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Entscheidungsbaum

Definition

Entscheidungstheorie: Darstellung mehrstufiger Entscheidungen. Arbeits- und Organisationspsychologie: Auf Vroom und Yetton zurückgehendes Verfahren.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Entscheidungstheorie
    2. Arbeits- und Organisationspsychologie

    Entscheidungstheorie

    1. Begriff: Form der Darstellung mehrstufiger Entscheidungen. Der Entscheidungsbaum wird aus einer Erweiterung des Zustandsbaums gewonnen, indem in den einzelnen Zeitpunkten neben den erwarteten Umweltzuständen zusätzlich die verfügbaren Handlungsalternativen (Aktionen) einbezogen werden.

    2. Darstellung: In einem Entscheidungsbaum werden rechteckige von runden Verzweigungsknoten unterschieden. Entscheidungsknoten sind rechteckig (der Entscheider muss eine Entscheidung treffen), Zustandsknoten sind rund (ein Umweltzustand tritt ein). Im Beispiel der nachfolgenden Abbildung werden Entscheidungen in t=0 und t=1 getroffen. Die möglichen Umweltentwicklungen nach der ersten Entscheidung in t=0 (Wahl einer der Alternativen A1 oder A2) sind S1 und S2. Nach Eintreten eines der Zustände in t=1 wird eine weitere Entscheidung getroffen, z.B. ist nach Wahl von A2 in t=0 und Eintreten des Zustands S1 zwischen A7 und A8 zu wählen.

    Im Entscheidungsbaum der Abb. wurden aus Gründen der Übersichtlichkeit keine Eintrittswahrscheinlichkeiten für die Umweltzustände aufgenommen. Werden Sie im Baum eingezeichnet (an die aus den Zustandsknoten herausführenden Äste), so repräsentieren sie Übergangswahrscheinlichkeiten, d.h. bedingte Wahrscheinlichkeiten für den Eintritt eines Umweltzustands unter der Bedingung, dass zuvor ein bestimmter Zustand eingetreten ist. Eine Kette von Handlungsalternativen (z.B. A1,A6) bildet eine Strategie, die zusammen mit einer Umweltentwicklung (z.B. Zustand S2, S3) zu einem bestimmten Ergebnis führt [x(A1,A6,S2,S3)].

    3. Anwendung: Mithilfe eines Entscheidungsbaums können mehrstufige Entscheidungen dargestellt und nach dem Prinzip der Rückwärtsinduktion (Roll-Back-Verfahren) gelöst werden; vgl. flexible Planung. Im Beispiel der Abb. bestimmt der Entscheider dazu zunächst die optimale Alternative für alle vier Entscheidungsknoten in t=1. Erst danach bestimmt er die optimale Alternative für t=0, wobei er bei der Wahl zwischen A1 und A2 die jeweils optimalen Folgeentscheidungen berücksichtigt. Der Entscheidungsbaum erlaubt die vollständige Abbildung der Entscheidungssituation, ist jedoch nur bei sehr einfachen Entscheidungsproblemen praktikabel.

    Arbeits- und Organisationspsychologie

    Auf Vroom und Yetton zurückgehendes Verfahren, wonach der Grad der Partizipation der Geführten am Entscheidungsprozess des Führenden im Sinn der Situationstheorien der Führung u.a. abhängig zu machen ist von dem Grad der Aufgabenkomplexität, Informationsstand des Führenden, Akzeptanzbedarf der Entscheidung bei den Geführten, von der Zielhomogenität von Führendem und Geführten und dem Grad von Konflikten innerhalb der Arbeitsgruppe.

    Beurteilung: Das Modell ist empirisch tendenziell bestätigt und spezifiziert zugleich Bedingungen für das Eintreten von Synergie.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Günter W. Maier
      Universität Bielefeld,
      Fakultät für Psychologie, Sportwissenschaften
      Abteilung für Psychologie
      Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie
      Prof. Dr. Robert Gillenkirch
      Universität Osnabrück
      Universitätsprofessor
      Regina Nissen
      IPP-Institut GmbH
      Geschäftsführung

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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