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Berufs- und Wirtschaftspädagogik

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Begriff
    2. Positionen
    3. Forschungsfelder

    Begriff

    „Teildisziplin der Erziehungswissenschaft, die die pädagogischen Probleme beruflicher Bildungs- und Sozialisationsprozesse, v.a. Jugendlicher, erforscht, reflektiert und konstruktiv zu klären sucht“ (Stratmann). Die Berufs- und Wirtschaftspädagogik entwickelte sich historisch aus der Berufsschullehrerausbildung. Entsprechend bezeichnet Berufspädagogik i.e.S. die „Wissenschaft von der Ausbildung im gewerblichen und gewerblich-technischen Bereich im Rahmen der Gewerbelehrerausbildung, in Abgrenzung von der Wirtschaftspädagogik i.e.S. als der Wissenschaft von der Ausbildung im kaufmännisch-verwaltenden Bereich im Rahmen der Handelslehrerausbildung“ (Lipsmeier). Als weitere funktionale Teilbereiche der Berufs- und Wirtschaftspädagogik gelten Berufsschulpädagogik, Betriebspädagogik, Arbeitspädagogik und z.T. die allg. Wirtschaftserziehung.

    Positionen

    Entsprechend unterschiedlicher wissenstheoretischer Positionen in der Erziehungswissenschaft insgesamt lässt sich im Bereich der Berufs- und Wirtschaftspädagogik eine Vielzahl konkurrierender Ansätze unterscheiden, deren gemeinsames Merkmal in der Ablehnung der traditionellen kulturphilosophischen Berufs- und Wirtschaftspädagogik sowie in der verstärkten Hinwendung zu empirischen Verfahren zu sehen ist. In grober Klassifikation können unterschieden werden: 1. Verhaltenstheoretische Positionen, die Probleme der Lehrer-Schüler-Interaktion in den Mittelpunkt stellen, diese unter methodologischer Orientierung am Konzept des Kritischen Rationalismus und verhaltenstheoretischer Konzepte der Psychologie aufzuklären versuchen und so eine sukzessive Verbesserung der Ausbildungspraxis anstreben.

    2. Systemtheoretische Ansätze, die unter der Leitidee gesellschaftlicher Funktionalität und unter bes. Berücksichtigung der Anforderungen des Beschäftigungssystems versuchen, ein (theoretisches) Subsystem Berufserziehung zu konstruieren, von dem her die Erziehungswirklichkeit erschlossen und beurteilt werden kann und in pragmatischer Absicht im Hinblick auf den Systemzweck optimale institutionelle und curriculare Arrangements getroffen werden können.

    3. Handlungstheoretische Ansätze, deren grundlegender Anspruch darin besteht, Prozesse beruflicher Sozialisation vom Subjekt her zu analysieren. Dies bedeutet bes.
    (1) Bezugnahme auf ein interaktionistisches Person-Umwelt-Konzept, dessen zentrales Konstrukt der Handlungsbegriff ist,
    (2) Orientierung an der bildungstheoretisch begründeten Leitidee der Mündigkeit des Subjekts und
    (3) methodologische Verknüpfung empirisch-analytischer und hermeneutisch-interpretativer Verfahren.

    Forschungsfelder


    (1) Ziel- und Normenproblematik, bes. die Frage nach dem Verhältnis von Berufsbildung und Allgemeinbildung;
    (2) Evaluation und Entwicklung beruflicher Curricula (wirtschaftsberufliche Curriculumentwicklung);
    (3) Probleme der didaktisch-methodischen Gestaltung beruflicher Lernprozesse (Fachdidaktik Wirtschaftslehre);
    (4) Lernortproblematik bzw. Theorie und Empirie der Lernorte der beruflichen Bildung.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Josef Schmid
      Universität Tübingen, Institut für Politikwissenschaft
      hauptamtlicher Dekan der WiSo-Fakultät
      Dr. Johannes Klenk
      Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften,
      Universität Hohenheim
      Forschungsmanager

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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