Direkt zum Inhalt

Bildungskosten

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Entstehung: Bildungskosten entstehen durch den Wert des Ressourcenverbrauchs und der Ressourcennutzung, die Lernende verursachen. Dazu gehört der Wert der Zeit, welche Lernende aufbringen und in der sie auf die Erzielung von Einkommen verzichten.

    2. Arten: a) Direkte Kosten: Sie umfassen alle bewerteten laufenden Ressourcenverbräuche, welche die Vermögensposition des Kostenträgers (im Sinn der betriebswirtschaftlichen Kostenrechnung) vermindert und durch Bildungsaktivitäten verursacht werden. Kostenträger können dabei sein: Das lernende Individuum, dessen Familie, die Bildungsinstitution, der Staat, die Gesellschaft insgesamt. Direkte Kostenarten, die von den Lernenden, oder den Institutionen, oder vom Staat oder der Gesellschaft getragen werden, sind: Bildungsbedingte zusätzliche Lebenshaltungskosten, Transportkosten, Kosten für Lehr- und Lernmaterialien, Personalkosten (für Erzieherinnen, Lehrer, Ausbilder etc.), sonstige Sachkosten (Energie, Miete, Telefon, Porto etc.), Bildungsgebühren.

    In den öffentlichen Finanzstatistiken werden i.d.R. die Ausgaben der öffentlichen Haushalte (untergliedert nach Ausgabenarten wie Personal-, Investitions- und Sachausgaben) pro Kalenderjahr ausgewiesen. Während die öffentlichen Bildungsausgaben und die Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit für berufliche Weiterbildung gut dokumentiert sind, liegen für die Kosten der betrieblichen Aus- und Weiterbildung Daten aus wenigen, in großem Abstand vorgenommenen große Erhebungen vor. Über die direkten Kosten der Lernenden bzw. ihrer Familien liegen entweder keine Daten vor (Schulbereich, Elementarbereich, Berufsausbildung) oder erste Schätzungen. Lediglich die direkten privaten Studienkosten sind durch die in Dreijahresabständen regelmäßig stattfindenden Sozialerhebungen des Deutschen Studentenwerkes gut erfasst. Ihre Aussagefähigkeit ist aber dadurch beeinträchtigt, dass die Studienkosten „brutto” und damit die studienbedingten zusätzlichen Lebenshaltungskosten nicht gesondert ausgewiesen werden.

    b) Indirekte Kosten: Der oben gegebene Kostenbegriff beschränkt die Bildungskosten nicht auf die direkten (ausgabengleichen) Kosten, sondern schließt Opportunitätskosten bzw. kalkulatorische Kosten mit ein. Indirekte Kosten sind somit als die nicht ausgabengleichen Kosten definiert. Die wichtigste Kategorie der Opportunitätskosten stellen die entgangenen Einkommen der Lernenden (individuelle Ebene) bzw. die entgangene Produktion (Organisationsebene) bzw. das entgangene Bruttoinlandsprodukt (gesellschaftliche Ebene) dar.

    c) Externe Kosten und Kosten nonformaler Bildung: Externe Bildungskosten entstehen, wenn die Bildungsbemühungen Vermögensverluste außerhalb des Bildungssystems erzeugen (z.B. die Kosten von Gewalttaten in Schulen gegenüber Lehrpersonen oder Mitlernenden oder von Polizeischutz von bzw. an Schulen). Schließlich finden eine Fülle von Bildungsprozessen nonformal, d.h. außerhalb des formalen Bildungssystems z.B. in der Familie, zu Hause, am Arbeitsplatz und bei anderen Gelegenheiten statt, die ebenfalls Ressourcen

    v.a. Zeit

    beanspruchen.

    Vgl. auch Bildungserträge und -nutzen.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Bildungskosten Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/bildungskosten-28065 node28065 Bildungskosten node30936 Bildungserträge und -nutzen node28065->node30936 node29198 Bundesagentur für Arbeit node28065->node29198 node42091 Opportunitätskosten node28065->node42091 node43608 Steuersatz node39454 Investition node37240 Mindestlohn node34948 Humankapitaltheorien node37240->node34948 node34948->node28065 node34948->node39454 node29627 Bildungsökonomie node54425 Bildungsrendite node26980 Bildungsinvestitionen node26980->node28065 node26980->node34948 node26980->node29627 node26980->node54425 node36896 externe Erträge node30936->node43608 node30936->node36896 node30936->node42091 node28220 Agentur für Arbeit node29198->node28220 node41465 Investitionsrechnung node41465->node42091 node41378 Mindestrendite node41378->node42091 node45943 Spezialisierung node45943->node42091 node27166 Deckungsbeitrag node42091->node27166 node31583 Arbeitslosenquote node31583->node29198 node31421 Altersteilzeitgesetz (ATG) node31421->node29198 node43522 öffentliche Kreditinstitute node43522->node29198 node38658 Lohnstrukturtheorie node38658->node34948
      Mindmap Bildungskosten Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/bildungskosten-28065 node28065 Bildungskosten node29198 Bundesagentur für Arbeit node28065->node29198 node42091 Opportunitätskosten node28065->node42091 node30936 Bildungserträge und -nutzen node28065->node30936 node26980 Bildungsinvestitionen node26980->node28065 node34948 Humankapitaltheorien node34948->node28065

