Direkt zum Inhalt

finanzpolitische Distributionsfunktion

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Beschreibung der Eingriffe des Staatssektors in den Wirtschaftsprozess, die sich auf die Veränderung der Einkommenserzielungsmöglichkeiten oder die direkte Einkommensumverteilung durch Steuern oder Transfers richten (Redistribution). Neben der finanzpolitischen Allokationsfunktion und der finanzpolitischen Stabilisierungsfunktion eine der Grundfunktionen der Staatstätigkeit (nach Musgrave).

    2. Begründung: Die sich aus dem Marktprozess ergebende primäre Einkommensverteilung wird seitens der Gesellschaft und/oder des Staates als nicht gerecht angesehen, wobei a priori kein Maßstab gewonnen werden kann. Dieser Aspekt hängt oft eng mit dem Meritorisierungsargument der finanzpolitischen Allokationsfunktion zusammen, sodass Allokations- und Distributionsaufgabe, die sich auch in ihren Wirkungen nur schwer isolieren lassen, häufig gemeinsam als Versorgungspolitik behandelt werden.  Der Staat greift durch die Redistributionspolitik (v.a. das progressive Einkommenssteuersystem sowie die staatlichen Transfers) ein und transformiert die Primärverteilung in eine Sekundärverteilung von Einkommen und Vermögen. Das Leistungsfähigkeitsprinzip wird als Verteilungsnorm dann ergänzt um das Bedarfsprinzip mit seiner Extremform der Gleichverteilung.  In der Folge kann ein Trade-off zwischen
    Allokationsfunktion und Distributionsfunktion entstehen. Mehr soziale Gerechtigkeit kann zu
    einer Allokation führen, die nicht mehr dem Kriterium der Effizienz Rechnung trägt und
    somit den Wohlstand der Gesellschaft im Aggregat schmälert. Dabei unterscheidet man die Auswirkungen der staatlichen Distributionspolitik auf die personelle und auf die funktionelle Verteilung.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap finanzpolitische Distributionsfunktion Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/finanzpolitische-distributionsfunktion-36325 node36325 finanzpolitische Distributionsfunktion node32679 finanzpolitische Allokationsfunktion node36325->node32679 node46352 primäre Einkommensverteilung node36325->node46352 node46036 Redistributionspolitik node36325->node46036 node43806 Sekundärverteilung node36325->node43806 node40095 methodologischer Individualismus node32679->node40095 node34978 finanzpolitische Stabilisierungsfunktion node32679->node34978 node37289 Marktversagen node32679->node37289 node34978->node36325 node42996 Stabilisierungspolitik node34978->node42996 node31450 Deficit Spending node34978->node31450 node45598 Produktionsfaktoren node46352->node45598 node32068 funktionale Einkommensverteilung node46352->node32068 node46841 personelle Einkommensverteilung node46352->node46841 node50671 Verteilungspolitik node46036->node50671 node45330 Sekundäreinkommen node43806->node45330
      Mindmap finanzpolitische Distributionsfunktion Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/finanzpolitische-distributionsfunktion-36325 node36325 finanzpolitische Distributionsfunktion node32679 finanzpolitische Allokationsfunktion node36325->node32679 node34978 finanzpolitische Stabilisierungsfunktion node36325->node34978 node46352 primäre Einkommensverteilung node36325->node46352 node46036 Redistributionspolitik node36325->node46036 node43806 Sekundärverteilung node36325->node43806

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Wolfgang Eggert
      Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
      Lehrstuhlinhaber des Instituts für Wirtschaftstheorie und Finanzwissenschaft
      Steffen Minter
      Institut für Wirtschaftstheorie und
      Finanzwissenschaften, Albert-Ludwigs-Universität
      Wissenschaftlicher Mitarbeiter

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete