Direkt zum Inhalt

Preisstatistik

Definition

Teilgebiet der Wirtschaftsstatistik, im Wesentlichen durchgeführt durch das Statistische Bundesamt auf Grundlage des Gesetzes über die Preisstatistik vom 9.8.1958, zuletzt geändert am 7.9.2007 (BGBl. I S. 2246).

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Erhebung
    2. Auswertung
    3. Verwertung
    4. Darstellung

    Teilgebiet der Wirtschaftsstatistik, im Wesentlichen durchgeführt durch das Statistische Bundesamt (StBA) auf Grundlage des Gesetzes über die Preisstatistik vom 9.8.1958, zuletzt geändert am 7.9.2007 (BGBl. I S. 2246).

    Erhebung

    1. Eine primärstatistische Erfassung von Preisen ist nur repräsentativ für einzelne Waren und Dienstleistungen an einzelnen (typischen) Märkten und im Warenverkehr zwischen häufig miteinander kontrahierenden Marktpartnern möglich. Die Auswahl bestimmt sich danach,
    (1) welche Bedeutung die jeweiligen Preise für das volkswirtschaftliche Preisniveau als Ganzes haben,
    (2) an welchen Märkten Preisbewegungen am deutlichsten gesamtwirtschaftliche Wandlungen, bes. in Bezug auf konjunkturelle Schwankungen oder bez. des Geldwertes, aufzeigen.

    2. Eine sekundärstatistische Erfassung von Preisbewegungen kann durch Auswertung von Preislisten, Kurszetteln, Versandkatalogen etc. erfolgen.

    3. Je nach der Fragestellung erfolgt der „Preisschnitt” im Kreislaufsystem unter dem Gesichtspunkt des Erzeugers, des Abnehmers oder des letzten Verbrauchers. Zwischen Erzeuger- und Abnehmerkreisen besteht keine Identität, u.a. weil Einkaufspreise aus Warenbezirken von inländischen Erzeugern oder ausländischen Lieferanten zusammengesetzt sein können, aber auch wegen unterschiedlicher Konditionen für einzelne Abnehmergruppen.

    Auswertung

    (der gewonnenen Einzelpreise oder Ortsdurchschnitte): 1. durch Bekanntgabe der Ursprungswerte, die (gewichtet nach der jeweiligen Bedeutung der Märkte für den Durchschnittspreis der Volkswirtschaft) als „Originalpreise” ausgewiesen werden und damit der Reihenzerlegung (Saisonschwankungen etc.) bes. zugängig sind.

    2. in Messzahlen oder Indexzahlen, die wegen des Erhebungsverfahrens und der für die Veröffentlichung absoluter Preise notwendigeren größeren Auswahl von Einzelpreisen einen zuverlässigeren Ausdruck der Preisentwicklung bieten.

    Verwertung

    Die Ergebnisse der amtlichen Statistik über die Preise können im Rahmen der betriebswirtschaftlichen Statistik und der Marktbeobachtung zum Zwecke der Kostenkontrolle und Konjunkturanalyse sowie zur Orientierung der Absatzpolitik genutzt werden; Vergleich der vom eigenen Unternehmen gezahlten und erzielten Preise mit den Veränderungen der Indizes. Für volkswirtschaftliche Entscheidungen dient die Preisstatistik zur Information sämtlicher Marktpartner, aber auch der für die Wirtschafts- und Währungspolitik verantwortlichen Behörden und Regierungsstellen, über die Entwicklung von Preisen für Waren und Dienstleistungen im Zeitablauf, Veränderungen im Preisgefüge für einzelne Teilbereiche oder über Preisverschiebungen auf den In- und Auslandsmärkten (Kaufkraftparität).