      News SpringerProfessional.de

      • Exportentwicklung Werkzeugmaschinen

        Ein aktueller Quest Report verbindet Exportmärkte und Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen in Euro und die Wirkung auf die Exporte nach China seit 2008. Steigende Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen gehen demnach mit rückläufigen Exporten nach China einher.

      • Banken genießen großes Vertrauen ihrer Kunden

        72 Prozent der Bankkunden in Deutschland gehen davon aus, dass Kreditinstitute mit ihren persönlichen Daten sorgsam umgehen. Keine andere Branche genießt einer aktuellen Umfrage zufolge höheres Vertrauen.

      • Neue Aufgaben für die Zentrale der Zukunft

        Unternehmen müssen agil und innovativ sein. Das althergebrachte Headquarter, von dem aus alles zentral gesteuert werden soll, scheint dazu nicht passen zu wollen. Muss die Unternehmenszentrale neu erfunden werden? 

      • So geht erfolgreiches Lead Nurturing im B2B-Segment

        Wenn nicht nur Leads, sondern in Folge auch Käufer generiert werden, ist von Lead Nurturing die Rede. Im B2B-Bereich müssen E-Mail-Marketer dafür besonders strategische sowie kontinuierliche Beziehungsarbeit leisten.

      • Globales E-Invoicing ist Herausforderung für Unternehmen

        Unternehmen sind aufgrund staatlicher Vorgaben zunehmend dazu verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch zu erstellen. Doch in jedem Land gelten andere rechtliche Regelungen. Entsprechend komplex gestalten sich die Prozesse. Erster Teil des Gastbeitrags.

      • Auf dem Rechtsweg ins Verderben

        Wer seinen Markt als Eigentum betrachtet und Neueinsteiger juristisch bekämpfen will, kann nur verlieren, meint Springer-Autor und Zukunftsmanager Heino Hilbig. Denn die Klage eines Taxifahrers gegen Moia wird neue Verkehrskonzepte nicht verhindern. 

      • Mit Location Based Marketing auf Neukundenfang

        Deutsche Marketing-Manager sehen in standortbasierter Werbung die Brücke, um Konsumenten online wie offline anzusprechen. Vor allem für die Neukundengewinnung setzen sie auf das Marketinginstrument.

      • Wie der Arbeitsplatz von morgen aussehen wird

        Während der Industrialisierung wanderte die Arbeit aus dem Haushalt in die Fabrik. Heute klopft sie wieder an die Haustür. Die Möglichkeit zu mehr zeitlicher und örtlicher Flexibilität, beispielsweise zur Arbeit im Homeoffice, macht vor keiner Branche mehr halt.

      • Java und JavaScript sind die beliebtesten Programmiersprachen

        Die meisten Softwareingenieure setzen auf Java und JavaScript, wenn es um die Entwicklung von Unternehmensanwendungen geht. Die angeblichen "In"-Programmiersprachen Python & Co. liegen in der Beliebtheitsskala teils weit abgeschlagen hinter den Klassikern.

      • Diese digitalen Marken sind top

        Digitale Dienste dominieren immer stärker die Markenwelt. In den Top 25 der relevantesten Marken Deutschlands machen sich analoge Marken eher rar.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Josef Schmid
      Universität Tübingen, Institut für Politikwissenschaft
      hauptamtlicher Dekan der WiSo-Fakultät
      Dr. Johannes Klenk
      Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften,
      Universität Hohenheim
      Forschungsmanager

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Vereinbarungen über den Rückersatz von Ausbildungskosten sind zur Gänze unwirksam, wenn sie überhaupt keine Aliquotierung der Rückzahlungspflicht enthalten. Eine Vereinbarung, wonach sich die Rückzahlungspflicht nach jeweils einem Jahr um je ein Drit…
      Für die Zulässigkeit der Rückforderung des während einer Ausbildung gezahlten Entgelts kommt es nicht darauf an, ob der Arbeitnehmer arbeitsvertraglich zur Ausbildung verpflichtet ist oder nicht. Entscheidend ist, ob der Arbeitnehmer während der Ausb…
      Der während einer Ausbildung fortgezahlte Lohn kann nur auf Grund einer entsprechenden Vereinbarung und nur dann zurückgefordert werden, wenn die Ausbildung mit keiner Verwendung verbunden und keine Erfüllung des Arbeitsvertrages war. Es kommt aber n…

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete