Direkt zum Inhalt

Lärm

(weitergeleitet von Baumaschinenlärm)
Definition

wesentlicher, bei der Wahl und Gestaltung des Arbeitsplatzes (Arbeitsplatzgestaltung) zu berücksichtigender Faktor. Lärm von bestimmter Frequenz und Lautstärke, bes. unregelmäßiger Lärm, hat gesundheitliche Schädigung und Beeinträchtigung der Arbeitsleistung zur Folge.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Arbeitswissenschaft
    2. Rechtliche Regelungen zur Lärmbekämpfung

    Arbeitswissenschaft

    wesentlicher, bei der Wahl und Gestaltung des Arbeitsplatzes (Arbeitsplatzgestaltung) zu berücksichtigender Faktor. Lärm von bestimmter Frequenz und Lautstärke, bes. unregelmäßiger Lärm, hat gesundheitliche Schädigung und Beeinträchtigung der Arbeitsleistung zur Folge. Beseitigung oder Verminderung des Lärms kann leistungssteigernde Wirkung haben. Entscheidend ist neben der technisch gemessenen Lautstärke die individuelle menschliche Reaktion (Geräuschempfindlichkeit).

    Mit folgenden Wirkungen muss gerechnet werden:
    (1) Lärmbereich I (30–65 dB): Lärm kann als störend und belästigend empfunden werden.
    (2) Lärmbereich II (65–90 dB): Neben den psychischen Wirkungen treten bereits Verengungen in den Blutgefäßen an Armen und Händen auf.
    (3) Lärmbereich III (90–120 dB): Gefahr einer dauerhaften Gehörschädigung.
    (4) Lärmbereich IV (über 120 dB): Überschreitung der Schmerzgrenze; bereits nach kurzer Einwirkzeit kann ein deutlicher und dauerhafter Hörverlust eintreten.

    Maßnahmen zur Lärm-Dämpfung: schalldämpfende Baustoffe, Isolierungen, Doppelfenster, zweckentsprechende Maschinenkonstruktionen, Arbeitsplatzverlegung, Gehörschutz u.a.

    Rechtliche Regelungen zur Lärmbekämpfung

    Nach Art. 74 I Nr. 24 GG gehört die Lärmbekämpfung zur konkurrierenden Gesetzgebung des Bundes. Davon hat der Bund v.a. mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) Gebrauch gemacht. Es enthält die wesentlichen öffentlich-rechtlichen Regelungsgrundlagen zum Schutz vor und zur Bekämpfung von Lärm, soweit es um die Errichtung und den Betrieb von Anlagen und den Bau öffentlicher Straßen geht. Zu den Anlagen gehören nicht nur ortsfeste Anlagen, sondern auch Maschinen, Geräte und Fahrzeuge (vgl. § 2 BImSchG). Bedeutsam sind v.a. die auf der Grundlage des BImSchG erlassenen Rechtsverordnungen, namentlich die Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen (4. BImSchV) i.d.F. vom 31.5.2017 (BGBl. I S. 1440); die VerkehrslärmschutzVO (16. BImSchV) vom 12.6.1990 (BGBl. I 1036) m.spät.Änd. und die SportanlagenlärmschutzVO (18. BImSchV) vom 18.7.1991 (BGBl. I 1588, 1790) m.spät.Änd.; die Verkehrswegeschallschutzmaßnahmenverordnung (24. BImSchV) vom 4.2.1997 (BGBl. I 172); die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV) vom 25.8.2002 (BGBl. I 3478). Ferner ist die Sechste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum BImSchG (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm)) vom 26.8.1998 (GMBl 503) m.spät.Änd. von Relevanz. Das Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm i.d.F vom 31.10. 2007 (BGBl. I 2550) m.spät.Änd. soll durch die Einführung von Lärmschutzbereichen die Allgemeinheit vor Gefahren, erheblichen Nachteilen und erheblichen Belästigungen durch Fluglärm in der Umgebung von Flugplätzen schützen; vgl. auch die Landeplatz-Lärmschutz-Verordnung vom 5.1.1999 (BGBl. I 35).

    Gemäß Nr. 3.7 des Anhangs zur Arbeitsstättenverordnung vom 12.8.2004 (BGBl. I 2179) m.spät.Änd. ist in Arbeitsstätten der Schalldruckpegel so niedrig zu halten, wie es nach der Art des Betriebes möglich ist. Der Schalldruckpegel am Arbeitsplatz in Arbeitsräumen ist in Abhängigkeit von der Nutzung und den zu verrichtenden Tätigkeiten so weit zu reduzieren, dass keine Beeinträchtigungen der Gesundheit der Beschäftigten entstehen. Lärm ist Schall, der das Gehör schädigen kann oder zu bes. Unfallgefahren führt. Daher sind Arbeitsstätten so einzurichten und Arbeitsverfahren so zu gestalten, dass auf den Arbeitenden kein Lärm einwirkt. Wirkt trotz des Ausschöpfens der technischen Möglichkeiten weiterhin Lärm ein, so sind persönliche Schallschutzmittel zu tragen. Ziel der Lärmbekämpfung gemäß den Bestimmungen der Unfallverhütungsvorschriften ist jedoch die primäre Lärmminderung (Bekämpfung des Lärms an seinem Ursprung).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Lärm Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/laerm-38394 node38394 Lärm node50509 Unfallverhütungsvorschriften node38394->node50509 node44433 persönliche Schallschutzmittel node38394->node44433 node40327 Lärmschutzbereich node38394->node40327 node29050 Arbeitsplatzgestaltung node38394->node29050 node49832 TA Lärm node38394->node49832 node49484 Technische Anleitung Lärm node49484->node49832 node50239 Unfallversicherung node27808 Berufsgenossenschaft node50509->node50239 node50509->node27808 node43854 Sozialgericht node50509->node43854 node36536 Fürsorgepflicht node44433->node36536 node33862 Fluglärm node33862->node38394 node33862->node40327 node33862->node49832 node29228 Betriebsrat node29050->node29228 node45239 Produktionsprozessplanung node29050->node45239 node30203 Arbeitsplatzbewertung node29050->node30203 node27828 Arbeitsplatz node29050->node27828
      Mindmap Lärm Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/laerm-38394 node38394 Lärm node29050 Arbeitsplatzgestaltung node38394->node29050 node49832 TA Lärm node38394->node49832 node40327 Lärmschutzbereich node38394->node40327 node44433 persönliche Schallschutzmittel node38394->node44433 node50509 Unfallverhütungsvorschriften node38394->node50509

