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flexible Planung

Definition

Entscheidungsverfahren zur Lösung mehrstufiger Entscheidungen unter Ungewissheit.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Entscheidungsverfahren zur Lösung mehrstufiger Entscheidungen unter Unsicherheit. Kennzeichen der flexiblen Planung sind bedingte Pläne (Eventual- bzw. "wenn-dann-"Pläne): Nur für den ersten Entscheidungszeitpunkt wird verbindlich eine Entscheidung getroffen, für alle nachfolgenden Entscheidungszeitpunkte sieht der flexible Plan Entscheidungen in Abhängigkeit der bis dahin eingetretenen Umweltentwicklung (Abfolge von Umweltzuständen) vor.

    Die Notwendigkeit der flexiblen Planung ergibt sich aus zeitlichen Interdependenzen. Da in Zukunft weitere Informationen zugehen, ist es nicht sinnvoll, zu­künfti­ge Maßnahmen vorher schon endgültig festzulegen. Über die zu einem zukünftigen Zeit­punkt zu ergreifende Maßnahme sollte statt dessen erst dann definitiv ent­schieden werden, wenn dieser Zeitpunkt tatsächlich eingetreten ist. Nur dann können alle Infor­ma­tionen berücksichtigt werden, die bis dahin vorlie­gen. Trotz­dem darf nicht auf die Planung zukünftiger Maßnahmen verzich­tet werden, da sonst die Vor­aus­set­zung für die optimale Ent­schei­dung über die Maßnahmen zu Beginn des Pla­nungs­zeit­raums fehlt.

    Ein optimaler flexibler Plan wird nach dem Prinzip der Rückwärtsinduktion ermittelt: Zunächst werden alle optimalen bedingten Entscheidungen für den letzten Entscheidungszeitpunkt bestimmt. Daraufhin werden die optimalen bedingten Entscheidungen für den vorletzten Entscheidungszeipunkt bestimmt, wobei die Ergebnisse der jeweils optimalen bedingten Entscheidungen für den nachfolgenden, letzten Entscheidungszeitpunkt berücksichtigt werden, usw. (Roll-Back-Verfahren). Die Entscheidung des ersten Entscheidungszeitpunkts wird definitiv getroffen, wobei alle Ergebnisse aller optimalen bedingten Folgeentscheidungen berücksichtigt werden. Das Verfahren folgt dem Bellmann'schen Optimalitätsprinzip der dynamischen Programmierung, nach dem jeder Teilplan eines optimalen Gesamtplans seinerseits optimal ist.

    Die Ermittlung eines optimalen flexiblen Plans kann bei sehr einfachen Entscheidungsproblemen übersichtlich in einem Entscheidungsbaum erfolgen. Anderenfalls kommen Verfahren der dynamischen Programmierung zum Einsatz.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Günter Müller-Stewens
      Universität St. Gallen,
      Institut für Betriebswirtschaft
      Direktor
      Prof. Dr. Robert Gillenkirch
      Universität Osnabrück
      Universitätsprofessor

      Bücher

      Laux, H., Gillenkirch, R., Schenk-Mathes, H.: Entscheidungstheorie
      Wiesbaden, 2012, S. Kapitel 9

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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