Direkt zum Inhalt

Irrtum

Definition

Allgemein: Fehlerhafte Vorstellung über einen Sachverhalt; Auseinanderfallen von Vorstellung und Wirklichkeit.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Zivilrecht
    2. Strafrecht

    Allgemein: Fehlerhafte Vorstellung über einen Sachverhalt; Auseinanderfallen von Vorstellung und Wirklichkeit.

    Zivilrecht

    Irrtum bei Abschluss eines Vertrages oder Vornahme eines anderen Rechtsgeschäftes berührt Gültigkeit des Geschäfts i.d.R. nicht.

    1. Anfechtung der Willenserklärung möglich bei Irrtum über Inhalt (Tragweite) der Erklärung (z.B. sagt Leihe, meint Kauf) oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte (z.B. unbewusstes Versprechen, Verschreiben), § 119 I BGB; ebenso, wenn der Bote oder eine Telekommunikationseinrichtung eine Erklärung unrichtig übermittelt hat (§ 120 BGB). Als Irrtum über den Inhalt gilt auch der Irrtum über verkehrswesentliche Eigenschaften der Person (z.B. Kreditwürdigkeit) oder Sache (z.B. den Stoff, Kupfer, Eisen, nicht über den Preis; § 119 II BGB).

    2. Voraussetzung der Anfechtung stets, dass ohne Irrtum die Erklärung nicht abgegeben worden wäre.

    3. Anfechtung muss ohne schuldhaftes Zögern erfolgen, sobald der Irrende von dem Irrtum Kenntnis erlangt (§ 121 BGB).

    4. Wer anficht, muss i.d.R. dem anderen Teil das negative Interesse ersetzen (§ 122 BGB).

    Strafrecht

    Im Bereich des allg. Strafrechts (§§ 16, 17 StGB) und der Ordnungswidrigkeiten (§ 11 OWiG) entfällt bei einem Irrtum über Tatumstände der Vorsatz, es kann aber wegen Fahrlässigkeit bestraft werden, wenn es ein entsprechendes Fahrlässigkeitsdelikt gibt. Fehlt dem Täter einer rechtswidrigen Tat das Unrechtsbewusstsein, z.B. weil er die Tat für nicht verboten hält (Verbotsirrtum), handelt er ohne Schuld, wenn er den Irrtum nicht erkennen konnte. Ein unvermeidbarer Verbotsirrtum führt zum Ausschluss der Schuld. Ist der Verbotsirrtum vermeidbar, kann die Strafe gemildert werden.

    Mindmap Irrtum Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/irrtum-40783 node40783 Irrtum node29075 Anfechtung node40783->node29075 node48973 Vorsatz node40783->node48973 node34427 Haftungsausschluss node34383 Fahrlässigkeit node34427->node34383 node34427->node48973 node44291 Stundung node47264 Willenserklärung node49761 Vertrag node49761->node40783 node49761->node44291 node29887 arglistige Täuschung node49761->node29887 node49761->node29075 node35586 Grundschuld node49761->node35586 node29887->node40783 node29887->node47264 node29887->node29075 node29887->node34383 node34132 Handlungsreisender node34132->node34383 node46401 Sorgfaltspflicht node46401->node34383 node30567 Annahmeverzug node30567->node48973 node36007 Grundkapital node29075->node36007 node34383->node40783 node48890 Verjährung node48890->node48973 node48973->node34383 node37334 Nichtigkeit node37334->node29075 node32793 einseitige Rechtsgeschäfte node32793->node49761 node32793->node29075 node46858 stille Gesellschaft node46858->node29075
    Mindmap Irrtum Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/irrtum-40783 node40783 Irrtum node29075 Anfechtung node40783->node29075 node48973 Vorsatz node40783->node48973 node34383 Fahrlässigkeit node40783->node34383 node49761 Vertrag node40783->node49761 node29887 arglistige Täuschung node29887->node40783

    News SpringerProfessional.de

    Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

    Literaturhinweise SpringerProfessional.de

    Bücher auf springer.com

    Sachgebiete