      News SpringerProfessional.de

      • Exportentwicklung Werkzeugmaschinen

        Ein aktueller Quest Report verbindet Exportmärkte und Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen in Euro und die Wirkung auf die Exporte nach China seit 2008. Steigende Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen gehen demnach mit rückläufigen Exporten nach China einher.

      • Banken genießen großes Vertrauen ihrer Kunden

        72 Prozent der Bankkunden in Deutschland gehen davon aus, dass Kreditinstitute mit ihren persönlichen Daten sorgsam umgehen. Keine andere Branche genießt einer aktuellen Umfrage zufolge höheres Vertrauen.

      • Neue Aufgaben für die Zentrale der Zukunft

        Unternehmen müssen agil und innovativ sein. Das althergebrachte Headquarter, von dem aus alles zentral gesteuert werden soll, scheint dazu nicht passen zu wollen. Muss die Unternehmenszentrale neu erfunden werden? 

      • So geht erfolgreiches Lead Nurturing im B2B-Segment

        Wenn nicht nur Leads, sondern in Folge auch Käufer generiert werden, ist von Lead Nurturing die Rede. Im B2B-Bereich müssen E-Mail-Marketer dafür besonders strategische sowie kontinuierliche Beziehungsarbeit leisten.

      • Globales E-Invoicing ist Herausforderung für Unternehmen

        Unternehmen sind aufgrund staatlicher Vorgaben zunehmend dazu verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch zu erstellen. Doch in jedem Land gelten andere rechtliche Regelungen. Entsprechend komplex gestalten sich die Prozesse. Erster Teil des Gastbeitrags.

      • Auf dem Rechtsweg ins Verderben

        Wer seinen Markt als Eigentum betrachtet und Neueinsteiger juristisch bekämpfen will, kann nur verlieren, meint Springer-Autor und Zukunftsmanager Heino Hilbig. Denn die Klage eines Taxifahrers gegen Moia wird neue Verkehrskonzepte nicht verhindern. 

      • Mit Location Based Marketing auf Neukundenfang

        Deutsche Marketing-Manager sehen in standortbasierter Werbung die Brücke, um Konsumenten online wie offline anzusprechen. Vor allem für die Neukundengewinnung setzen sie auf das Marketinginstrument.

      • Wie der Arbeitsplatz von morgen aussehen wird

        Während der Industrialisierung wanderte die Arbeit aus dem Haushalt in die Fabrik. Heute klopft sie wieder an die Haustür. Die Möglichkeit zu mehr zeitlicher und örtlicher Flexibilität, beispielsweise zur Arbeit im Homeoffice, macht vor keiner Branche mehr halt.

      • Java und JavaScript sind die beliebtesten Programmiersprachen

        Die meisten Softwareingenieure setzen auf Java und JavaScript, wenn es um die Entwicklung von Unternehmensanwendungen geht. Die angeblichen "In"-Programmiersprachen Python & Co. liegen in der Beliebtheitsskala teils weit abgeschlagen hinter den Klassikern.

      • Diese digitalen Marken sind top

        Digitale Dienste dominieren immer stärker die Markenwelt. In den Top 25 der relevantesten Marken Deutschlands machen sich analoge Marken eher rar.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Gerhard Übersohn
      Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
      Justiziar
      Prof. Dr. Thomas Bartscher
      Technische Hochschule Deggendorf
      Professor für die Lehrgebiete Human Resources Management, Innovations- und Transformationsmanagement
      Jan-Hendrik Krumme
      Sekretariat der Kultusministerkonferenz
      Referatsleiter Personalwesen, Organisation, Rechts- und Grundsatzangelegenheiten
      Regina Nissen
      IPP-Institut GmbH
      Geschäftsführung

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Alle relevanten Bücher, Zeitschriften und Artikel zum Thema auf einen Blick.
      Alle relevanten Bücher, Zeitschriften und Artikel zum Thema auf einen Blick.
      Cable Driven Parallel Robots (CDPR) are widely used for application ranging from the operation of cable-suspended cameras to rehabilitation or home assistance devices. However, even though the above applications involve direct human interaction …

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com