersversorgung (bAV) node42224->node31353 node27889 Aktiengesellschaft (AG) node42224->node27889 node31752 Beiträge node42224->node31752 node41908 Kapitaldeckungsverfahren node42224->node41908 node52550->node51041 node39176 Lebensversicherung node52550->node39176 node43179 Rückstellung node52550->node43179 node49957 Umlageverfahren node43832->node49957
      Mindmap Anlagegrundsätze Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/anlagegrundsaetze-29715 node29715 Anlagegrundsätze node51041 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) node29715->node51041 node42224 Pensionsfonds node29715->node42224 node52550 Sicherungsvermögen node29715->node52550 node43832 Sterbekassen node29715->node43832

      News SpringerProfessional.de

      • Nachfolger verzweifelt gesucht

        So viele Unternehmen wie noch nie sind auf Nachfolgersuche. Gleichzeitig geht die Schere zwischen Übergabewilligen und Übernahmeinteressenten immer weiter auseinander. Woran es liegt und was Unternehmer tun können.

      • Unternehmen profitieren von Corporate Volunteering

        Engagieren sich Mitarbeiter freiwillig für das Gemeinwohl, profitieren nicht nur gemeinnützige Organisationen und Gesellschaft davon, sondern auch Unternehmen. Wie Corporate Volunteering geplant und in der Unternehmensstrategie verankert wird.

      • Was Bewerber garantiert abschreckt

        Sie sollen Status symbolisieren und modern daher kommen, erreichen aber das genaue Gegenteil. Arbeitsuchende empfinden englische Jobtitel häufig als unnötig aufgebläht. Keep ist simple, ist der bessere Anglizismus im Recruiting.

      • Big Brother im Büro

        Die totale Überwachung von Mitarbeitern ist längst keine negative Utopie mehr, wie sie George Orwell oder Dave Eggers in ihren Romanen heraufbeschwören. Unternehmen können bereits jetzt die Aktivitäten ihrer Angestellten rundum erfassen. Wissenschaftler warnen vor Missbrauch.

      • Private Equity in Deutschland boomt

        Unternehmen günstig kaufen und mit Gewinn verkaufen. Das ist das Konzept von Private Equity-Gesellschaften. Sie sind in Deutschland nach wie vor sehr aktiv, wie eine aktuelle Studie zeigt.

      • Zu wenig Innovation vor lauter Transformation

        Im BCG-Innovations-Ranking 2018 liegen US- und Digitalunternehmen klar vorn. Deutsche Firmen sind erst ab Platz 21 zu finden. Doch was hemmt hierzulande eigentlich die Innovationskraft?

      • Talentierte Mitarbeiter finden und binden

        Im hart gewordenen "War for Talents", in dem Fachkräfte begehrter denn je sind, vergessen Unternehmen offenbar, auf die internen Talente zu setzen. Dabei schlummern in der Belegschaft oft ungeahnte Potenziale.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Fred Wagner
      Institut für Versicherungswissenschaften e.V.
      an der Universität Leipzig Vorsitzender des Vorstandes

      Bücher

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Bekannte Versicherungen wie die Kapitallebensversicherung oder die (aufgeschobene) Rentenversicherung werden als klassische oder konventionelle Versicherungen bezeichnet, da ihre Deckungsrückstellung nach dem klassischen bzw. konventionellen …
      Zum Abschluss des Buches werden verschiedene Aspekte betrachtet, die unter dem durchaus allgemeiner zu verstehenden Begriff der Rechnungslegung zusammengefasst sind. So werden wir auf die Erstellung des Jahresabschlusses eines VU eingehen, die …
      Investmentfonds bilden ein Sondervermögen, das entsprechend dem allgemeinen Grundsatz der Risikomischung und entsprechend der in den Vertragsbedingungen genannten Anlagegrundsätze der Kapitalanlagegesellschaft in Vermögensgegenständen im Sinne des …

      Bücher auf springer.com

      Sachgebiete