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Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (Konzern-GuV)

Definition

Als Bestandteil des Konzernabschlusses ist die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (Konzern-GuV) gemäß § 297 III HGB so aufzustellen, als ob die einbezogenen Unternehmen insgesamt ein einziges Unternehmen wären. In die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (Konzern-GuV) dürfen daher nur Aufwendungen und Erträge aus den Gewinn- und Verlustrechnungen (GuV) der zu konsolidierenden Unternehmen aufgenommen werden, die aus wirtschaftlichen Beziehungen mit nicht zum Konzern gehörenden Unternehmen erwachsen sind.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Regelungen nach HGB: Als Bestandteil des Konzernabschlusses ist die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (Konzern-GuV) gemäß § 297 III HGB so aufzustellen, als ob die einbezogenen Unternehmen insgesamt ein einziges Unternehmen wären. In die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung  dürfen daher nur Aufwendungen und Erträge aus den Gewinn- und Verlustrechnungen (GuV) der zu konsolidierenden Unternehmen aufgenommen werden, die aus wirtschaftlichen Beziehungen mit nicht zum Konzern gehörenden Unternehmen erwachsen sind. Aufwendungen und Erträge aus Geschäften zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind darum gemäß § 305 HGB gegeneinander aufzurechnen oder bei Anwendung des Gesamtkostenverfahrens ggf. in die Posten „Bestandsveränderungen” oder „andere aktivierte Eigenleistung” umzugliedern (Aufwands- und Ertragskonsolidierung). Außerdem müssen Gewinne und Verluste aus konzerninternen Beziehungen bei betroffenen Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (z.B. Umsatzerlöse oder andere Erträge) eliminiert werden (Zwischenergebniseliminierung). Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung wird auf alle in der Form der Vollkonsolidierung oder der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen angewendet (also nicht auf assoziierte Unternehmen). Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung kann gemäß § 305 II HGB unterbleiben, wenn die zu konsolidierenden Aufwendungen und Erträge hinsichtlich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind.

    Auf die Gliederung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden gemäß § 298 HGB, soweit die Eigenart des Konzernabschlusses keine Abweichungen verlangt, die Vorschriften für die Gewinn- und Verlustrechnung des Jahresabschlusses einer großen Kapitalgesellschaft (Größenklassen) entsprechend angewendet; d.h. bes.: Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung kann nach dem Gesamtkostenverfahren oder dem Umsatzkostenverfahren gegliedert werden, die einmal gewählte Darstellungsform ist grundsätzlich beizubehalten. Die mit der Konsolidierung verbundene Übernahme von Aufwands- und Ertragsposten aus der Einzel-GuV in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung kann aus Konzernsicht zur Änderung der Postenbeurteilung führen (z.B. Verwaltungskosten einer Konzernvertriebsgesellschaft sind aus Konzernsicht Vertriebskosten).

    2. Regelungen nach IFRS: Im Unterschied zu den Regelungen nach HGB wird die Erfolgsrechnung nach IFRS als Gesamterfolgsrechnung bezeichnet. In der Gesamterfolgsrechnung sind gemäß IAS 1 alle in einer Periode erfassten Aufwands- und Ertragspositionen, unabhängig davon, ob sie im Hinblick auf das Periodenergebnis GuV-wirksam oder GuV-neutral gebucht wurden, zu berücksichtigen. Hinsichtlich der Unterteilung sollen entweder alle Aufwendungen und Erträge in einem Rechenwerk zusammengefasst werden, wobei das Periodenergebnis einen Zwischensaldo der GuV-wirksamen Aufwands- und Ertragspositionen bildet oder es erfolgt eine Darstellung in zwei separaten Teilrechenwerken.

     

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