    Darstellung

    Die Ergebnisse der Preisstatistik können in Form von Durchschnittspreisen und Messziffern oder Indizes (Preisindex) dargestellt werden. Zentrale vom Statistischen Bundesamt bereitgestellte preisstatistische Daten sind Informationen zu den Verbraucherpreisen (v.a. Verbraucherpreisindex für Deutschland (VPI), Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI)) und zu den Handelspreisen (z.B. Index der Einzelhandelspreise (EHI), Index für die Großhandelsverkaufspreise) sowie zu ausgewählten Erzeugerpreisen, Preisen im Außenhandel und für Bauleistungen. Die Veröffentlichung erfolgt bspw. in Fachserie 17 des Statistisches Bundesamts.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Preisstatistik Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/preisstatistik-43361 node43361 Preisstatistik node31793 betriebswirtschaftliche Statistik node43361->node31793 node34533 Indexzahl node43361->node34533 node48885 Wirtschaftsstatistik node43361->node48885 node39861 Messzahl node43361->node39861 node46290 Statistisches Bundesamt (StBA) node43361->node46290 node33810 Einzelhandelsstatistik node33810->node39861 node38848 Lohnbuchführung node27910 Beschäftigungsgrad node38578 Kostenstelle node31793->node38848 node31793->node27910 node31793->node38578 node37359 Kapazitätsausnutzungsgrad node31793->node37359 node40652 Laspeyres-Index node35417 Gewichtung node28711 arithmetisches Mittel node34441 Divergenz-Indikator node34441->node39861 node34533->node40652 node34533->node35417 node34533->node28711 node48885->node46290 node35386 Gewerkschaften node48885->node35386 node45267 Statistik node48885->node45267 node47916 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) node48885->node47916 node50049 Verhältniszahl node39861->node34533 node39861->node50049 node44723 Statistischer Beirat node46290->node44723 node42339 Produktionsgüter node42339->node48885 node47916->node46290
      Mindmap Preisstatistik Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/preisstatistik-43361 node43361 Preisstatistik node48885 Wirtschaftsstatistik node43361->node48885 node46290 Statistisches Bundesamt (StBA) node43361->node46290 node39861 Messzahl node43361->node39861 node34533 Indexzahl node43361->node34533 node31793 betriebswirtschaftliche Statistik node43361->node31793

      News SpringerProfessional.de

      • "Freibeträge in Abfindungsregelungen wieder einführen"

        Seit 1. Januar gilt die Institutsvergütungsverordnung (IVV). Mit ihr wurden in erster Linie die Anforderungen der Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA für eine solide Vergütungspolitik in deutsches Recht umgesetzt. Wie sich das auf die Personal- und Abfindungsstrategien bei den Banken auswirkt, erklärt Jurist Christoph Abeln im Interview.

      • So teuer wird der Fachkräftemangel

        Dass der Fachkräftemangel die deutsche Wirtschaft bremst, ist nicht neu. Allerdings war bislang nicht klar, wie sehr fehlendes Personal zu Buche schlägt. Einer Studie zufolge drohen bis zum Jahr 2030 wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. 

      • KMU zögern bei tiefgreifender Digitalisierung

        Der digitale Wandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben das nicht vollends erkannt, weshalb sie sich auf die Optimierung einzelner interner Prozesse versteifen.

      • Welche Themen CFOs 2018 bewegen

        Die Wirtschaftslage für deutsche Unternehmen ist gut. Dennoch gibt es einige Themen, die CFOs Kopfzerbrechen bereiten. Was steht auf der Agenda der Finanzvorstände ganz oben für die kommenden Monate?

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Katrin Schmidt
      Bundesagentur für Arbeit,
      Zentrale
      Referentin Arbeitsmarktberichterstattung

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Das Ziel eines an der Universität Regensburg im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms “Historische Statistik” durchgeführten Projektes ist die Darstellung langfristiger Lohn- und Preisreihen für eine wirtschaftlich bedeutende Region. Diese Reihen …
      Preis und Preisveränderungen sind schon immer ein wichtiger Gegenstand von praktischer und theoretischer Statistik gewesen, neben der Bevölkerungsstatistik vielleicht sogar der älteste und wichtigste. Seit jeher haben sich auch deutsche Statistiker,

      Sachgebiete